Unterwegs in Nova Scotia, Kanada – Tag 5

von Peter Iden

Sonnabend, 8. Juni 2002 – Liscombe River, Sherbrooke, Cape Breton Island, Bras d’Or Lake, Rita’s Tea Room, Mira Bridge und River, Louisbourg.

Liscombe River:

Kuehler Morgenspaziergang entlang des Liscombe River. Rauschende Wasserfaelle und Stromschnellen, stille Waldpfade entlang des Flusses. Vogelgesang. Viele Wildblumen im Wald. Ein einsamer Forellenfischer steht auf einem Felsen, seine Angelleine zischt in der relativen Stille zwischen den Wasserfaellen. Nebelschwaden, die sich im ersten Sonnenschein aufloesen. Die “blackflies” sind noch nicht aufgewacht. Eine Bank am Fluss und Wasserfall laedt zum Rasten ein. Absoluter Frieden!

Sherbrooke:

Nach dem Fruehstueck machen wir uns auf den Weg nach Sherbrooke, ein Dorf aus dem 19. Jahrhundert, welches im Gegensatz zu vielen anderen historischen Ortschaften genau so erhalten und wieder erbaut wurde, wie es einst existierte. In fast jedem Haus kann man sehen, wie es damals war: Buchdruckerei, Schmiede, Telefondienste, Kirche, Kramladen, Drogerie, alle werden noch genau so vorgefuehrt wie es einmal vor 150 und mehr Jahren war. Es gibt viele solcher historischen Orte in Kanada, aber Sherbrooke ist einer der besten.

http://museum.gov.ns.ca/sv/index.php
http://en.wikipedia.org/wiki/Sherbrooke,_Nova_Scotia

Weiter nach Cape Breton Island:

Nach Norden auf dem Highway 7. Das Tal erweitet sich. Wir stellen uns vor, in den Schottischen Highlands zu sein. Viele Schotten siedelten sich hier an, und nach den Namensschildern zu urteilen, sind sie immer noch hier. Schottische Namen erkennt man meistens an der Vorsilbe “Mac”, irische an der Vorsilbe “Mc”. Aber nicht unbedingt immer!

“Ciad Mile Failte”:

Bald sind wir auf dem “Super-Highway” nach Cape Breton Island. Der “Canso Causeway” ist lediglich ein aufgeschuetteter Damm ueber die “Canso Strait”, mit einer Lift-Bruecke, welche groesseren Booten erlaubt, dort durchzufahren. Ein Wegzeichen, welches wir noch oefter sehen werden, begruesst uns auf Cape Breton: “Ciad Mile Failte” (Hunderttausend Mal Willkommen!), die alte gallische Begruessung der ersten schottischen Siedler. Dann geht’s bergaufwaerts, zuerst nach Port Hawkesbury. Unattraktiv, kommerziell, aber es gibt einen “Liquor Store” (sehr wichtig!), wo wir uns mit Cape Breton Weinen eindecken. Es ist Sonnabend. Die junge Dame an der Kasse bekreuzigt sich entsetzt, als wir ihr erzaehlen, dass die Alkohollaeden in Toronto auch am Sonntag geoeffnet sind!

http://en.wikipedia.org/wiki/Canso_Causeway

Bras d’Or Lake:

Der 104 erweitert sich hier, und wir sind sehr schnell in St. Peter’s, wo die Strasse in die “Bras d’Or Lake Route” muendet. Allerdings sehen wir kaum etwas vom Bras d’Or Lake, bis wir nach Johnstown kommen. Danach sehen wir sehr viel von dem Inland-See, herrlich im Sonnenschein und bei 17 Grad Celsius, jedoch nicht ohne die Horden von unermuedlichen “blackflies”.

http://novascotia.com/site-ns/media/novascotia/BrasdOr.pdf
http://www.brasdor-conservation.com/explore.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Bras_d’Or_Lake

Rita’s Tea Room:

In Big Pond sollte man es nicht vergessen, bei “Rita’s Tea Room” einzukehren. Eigentlich mehr als ein Raum: ein Restaurant, ein Geschenkladen, ein “Museum”. Rita MacNeill ist eine grosse Saengerin mit einer sehr grossen Stimme. Sie verkoerpert Cape Breton mit ihren Liedern ueber die Arbeiter in den jetzt geschlossenen Kohlenminen der Insel, sowie ueber das karge Leben der “Cape Bretoners”. “Afternoon Tea, Cinnamon Buns, Scones and Vanilla Cupcakes” bei Rita MacNeil sind ein Erlebnis, welches sich viele Tausende ihrer Fans jedes Jahr leisten!

http://www.ritamacneil.com/tearoom.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Big_Pond,_Nova_Scotia

Mira Bridge und River:

Nicht direkt am Mira River, dem laengsten Fluss in Nova Scotia, sondern an einem kleinen Seitenfluss, dem Salmon River, haben sich Peter und Silvia Kozlik vor wenigen Jahren angesiedelt. Hier betreibt Peter einen Kanu-Verleih und -Verkauf fuer Paddler und Naturfreunde, die die Salmon- und Mira-Fluesse erkunden wollen. Wir bleiben etwa zwei Stunden, dann fahren wir teilweise entlang des sehr breiten Mira Rivers nach Louisbourg, welches uns mit einem dichtem Nebelteppich empfaengt. (Anmerkung: Peter und Silvia Koslik leben seit 2005 in Calgary, Alberta).

http://www.novascotiaparks.ca/parks/mira.asp
http://en.wikipedia.org/wiki/Mira_River_(Nova_Scotia)

Louisbourg:

Unsere Motel-Unterkunft in Louisbourg, grossspurig “Fortress Inn” benannt, ist nicht weiter zu empfehlen. Duestere Raeume, ein sehr unfreundliches Dekor, dunkle “Sparlampen”, ein nicht allzu sauberes “Durchgangslager” fuer Touristen. Sicher gibt es weit bessere Unterkuenfte in Louisbourg und Umgegend. Aber es ist schon spaet und wir sind muede von der langen Fahrt. Am Morgen fahren die Kammerfrauen mit ihren “geliehenen” Einkaufswagen von Raum zu Raum. Wir machen uns schnellstens auf den Weg zum Fort Louisbourg.

Der Teil “Unterwegs in Nova Scotia, Kanada – Tag 6″ folgt morgen.

Peter Iden
Brampton, Ontario, Kanada

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