Kanada – Ein Überblick

von Thomas Stünkel

Kanada – Ausdehnungen
Kanada, der mit einer Gesamtfläche von 9.984.670 Quadratkilometern zweitgrößte Staat der Erde (nach Russland), befindet sich in Nordamerika. Von dieser Gesamtfläche sind 9.093.504 Quadratkilometer Landfläche und 891.163 Quadratkilometer Wasserfläche. Das Land grenzt im Süden sowie im Nordwesten an die Vereinigten Staaten von Amerika. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beträgt 4.634 Kilometer, größte Ost-West-Ausdehnung 5.514 Kilometer. Die gesamte Küstenlänge Kanadas beträgt etwa 202.000 Kilometer und ist damit die längste weltweit.

Kanada – Amtssprachen und Regionen
In Kanada gibt es zwei Amtssprachen: Englisch und Französisch. Der Staat Kanada ist in insgesamt zehn Provinzen und drei Territorien gegliedert. Die zehn Provinzen haben ein relativ hohes Maß an Selbständigkeit gegenüber der Regierung, während die Territorien weniger Eigenständigkeit besitzen. Diese Provinzen und Territorien Kanadas sind: Québec, Alberta, British Columbia, Manitoba, New Brunswick, Neufundland und Labrador, Ontario, Nova Scotia, Prince Edward Island, Nunavut, Yukon, Nordwest-Territorien und Saskatchewan. Diese sind auch beispielsweise für ihr Schulwesen selbst verantwortlich; ein einheitliches nationales Bildungssystem gibt es in Kanada nicht. Aus diesem Grund unterscheiden sich in den einzelnen Provinzen auch das Schuleintrittsalter sowie die Dauer der Grundschulzeit.

Kanada – Landschaft
Kanada verfügt über etliche Gebirgszüge, die teils vulkanischen Ursprungs sind. Bekanntestes Gebirge sind wohl die Rocky Mountains; höchste Erhebung ist hier der mit einer Gesamthöhe von 5.959 Meter hohe Mount Logan.
Längster Fluss des Landes ist der etwa 3.058 Kilometer lange Sankt-Lorenz-Strom. Neben diesem gibt es in Kanada zahlreiche weitere Flüsse sowie über zwei Millionen Seen. Insgesamt werden etwa 7,6 Prozent der Fläche Kanadas von Wasser bedeckt. Mit einer Fläche von etwa 31.150 Quadratkilometern größter See des Landes ist der Große Bärensee, gefolgt von dem Großen Sklavensee und dem Winnipegsee.

Kanada – Klima
Vom Polarklima bis hin zum gemäßigten Klima sind in Kanada alle Klimazonen vertreten. Der größte Teil des Landes aber wird vom so genannten borealen Klima beherrscht, welches sich durch lange und kalte Winter sowie kurze und heiße Sommer auszeichnet. Tiefste bislang in Kanada gemessene Temperatur waren -63° Celsius im Jahre 1947; höchste gemessene Temperatur wiederum 45° Celsius im Jahre 1937. Die meisten Niederschläge fallen im maritimen Klima an der Westküste Kanadas.

Kanada – Natur
Besonders bekannt ist Kanada für seine einzigartige Natur; riesige Naturgebiete bedecken etwa 70 Prozent des Landes. Sowohl Tundren als auch Nadel- und Laubwälder findet man im Lande Kanada. Ahorn, Buchen, Fichten und Birken gedeihen in Kanada ebenso wie Eichen und Walnussbäume. Neben der vielfältigen Pflanzen- gibt es in Kanada auch eine seltene Tierwelt. In den arktischen Gewässern fühlen sich Wale, Seehunde und sogar Eisbären wohl. Zudem leben hier Polarhasen, -füchse und -wölfe. In den ausgedehnten Wäldern des Landes leben Luchse, Schwarz- und Braunbären sowie Elche. Der größte Bisonbestand der Welt mit etwa 6.000 Tieren lebt ebenfalls in den Wäldern Kanadas.
Insgesamt sind in Kanada 43 Nationalparks zum Schutz und Erhalt der teils recht seltenen Tierwelt errichtet wurden. Größter ist der Wood-Buffalo Nationalpark mit einer Gesamtfläche von 44.800 Quadratkilometern.

