Tim Horton’s – eine kanadische Tradition

von Peter Iden

Die Zahl der Tim Horton’s Fast Food Restaurants in Kanada uebertrifft schon die von McDonald’s und allen anderen Fast Food Restaurants in unserem Land.

Als ich hier in 1954 ankam, tranken die Kanadier nur Tee – mit Milch und Zucker, zum Schrecken der Briten, die den Tee mit nach Kanada brachten und ihn im schlimmsten Fall nur mit einem Schuss Zitronensaft tranken!

Der Kaffee in den Restaurants damals war horrende: heisses Wasser, in das (der Legende zufolge) eine Kaffeebohne an einem Faden eingetaucht wurde, um dann wieder fuer die naechste Tasse gebraucht zu werden. In einigen Restaurants scheint das auch heute noch so zu sein!

Dann kam Tim Horton, einer der bekanntesten Hockey-Spieler fuer die Maple Leafs in Toronto, und eroeffnete den ersten Tim Horton’s „Coffee and Donut Store“ in Hamilton, Ontario in 1964.

Zum Kaffee gab es zuerst nur zwei Sorten von Donuts, beide von Tim Horton und seinen Leuten „erfunden“ und noch heute die populaersten der Donuts: der „Apple Fritter“ und der „Dutchie“.

Beim Kaffee selbst wird den Kunden versprochen, dass er alle 20 Minuten neu gebraut wird – was ich allerdings stark bezweifle. Aber der Tim Horton’s Coffee ist legendaer, und es gibt wohl kaum Kanadier, die ihn nicht schon einmal probiert haben. Fuer viele ist der „Timmie-Coffee“ der Anfang ihres Tages, schon weil die meisten Tim Horton’s 24/7 geoeffnet sind, und man sie nicht nur in separaten Laeden kaufen kann, sondern auch in Supermarkets, Tankstellen und ueberall. Unser neues Krankenhaus in Brampton hat drei Tim Horton’s Restaurants!

In 1967 hatte ein Tim Horton Angestellter die Idee, die ausgestampften „Loecher“ in den Donuts (deren Teig bis dahin wieder in die normale Donut-Produktion eingegliedert wurde), separat als „Timbits“ zu verkaufen. Der Erfolg dieser Idee war absolut phaenomenal. Heute gibt es 35 verschiedene Timbits-Geschmacks-Richtungen, genau so viele wie Donuts.

In den 1980’er Jahren fuehrte Tim Horton’s zahlreiche neue Produkte in ihr Angebot ein: Muffins (1981), Kuchen (1981), Croissants (1982), Kekse (1984), Suppen und Chili (1985).

„Sandwiches“ folgten in 1993 (heute mit 6 Varianten), Bagels in 1996, Capuccino in 1997, Mocha in 1999. In 2003 kam das „Turkey Bacon Club Sandwich“, sowie Pecan Danish Roll. Yoghurt mit Beeren, Zimtrollen und „Smoothees“ (ein kremiger Blender-Drink) folgten in 2005, und zuletzt in 2006 kamen dazu der „Chicken Salad Wrap“ und das „Breakfast Sandwich“.

Wie alle anderen „Fast Food“ Restaurants, so muss auch Tim Horton’s immer wieder neue Produkte anbieten. Darin sind sie bisher erfolgreicher als z.B. McDonald’s gewesen, wo einige ihrer neuen Produkte (wie z.B. das Rippchen-Sandwich) nach wenigen Wochen wieder zurueckgezogen wurden.

Harvey’s fuehrte vor etwas mehr als einem Jahr sehr erfolgreich einen „Premium-Burger“ aus dem besten Angus Beef ein. Heute gibt es Angus Burger bei fast allen Hamburger-Ketten. Sie sind wirklich ausgezeichnet!

Tim Horton’s serviert natuerlich keine Hamburger. Das macht Wendy’s nebenan, die ja heute derselben Firma gehoeren.

Tim Horton’s ist so typisch kanadisch, dass sie zuerst Probleme hatten, ihr Angebot in den USA einzufuehren, trotz der zehnfachen Bevoelkerung. Inzwischen hat die Kette jedoch etwa 500 Laeden in den USA, und mehr als 3,000 in Kanada.

Link zu Tim Horton’s: www.TimHortons.com

Peter Iden
Brampton, Ontario, Kanada

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3 Kommentare

Sarah 10. Januar 2011 - 10:30

Hallo.
Tim Horton’s hat den jährlichen Camp Day – ich denke das ist es, was Herr Baumann meinte.
Zum 20-minütigen Kaffe brühen. Das ist tatsächlich so. Alle 20 Minuten wird eine frische Kanne gebrüht. Ob das bei den kleineren, nicht ganz so ‚busy‘ Filialen auch tatsächlich so gehandhabt wird, das weiß ich nicht. Jedoch sind die 20 minutes Standard und Vorschrift.
Weiß es aus ‚erster Hand‘, da ich selbst mehrere Monate bei Timmies gearbeitet habe.

Regards, Sarah

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Peter Iden 14. Januar 2010 - 00:34

Das stimmt nicht ganz, Berthold.

McDonald‘ war die erste Kette, die Sozialdienste in 52 Laendern aktivierte und durch ihre „Ronald McDonald House Corporation“ Hunderte von Projekten fuer unterprivilegierte Kinder in 52 Laendern finanziert. Tim Horton’s konzentriert sich weit mehr auf „Hockey Team Sponsorship“ in Kanada, obwohl es auch einige andere Projekte in anderen Laendern gibt, welche von Tim Horton’s finanziert werden. Tim Horton’s ist jedoch, im Gegensatz zu McDonalds, nur in Nordamerika aktiv.

Ich habe persoenlich absolut nichts gegen dieses Konzept, denn auch Kanada hat genuegend Armut und Kinder, deren Eltern es sich ohne finanzielle Hilfe nicht leisten koennen, z.B. eine Hockey-Uniform fuer ihr Kind zu kaufen.

Die diversen Sozialdienste dieser beiden Firmen sowie fast aller anderen „Fast Food Companies“ auf diesem Gebiet zu beschreiben, waere zu weitlaeufig in diesem Rahmen. Es sollte genuegen, dass ich mit einigen von ihnen fast taeglich geschaeftlich zu tun habe.

Beste Gruesse,

Peter Iden.

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Berthold Baumann 13. Januar 2010 - 20:39

Hallo,

meinen kanadischen Bekannten zufolge ist „Timmies“ dort auch deswegen so beliebt, weil es eine der ersten Ketten war, die durch besonderes Sozailengagement auffiel, sprich Ferien für Kinder usw.

Gruß

Berthold

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