Olympische Winterspiele in Vancouver: Norwegens Biathleten im Focus

von Thomas Stuenkel

Die norwegischen Biathleten haben den sechsten Wettkampftag der XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver dominiert. Zum Auftakt des Donnerstag sicherte sich die Norwegerin Tora Berger im Whistler Olympic Park Gold über 15 Kilometer mit einer überragenden Laufleistung und nur einem Schießfehler. Silber ging sehr überraschend an die Kasachin Elena Khrustaleva, die sich knapp vor der Weißrussin Darya Domracheva platzierte. Etwas enttäuscht waren die deutschen Biathletinnen Kati Wilhelm und Andrea Henkel, die auf den Plätzen vier und sechs landeten. Auf einem abgeschlagenen 49. Platz nur landete die Schwedin Helena Jonsson, die als Top Favoritin vor der Olympiade in Kanada galt.

Bei den Herren über die 20 Kilometer hatten dann die norwegischen Biathleten fast alles im Griff. Emil Hegle Svendsen und Ole Einar Björndalen sorgten für einen norwegischen Doppelsieg. Allerdings musste sich der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten, Björndalen, den zweiten Rang mit dem Weißrussen Sergey Novikov teilen, der nach 20 Kilometern im Whistler Olympic Park die exakt gleiche Zeit wie der Norweger hatte.

Zwischen den beiden Wettbewerben im Biathlon gab es die vierte deutsche Goldmedaille bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver zu bejubeln. Die Skirennläuferin Maria Riesch sorgte für den ersten deutschen Olympiasieg im Alpinbereich seit Hilde Gergs Slalomsieg 1998 in Nagano. Maria Riesch gewann die Super Kombination aus Abfahrtslauf und Slalom souverän vor der US-Amerikanerin Julia Mancuso, die wie schon in der Abfahrt sensationell den zweiten Rang erreichte. Bronze holte sich die Schwedin Anja Paerson, die am Vortag noch schwer gestürzt war. Die derzeit wohl beste Skirennläuferin Lindsay Vonn hatte nach der Abfahrt noch geführt, schied aber im Slalom aus.

Doch nicht nur Deutschland jubelte an diesem Donnerstag, den 18. Februar 2010 in Kanada, sondern auch die Gastgeber. Christine Nesbitt konnte sich nämlich im 1.000 Meter Rennen der Eisschnellläuferinnen im Richmond Olympic Oval Gold sichern. Die Kanadierin gewann hauchdünn vor den Niederländerinnen Annette Gerritsen und Laurine van Riessen. Enttäuschend war der 14. Platz der Deutschen Anni Friesinger-Postma, die – vermutlich aufgrund eines Eisfehlers – ins Stolpern geriet.

In der Nacht gab es dann eine riesige Überraschung im Eiskunstlauf der Männer. Denn Topfavorit und Titelverteidiger Jewgeni Plushenko konnte im Pacific Coliseum von Vancouver „nur“ Silber gewinnen. Den Sieg im Eiskunstlauf der Herren sicherte sich der US-Amerikaner Evan Lysacek. Bronze ging an den Japaner Daisuke Takahashi. Im letzten Wettbewerb des Tages gab es dann ebenfalls eine Überraschung. Die Australierin Torah Bright sicherte sich in der Halfpipe im Snowboard überraschend Gold vor der Titelverteidigerin Hannah Teter aus den USA. Es war das vierte Gold für Australien bei den Olympischen Winterspielen überhaupt und das erste in Vancouver 2010. Den dritten Platz bei dem Wettkampf im kanadischen Cypress Mountain sicherte sich Kelly Clark aus den USA.

Im Medaillenspiegel der XXI. Olympischen Winterspiele hat sich auf den ersten beiden Plätzen nichts verändert. Die USA führen mit nun sechs Mal Gold, fünf Mal Silber und sieben Bronzemedaillen vor Deutschland (4-4-3). Dahinter folgt nun allerdings Norwegen mit drei Mal Gold, drei Silbermedaillen und zwei Mal Silber. Gastgeber Kanada brachte es nun auf drei Mal Gold und Silber sowie eine Bronzemedaille und liegt damit auf Rang vier des Medaillenspiegels.

Thomas Stünkel

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