Unterwegs in Nova Scotia, Kanada – Tag 2

von Peter Iden

Mittwoch, 5. Juni 2002 – Hunts Point, Liverpool, Sherman Hines, Hank Snow, Natalie MacMaster.

Hunts Point Beach:

Sonnenaufgang. Ein langer Spaziergang, teilweise im Nebel, entlang des kurzen Strandes von Hunts Point Beach, dann durch den kleinen Fischereihafen (sehr huebsch) und auf die grossen Felsen vor dem Hafen. Hummernfallen auf den Docks. Farbenfrohe Fischerboote im Hafen. Strandlaeufer. Ein kurzer Sonnenaufgang, dann Wolken und ein paar Regentropfen. Es bleibt heute bei nur 9 Grad!

Sherman Hines Photo Museum:

Als wir unsere Erkundung von Liverpool beginnen, regnet es schon ziemlich stark. Wir holen unsere Tickets fuer die Natalie MacMaster Abend-Show ab. Dann besuchen wir das Sherman Hines Photo Museum in dem alten Rathaus von Liverpool (das Astor Theatre ist im selben Gebaeude). Wer an Fotografie interessiert ist, sollte das Sherman Hines Museum keinesfalls verpassen! Hier sieht man unglaubliche Sammlungen von Fotos und Kameras aus der Vergangenheit, inklusive der Fotografien bekannter kanadischer Kuenstler wie Youssuf Karsh, Edward Muybridge, Joseph Rodgers und vielen anderen.

www.shermanhines.com

Hank Snow Country Music Centre:

Das “Hank Snow Country Music Centre” hat sich im alten Eisenbahnhof von Liverpool eingenistet. Hank Snow wurde in Brooklyn, in der Naehe von Liverpool, geboren. In Liverpool jedoch fanden seine Andenken einen dauerhaften Platz in der Geschichte der “Country Music” und der Provinz Nova Scotia. Es ist absolut faszinierend, das gesamte Leben eines Menschen in einem Gebaeude zu sehen, von seinen Autos, seiner Kleidung, seinen Gitarren, seinen Konzerten, bis zu den Bildern mit den Spitzenstars der “Country Music” in Memphis, Tennessee und anderen Orten!

www.hanksnow.com

Piraten und Murals (Wandbilder):

Liverpool, welches genau wie das Liverpool in England am Mersey River liegt, nennt sich “The Port of the Privateers” (der Hafen der Piraten), weil die “Privat-Piraten” von hier aus den Atlantischen Ozean unsicher machten. Sie waren gleichzeitig die Beschuetzer des Ortes, denn niemand wagte es, Liverpool anzugreifen. Als Dank dafuer haben die Einwohner von Liverpool mehrere Gebaeude mit “Murals” bemalen lassen. Das sind grosse Bilder, welche die Geschichte der Ortschaft erzaehlen. Aehnliche Bilder haben wir in Chemainus auf Vancouver Island gesehen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Liverpool%2C_Nova_Scotia

Mittagessen wird uns von Brenda im “Seascape Restaurant” vorgeschlagen, doch wir machen den Fehler und gehen anstatt dessen in das “Seaside Restaurant”. Nichts als “deep fried food”, aber wir sind hungrig und bestellen “Fish and Chips, Scallops and Potato Salad”. Nichts Besonderes.

Nach dem Mittagessen (es regnete schon seit etwa 9 Uhr morgens) fahre ich nochmals nach Liverpool und sehe mir die grossen Murals sowie das alte Fort Point Lighthouse an. Das handgehaltene Nebelhorn darf ich auf Anweisung der Dame im winzigen Geschenkladen im Erdgeschoss ein paarmal pumpen, auch wenn draussen kein Nebel, sondern nur Regen ist. “Wenn erst einmal die Touristen kommen, duerfen sie das nicht mehr” sagt sie mir. “Das bringt uns sonst zum Wahnsinn!”.

http://marinas.com/view/lighthouse/1306_Fort_Point_Lighthouse_Liverpool_NS

Natalie MacMaster:

Unser Abendessen in unserer Cottage vor dem Konzert von Natalie MacMasters besteht aus “Packers Pride Lobster Meat” (nicht aus NS, sondern aus PEI – $ 14.99 bei Sobie’s) mit Roestbrot, aufgewaermter Butter und einem Glas Wein (vielleicht auch zwei). Koestlich!

Das von uns mit Spannung erwartete Konzert hatten wir schon von Toronto aus vorausgebucht. Unser Glueck, denn das Theater ist “proppevoll” mit ihren Nova Scotia Fans! Sie hat diese – und auch uns – bald mit rhytmischem Klatschen und Fuessestampfen als Begleitung. Die Cape Bretoners in der Audienz jauchzen jedes mal auf, wenn eines ihrer Heimatlieder erklingt. Aber Natalie spielt auch andere Stuecke, wie z.B. das italienische “Torna a Sorriento” und sogar ein kurzes Flamenco-Stueck mit ihrem Guitarristen! Die Show steigert sich immer mehr, bis die attraktive, relativ zierliche Violinistin in rasendem Tempo ueber die Buehne springt, mit keltischen “Riverdance” Fusstaenzen, Steppschritten, ohne jemals einen einzigen Bogenstrich auf ihrer “fiddle” (Violine) zu verpassen! Eine erstaunlich dynamische Show mit einer Kuenstlerin, die uns mehr gibt, als wir erwartet hatten!

Waehrend der Show steht ein kleines 3-jaehriges Maedchen mehrmals auf und tanzt im Mittelgang zwischen den Sitzen, mit den richtigen Arm- und Beinbewegungen. Einige der Kinder hier fangen schon sehr jung zu tanzen an! Natalie steigt von der Buehne herunter und tanzt einige Zeit mit der Kleinen, wieder ohne einen Bogenstrich zu verpassen.

www.nataliemacmaster.com

Der Teil “Unterwegs in Nova Scotia, Kanada – Tag 3″ folgt morgen.

Peter Iden
Brampton, Ontario, Kanada

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