Unterwegs in Nova Scotia, Kanada – Tag 8

von Peter Iden

Dienstag, 11. Juni 2002 : Ingonish, Coves, Dingwall, North Cape.

Der Regen hat aufgehoert, Zwar noch wolkig um 07:00, aber mehr und mehr sonnige Perioden und blauer Himmel! Wir halten kurz an der St. Peter’s Anglican Church in Ingonish, ein huebsches schwarz-weisses Holzgebaeude, wie so viele Kirchen in Nova Scotia.

Green Cove, Black Brook Cove, White Point Loop:

Von hier nordwaerts muessen wir sehr oft anhalten. Das ist ein absolutes “Muss” fuer Fotografen. Die “Coves” nehmen kein Ende, mit immer neuen herrlichen Aussichten. An der “Green Cove” reden wir einige Zeit mit einem netten Ehepaar (er aus Deutschland, sie aus Frankreich), die ihr Leben in etwa dreimonatige Aufenthalte in Florida, California, Kanada und Deutschland aufteilen. Auch sie wollen den Cape Breton Trail in einem einzigen Tag schaffen. Was sie dadurch verpassen, ahnen sie nicht.

Black Brook Grove, spektakulaer mit Wasserfall und ein toller Platz fuer ein Picnic, sowie der “White Point Loop” mit einem kurzen “side trip” zum White Point duerfen nicht vergessen werden. Bei White Point liegt ein ausgezeichneter Resort mit einem herrlichen Strand, wo man bereits (wie auch in den Keltic und Liscombe Lodges) ein Zimmer fuer $ 99.00 haben kann. Die Lodge ist den Preis wert – auch wenn wir nicht dort uebernachteten, sondern sie nur kurz besuchten.

http://www.whitepoint.com/

Markland und Cape North:

Der “Markland Resort”, wo wir uns ueber das Internet fuer zwei Tage eingebucht haben, ist anfaenglich etwas enttaeuschend! Die Cottageraeume sind gross, jedoch sehr dunkel, weil sie innen 100% mit Zedernholz ausgekleidet sind. Sie haben kaum Gaeste, und ihr Restaurant ist nur am Wochenende geoeffnet. Die Aussicht ist allerdings spektakulaer. Wir packen nicht aus, sondern beginnen sofort unsere Tour zum “North Cape”. In Cape North essen wir im “Morrison’s Restaurant” (sehr nett) Muscheln, Stockfisch und gebackene Kartoffeln.

Die Kilometer-Fresser:

Neben uns sitzen vier Motorradfahrer aus Delaware. Sie haben keine Ahnung, wo sie waren oder wo sie hinwollen, nur dass sie ihr taegliches Pensum von 600 km absolvieren muessen! Typisch fuer Amerikaner! Typisch auch fuer Deutsche und andere Europaer. Meine Frau und “Navigatorin” zeigt ihnen den Weg auf der Karte.

Spaeter trafen wir einen anderen Amerikaner, der uns stolz erzaehlte: “Ich habe diese Breton-Strasse heute morgen umfahren, heute nachmittag werden wir auf die St. Edward-Insel fahren (er meinte damit Prince Edward Island). Absolut keine Ahnung, dass die Bruecke nach PEI mehr als 500 km entfernt in New Brunswick liegt!

Meat Cove und Cape North:

Fuer die Strasse nach Cape North und Meat Cove gibt es nur Superlative. Die beruehmte “Postkartenansicht” auf aller Literatur ueber Cape Breton (in der Naehe von Presqu’ile) verblasst vor dieser Strecke! Zwar geht die Strasse weder zum Cape North noch zum Cape St.Lawrence, die aeusserste Spitze von Nova Scotia, denn sie haelt vorher bei Bay St.Lawrence und bei Meat Cove auf. Danach kann man sich auf Schotterwegen noch dichter an die beiden Kaps heranwinden, aber es geht ueber Privatland, nur mit Erlaubnis!

