Der weite Weg weg von Wien nach Vancouver – Kanada

von Tini Wider

Es ist ein langer Weg und meine Geduld wird sehr auf die Probe gestellt. In Wirklichkeit bin ich einer der ungeduldigsten Menschen, die es gibt und habe mich auf etwas eingelassen, wo Geduld einer der Hauptfaktoren ist.

Der Anfang ist ganz kurz. 2002 verlieben mein Mann und ich uns in Vancouver und beschließen dahin zu ziehen. Einfach so. Ich starte ein erfolgreiches Networking. Wir beide (noch ohne Kinder und unverheiratet – mein Mann Amerikaner) werden aber  – da wir Filmschaffende sind – von allen Seiten nach L.A./USA gedrängt. Wir geben nach und planen um.

Ha. Weit gefehlt. Kurz vor „Prozessbeginn“ nach USA werde ich schwanger. Ein Baby? Ohne meine Mama – keine Chance. Also ab nach Wien – zurück nach Hause. Ab da liegen unsere Pläne eher brach. Und unsere zweite Tochter erblickt die Welt! Mein Mann studiert und ich befinde mich in der Babyblase. Sehr nett.  Aber so ganz ist das nicht „Meins“. 2007 geben wir unsere Application für „Skilled Worker“ ab. Die Antwort lautet: Prozessdauer 36-48 Monate – meldet euch nur wenn ihr umzieht oder sterbt 😉

Ich lege alles mal in die hinterste Schublade. 2008 juckts mich dann doch sehr. Ich fahre im Dezember für eine Woche nach Vancouver. Und trotz der Jahre und anderer Umstände (kalter nasser Dezember, allein und auf Meet- & Greettour – im Gegensatz zu 2002 – frisch verliebt, Indian Summer und nur Ferien im Sinn) bin ich dieser Stadt verfallen. Ich habe gute Treffen mit interessanten Leuten. Die Vancouver Filmschool bietet mit beinahe einen Job an. Es fühlt sich gut und richtig an.

Dann leider nix. Die VFS zerschlägt sich und auch sonst steht alles still. Doch plötzlich: Die Prozessbeginn-email der Botschaft. Trotz meines organisatorischen Talents komme ich an meine Grenzen. Gebe den ganzen Stoß an Unterlagen ab und: ….. die Dame an der Rezeption bläst keine Tusch ?!! Was?!! Nun ja. Erleichterung. Sie sagt:“ This could take a couple of weeks“ – Weeks – na bitte so lang es keine Jahre sind. Und nachdem ich per email nachhake – bekomme ich die Bestätigung, dass alles in den nächsten 12 – 15 Monaten geschafft sein soll. Kann natürlich auch eine Ablehnung bedeuten.

So. Also das ist mein aktueller Stand. Ich wünschte ich hätte ein Jobangebot. Aber da hab ich auch nur ein „Fake“ von einem lieben Bekannten, der mir zwar ein Angebot machen will, aber kann mich nicht wirklich einstellen …

Bis dahin ihr Lieben

Eure Tini

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