Ausblick auf die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver – Kanada – Teil 3

von Thomas Stuenkel

Am Freitag den 19. Februar 2010 wird dann das zweite Wettkampfwochenende der Olympischen Winterspiele 2010 in Kanada eingeläutet. Das erste Gold des Tages wird es am frühen Freitagmorgen wenn alles normal läuft für die Russische Föderation geben. Den beim Eiskunstlauf der Männer gibt es nur einen Topfavoriten: Jewgeni Pljuschtschenko. Alles andere als ein Sieg des Russen wäre wohl eine Sensation. Die zweite Entscheidung des Tages gibt es im Snowboard, wenn der Sieger in der Halfpipe gesucht wird. Hier gibt es zahlreiche Sportler, die die Chance haben, Gold aus Vancouver 2010 mit nach Hause zu nehmen. Ein ganz heißes Eisen ist aber sicherlich der Titelverteidiger Shaun White aus den USA.

Am Abend des 19. Februar 2010 gibt es dann sicherlich das Duell Österreich gegen die Schweiz, wenn im alpinen Super-G der Olympiasieger gekürt wird. Doch die Einheimischen hoffen natürlich, dass nicht die Schweizer Didier Cuche und Carlo Janka oder der Österreicher Michael Walchhofer Gold abräumen. Sie träumen viel mehr davon, dass es Gold für Kanada durch Manuel Osborne-Paradis oder Erik Guay gibt. Immerhin starten die beiden Kanadier mit Außenseiterchancen.

Beim letzten Wettkampf des 7. Tages der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver stehen dann die nordischen Langläuferinnen im Mittelpunkt bei der Doppelverfolgung über 2×7,5 Kilometer. Klare Favoritin auf Gold ist hier erneut die Polin Justyna Kowalczyk, die zu einer Art Superstar der Spiele in Kanada werden könnte. Um die Plätze dahinter wird es ein ordentliches Gerangel geben und insgesamt gibt es fast ein Duzend Medaillenkandidatinnen.

Den Auftakt am Samstag, den 20. Februar 2010 machen die Skeletonfahrer und –fahrerinnen. Bei den Damen hofft hier vor allem Kanada auf Gold. Denn Mellisa Hollingsworth konnte in dieser Saison immerhin den Weltcup gewinnen und war nach acht Saisonrennen im Tableau knapp vor der Britin Shelley Rudman sowie den beiden Deutschen Kerstin Szymkowiak und Marion Trott. Diese vier dürften hier im Normalfall die Medaillen unter sich ausmachen. Bei den Herren lautet der Wettkampf sicherlich Lettland gegen Deutschland. Denn mit Martins Dukurs und Tomass Dukurs lagen im Gesamtweltcup zwei Letten auf den Plätzen eins und vier, während Frank Rommel und Sandro Stielicke Zweiter und Dritter wurden. Außenseiterchancen hat hier ebenfalls ein Einheimischer: Jon Montgomery.

Wenn es dann Samstagabend in Europa ist, werden vor allem die Fans der USA Grund zum Jubeln haben, denn im alpinen Super-G der Damen ist Lindsay Vonn die klare Favoritin und im Eisschnelllauf der Herren über die 1.500 Meter führt der Sieg nur über Shani Davis aus den Vereinigten Staaten. Während Vonn praktisch konkurrenzlos scheint, könnte der Sieg im Eisschnelllauf auch an den Landsmann von Davis, Chad Hedrick, den Kanadier Denny Morrison oder den Norweger Havard Bökko gehen. In Whistler stehen am 20. Februar 2010 dann die letzten beiden Entscheidungen des Abends an. Zunächst suchen die Langläufer in der Doppelverfolgung über 2×15 Kilometer ihren Besten, ehe es beim Skispringen von der Großschanze wieder gilt, die Österreicher um Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer zu schlagen.

Gleich acht Entscheidungen stehen am 21. Februar 2010 auf dem Programm, wobei hier die Shorttrack-Entscheidungen über 1.000 Meter der Herren und bei den Damen über 1.500 Meter den Auftakt in der Nacht bilden. Am Abend europäischer Zeit sind dann mal wieder die Biathleten an der Reihe. Beim 15 Kilometer Massenstart der Herren lautet hier die Frage natürlich erneut, wer stoppt den Norweger Ole Einar Björndalen. Weitaus größer ist das Favoritenfeld hingegen bei der Freestyle Entscheidung des Tages. Im Ski Cross der Herren zählen der Schweizer Michael Schmid, der Norweger Audun Groenvold, der Tscheche Tomas Kraus, der Franzose Ted Piccard, der Österreicher Andreas Matt, der US-Amerikaner Daron Rahlves sowie Stanley Hayer, David Duncan und Christopher Delbosco (alle drei Kanada) zu den Favoriten.

Etwas übersichtlicher gestaltet sich das Teilnehmerfeld im Zweierbob der Herren am 21. Februar 2010. Denn hier werden sich im Normalfall die Teilnehmer aus der Schweiz und aus Deutschland die Medaillen teilen. Sowohl der Schweizer Ivo Rueegg, als auch Thomas Florschütz aus Deutschland hatten sich schon im Weltcup ein spannendes Duell unter Beteiligung der deutschen Andre Lange und Karl Angerer sowie dem Schweizer Beat Hefti geliefert. Außenseiterchancen werden hier einem Einheimischen eingeräumt: Lyndon Rush aus Kanada jedenfalls könnte für eine Überraschung sorgen. Keine Rolle spielt Kanada hingegen im Normalfall bei der Biathlon-Entscheidung im Massenstart der Damen über 12,5 Kilometer. Hier findet eher das Duell Schweden-Deutschland eine Fortsetzung. Ein beinahe sicheres Gold hingegen winkt Kanada bei der vorletzten Entscheidung des Tages im 1.500 Meter Rennen der Damen im Eisschnelllauf. Denn hier dominierten Kristina Groves und Christine Nesbitt die komplette Weltcupsaison und für Irene Wüst aus den Niederlanden, Martina Sablikova aus Tschechien und Daniela Anschütz-Thoms aus Deutschland dürfte es allenfalls darum gehen, Bronze zu gewinnen.

Der Abschluss eines langen Olympiawochenendes bleibt dann den alpinen Skirennläufern vorbehalten, wenn sie ihren Besten und einen Nachfolger für Benjamin Raich suchen. Der Österreicher selbst zählt auch vier Jahre nach Turin in Kanada zu den Favoriten. Mit Marcel Hirscher haben die Österreicher hier ein zweites heißes Eisen im Feuer, während die Schweiz wieder auf Carlo Janka hofft. Medaillenkandidaten sind ebenso der US-Amerikaner Ted Ligety sowie die Italiener Massimiliano Blardone und Davide Simoncelli.

Thomas Stünkel

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