Kanada – Großstädte
Von den insgesamt etwa 33 Millionen Einwohnern Kanadas leben etwa die Hälfte in den 30 größten Städten des Landes. Während diese Ballungsräume sehr dicht besiedelt sind, sind andere Teile des Landes wiederum gar nicht oder nur sehr wenig besiedelt.
Die größten Städte Kanadas sind Toronto, Montreal und Vancouver. Die meisten dieser Großstädte entstanden im 19. Jahrhundert; noch heute besitzen sie meist einen gut erhaltenen Stadtkern. Die Hochbauten wurden erst etwa Mitte der 70iger Jahre erbaut.

Kanada – Einwandern
Kanada ist ein Einwandererstaat; Kanada hat die höchste Einwanderungsrate der Welt. Aus aller Herren Länder wandern Menschen nach Kanada aus; selbstverständlich auch aus Deutschland. Für Einwanderer sind spezielle Punkteprogramme festgelegt; eine Mindestanzahl dieser Punkte muss erreicht werden, um überhaupt in Kanada einwandern zu können. Unter anderem sind der Bildungsstand, die Berufsausbildung und sprachliche Qualifikationen entscheidend.

Kanada – Politik
Kanada ist eine konstitutionelle Monarchie mit Königing Elizabeth II als Staatsoberhaupt. Diese trägt den Titel „Königin von Kanada“ und wird durch den Gouverneur vertreten. Kanada ist zudem eine parlamentarische Demokratie in Form eines Bundesstaates.

Kanada – Religion
Etwa 70 Prozent der Kanadier sind Christen, etwa 2 Prozent sind Muslime und ca. 1 Prozent Juden.

Kanada – Geschichte
Vor etwa 12.000 Jahren besiedelten Indianer Nordamerika, erst vor circa 5.000 Jahren folgten die Inuit. Etwa um das Jahr 1.000 erreichten auch europäische Siedler Nordamerika. Als Entdecker Nordamerikas gilt Caboto, ein italienischer Seefahrer. Im Jahre 1497 landete dieser auf der Kap-Breton-Insel und nahm so das Land für England in Besitz.
Eine der ersten Ansiedlungen war im Jahr 1605 Québec durch die Franzosen; Engländer und Franzosen kämpften erbittert um Nordamerika. Im Jahr 1763 musste Frankreich schließlich mit dem Pariser Frieden alle Rechte an Nordamerika abtreten. Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien entluden sich im Britisch-Amerikanischen Krieg, der von 1812 bis 1814 dauerte und letztlich ergebnislos endete. In Kanada wird der Krieg bis heute als erfolgreiche Abwehr amerikanischer Invasionsversuche betrachtet.

Kanada – Militär
Kanada verfügt über militärische Streitkräfte; im Jahr 1968 wurden Heer, Marine und Luftwaffe zusammengeführt. Insgesamt 62.000 freiwillige Berufssoldaten und etwa 22.000 Reservisten dienen dem Land.

Kanada – Wirtschaft
Kanada gehört, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, zu einem der reichsten Länder der Welt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Kanada ein sehr hohes Vorkommen an natürlichen Ressourcen hat, was zu einer hohen Urproduktion (auch als primärer Wirtschaftssektor bezeichnet) führt. Neben Erdöl sind dies vor allem Nickel, Blei, Kohle, Eisenerz und auch Schwefel. Auch die Zellstoff- und Papierindustrie hat einen hohen Stellenwert im Land Kanada.
Strom wird mit Hilfe vieler im Land befindlicher Stauseen erzeugt. Kanada ist so genannter Netto-Exporteur von Energie, etwa 11% des Weltbedarfs werden hier erzeugt. Auch landwirtschaftliche Erzeugnisse werden in Kanada sowohl produziert als auch exportiert; an oberster Stelle steht hier der Weizen.

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