Weiterhin Spannung bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Kanada

von Thomas Stuenkel

Der Kampf um die Position 1 im Medaillenspiegel der XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 war am gestrigen Donnerstag kaum zu überbieten. Denn die vier führenden Nationen USA, Deutschland, Kanada und Norwegen konnten alle erneut zahlreiche Medaillen sammeln, und alle vier durften auch wieder mindestens eine(n) Olympiasieger(in) feiern.

Aus kanadischer Sicht überstrahlte an diesem 13. Wettkampftag das Gold im Eishockey alles. Die kanadischen Frauen konnten das Finale gegen den Erzrivalen mit 2:0 gewinnen. Damit konnte Kanada das Gold aus Turin 2006 verteidigen. Heldin des Spiels im Canada Hockey Place war Marie-Philip Poulin mit ihren beiden Toren für Kanada gegen die US-Amerikanerinnen, die sich im Vergleich zu Turin immerhin steigern konnten, holten sie dort „nur“ Bronze. Im Spiel um die Bronzemedaille in Vancouver 2010 gewann Finnland das skandinavische Duell gegen Schweden mit 3:2.

Dagegen konnte die USA in der Nordischen Kombination an diesem 13. Wettkampftag gleich doppelt jubeln. Denn Bill Demong und Johnny Spillane feierten im Einzel einen Doppelsieg. Die beiden Kombinierer setzten sich nach einem Sprung von der Großschanze und dem anschließenden 10 Kilometer Langlauf vor dem Österreicher Bernhard Gruber. Allerdings wird dieser Wettbewerb der XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 nicht in bester Erinnerung bleiben. Denn beim ersten Teil des Wettkampfes herrschten mehr als irreguläre Bedingungen und den unfairen Voraussetzungen mit wechselnden Winden und Schneefall fielen die Athleten zu Opfer, die den Weltcup in der Nordischen Kombination in dieser Saison beherrschten. Die Jury konnte sich aber nicht dazu durchringen, allen Sportlern im Whistler Olympic Park die gleichen Voraussetzungen zu bieten, und ihn beispielsweise zu verschieben.

Dazu hatten sich ja die Verantwortlichen beim Riesenslalom der Damen im alpinen Skibereich tags zuvor entschieden. So wurde am gestrigen Donnerstag der 2. Durchgang ausgetragen. Gold holte sich hier die junge Deutsche Viktoria Rebensburg. Mit einem beherzten Rennen in Whistler Creekside konnte die Bayerin das zweite Gold im alpinen Skibereich für Deutschland in Vancouver 2010 einfahren. Ein wenig kurios die weiteren Platzierungen. Die Slowenin Tina Maze holte sich zum zweiten Mal Silber bei der Winter-Olympiade in Kanada und Elisabeth Görgl aus Österreich gewann innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal Bronze. Die Skifahrerin aus der Alpenrepublik hatte nach dem ersten Durchgang noch geführt, doch der jungen Deutschen Viktoria Rebensburg gelang im zweiten Durchgang ein fast perfekter Lauf.

Perfekt war auch die Vorstellung der Damen aus Norwegen in der 4×5 Kilometer Langlauf Staffel am 13. Wettkampftag in Kanada. Souverän gewann das Quartett Gold. Damit sicherte sich Schlussläuferin Margit Bjoergen  bereits ihr drittes Gold bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010. Silber holte sich das deutsche Team, das sich vor den amtierenden Weltmeisterinnen aus Finnland durchsetzte. Enttäuschend war der Auftritt der Titelverteidiger aus Russland, die die 4×5 Kilometer der Staffel im Whistler Olympic Park auf Rang 8 beendeten. Gold im Eiskunstlauf der Damen sicherte sich die Südkoreanerin Yu-Na Kim vor der Japanerin Mao Asada. Bronze ging an Joannie Rochette aus Kanada.

Zudem gab es vergangene Nacht auch eine Premiere. Erstmals holte ein Sportler aus Weißrussland eine Goldmedaille bei Olympischen Winterspielen. Dies war dem Freestyler Alexei Grishin vorbehalten, der sich im Springen hauchdünn vor dem US-Amerikaner Jeret Peterson durchsetzte. Bronze ging an Zhongqing Liu aus China.

Im Medaillenspiegel liegt nun nach 70 von insgesamt 86 Entscheidungen die USA wieder in Front. Die Sportlerinnen und Sportler aus den Vereinigten Staaten sammelten bei der XXI. Winterolympiade bislang acht Mal Gold und jeweils 12 Mal Silber und Bronze. Knapp dahinter rangiert das deutsche Team mit ebenfalls acht Mal Gold, elf Mal Silber und sieben Bronzemedaillen. Rang drei nimmt der Gastgeber aus Kanada ein (8-6-3). Weiterhin in Schlagdistanz ist auch Norwegen mit sieben Gold-, sechs Silber- und sechs Bronzemedaillen.

Thomas Stünkel

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