Neejekeewa’s Reise – Kanada – Teil 2

von Peter Iden am 21. Oktober 2009

Neejekeewa's Reise - Kanada - Teil 2

Den ersten Teil finden Sie hier

Dieses ist der zweite Teil von Neejekeewa’s Reise durch das Meer von Gras und Schilf. Der Mann paddelt sein Kanu muehelos und leise. Seine Ohren und Augen sehen alles, was um ihn herum passiert.
 

Jingademikwan, die Schildkroete, liegt faul auf einem Stein im Wasser. Es ist wieder Zeit, sich zu sonnen.

Der Mann jagt diese Schildkroete nicht. Die Gefahr kommt nur von oben.

Der Himmel ist voller Raubvoegel. Megeezee, der Fischadler. Kayaushk, die Moeve. Kagaki, der Rabe. Alle suchen sie nach ihrem Essen.

Winange, der Truthahngeier, kreist faul aber grazioes ueber allen und sucht nach toten Tieren. Er ist ein Aasfresser.

Der Mann paddelt wieder aus der Bucht in den offenen See des Flusses. Leise, mit sachten Paddelschlaegen.

Er macht kein Geraeusch ausser dem leichten Gurgeln des Wassers gegen Neejekeewa’s Bug.

Das Wasser hier ist tief und kalt.

Majamegoss, der Lachs, wird den Fluss herauf schwimmen, wenn die Blaetter fallen, um ihre Eier zu legen und zu sterben.

Megoss, die Forelle, lebt auch in dem kuehlen Fluss.

Der Mann wird Megoss im Herbst fangen und zum Trocknen aufhaengen, um ihn im Winter zu essen.

Makwa, der Schwarzbaer, dreht die grossen Steine am Ufer um und sucht nach fetten Larven und Wuermern.

Wawashkeshi, das Reh, streckt seinen Nacken hoch, um die zarten Blaetter zu erreichen.

Wadop und Agimak, die Eschen, Asadi, die Espe, Wigwah, die Birke, schmecken ihm gleich gut.

Im Winter frisst er auch die Nadeln von Keezhig, dem Zedernbaum.

Moons, der grosse Elch, platscht laut durch den Sumpf, gruene Pflanzen auf dem Geweih, weil er sein Futter unter dem Wasser findet.

Kepagigisid, das Frettchen, schleicht am nassen Ufer entlang. Neejig, die Fischotter, vergnuegt sich auf seiner Matschrutsche an der Flussbank, waehrend Wahzhusk, die Bisamratte, versucht, eine groessere Burg zu bauen als ihr Cousin Ahmik.

Kaug, das Stachelschwein, schlaeft hoch oben in einer Fichte, waehrend Mukuhke, der Frosch, ein Konzert im Sumpf nebenan mit seinen Freunden veranstaltet.

Und Mamaugwa, der Schmetterling, macht ein Picknick aus dem Nektar der Blumen, die ueberall bluehen.

Die Sugema, die Manitons und die Omigossi stoeren den Mann nicht. Er wurde schon zu oft von ihnen gestochen und gebissen.

Der Mann weiss, dass sie vom Blut ihrer Opfer leben, aber auch, dass viele Tiere von ihnen leben.

Alles ist gut.

Die wilden Beeren und Pflanzen sind ueberall reif in den Wiesen und Waeldern entlang des Flusses.

Der Mann weiss, wie man sie erntet.

Mandamin, den wilden Mais. Mashkigimin, die wilde Cranberry. Miskiwimin, die wilde Himbeere. Odeimin, die wilde Erdbeere. Wabanomin, den wilden Reis. Und viele andere Beeren und Fruechte.

Selbst der Weisse Mann lernte diese schaezen und nahm sie mit in sein Land.

Es gibt viele Tiere zum Jagen. Es gibt essbare Pflanzen im Ueberfluss.

Der Mann beobachtet still die Natur, waehrend er Neejekeewa muehelos durch das klare, kalte Wasser paddelt.

Er weiss, dass es die Natur ist, die sein Leben aufrecht erhaelt, seit dem Anfang aller Zeit.

Morgen wird er wieder jagen gehen. Es wird genuegend zum Essen geben in dem kommrnden langen Winter.

Es ist ein guter Tag.

Peter Iden Brampton, Ontario, Kanada

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