Die Strasse bis Meat Cove windet sich um Berge mit unwahrscheinlichen Aussichten und wird dann zu einer Schotterstrasse, auf der man immer wieder neue Vistas und Fotografierpunkte entdeckt! Man hat nicht nur das Gefuehl, in einer anderen Welt zu sein, man ist tatsaechlich dort. Eine 60 km lange, mehr als lohnende Hin- und Rueckfahrt!

Einsamkeit und kaum Tourismus:

Hier in Northern Cape Breton liegt die wahre Seele der Insel, in den kleinen Fischerei-Orten, in den einsamen Buchten und Straenden, in den erstaunlichen Vistas entlang des Ozeans. Nur wenige Leute fahren diese Strecke, weil sie nicht in der Literatur angepriesen wird. Das ist wohl gut so, denn die Strasse ist wirklich nicht so ausgebaut wie der “Cabot Trail”. Wer nur wenig Zeit hat, sollte sich nur auf die Strecke zwischen Wreck Cove auf der Westseite und Cheticamp auf der Ostseite konzentrieren, inklusive der Neils Harbour-White Point-Smelt Brook-South Harbour Schleife und der Cape North Strasse.

Aber die eindruckvollste Strecke liegt zwischen Bay St. Lawrence (kurz vor Capstick – ist einen kurzen Abstecher wert) und von dort nach Meat Cove.

Als Nachsatz jedoch las ich im Internet, dass es in Meat Cove heute eine kleine “Lodge” gibt (well, jedenfalls eine Cabin; der Begriff “Lodge” wird in Kanada oft missbraucht), in der man uebernachten kann. Der Eigentuemer bietet seinen Gaesten sogar ein “Internet Cafe” an (oh nein, hier am “Ende der Welt”?). Der Camping Platz ist spektakulaer, mit einer fantastischen Aussicht auf die Cove und den Ozean.

http://northerncapebreton.com
http://www.meatcoveoceanviewlodge.com/

Ein einsamer Mann maeht das Gras auf einem Berg, der es nicht noetig hat. “Warum?”, frage ich ihn. “Weil ich hier bin und weil es gemacht werden muss!”, sagte er! “Siehst du jemals die Schoenheit deiner Umgegend?” ist meine naechste Frage. “What do you mean?” fragt er (Was meinst du damit?). Dann zerstoert der Krach seiner Maschine wieder die herrliche Stille!

Giovanni, Juan oder John Cabot und dann der Columbus:

Nicht zu vergessen: Der Gedenkpark fuer den nasenlosen Mann mit den vielen Namen: Giovanni Caboto (in Italien), Juan Caboto (in Spanien), Jean Cabot (in Frankreich), und als John Cabot (in Kanada)., der Entdecker des nordamerikanischen Festlandes am 14. Juni 1497, also im gleichen Jahr, als ein anderer Italiener, Amerigo Vespucci, das nach ihm benannte Festland Amerika entdeckte.

Ein dritter Italiener, ein gewisser Cristoforo Colombo – ebenfalls mit mehreren Namen, darunter Christopher Columbus – nahm spaeter den Kredit fuer diese Entdeckungen an sich, obwohl er zu dem Zeitpunkt schon wieder anders herum nach Indien gesegelt war, weil er auf seinen 4 Seefahrten ueber den Atlantik (zuerst in 1492) dort kein Indien, sondern nur einige der der karibischen Inseln fand! Vespucci ist heute fast total vergessen, Cabot lebt noch in einigen Namen (Cabot Strait, Cabot Trail, Cabot Head etc.) sowie in den kanadischen Geschichtsbuechern weiter. Ach ja, die Nase: scheinbar gefiel irgend jemand die Nase an der Statue von John Cabot nicht, und er schlug sie ihm ab!

http://epe.lac-bac.gc.ca/100/205/300/nova_scotias_electric_scrapbook/07-04-09/ns1763.ca/victco/aspycabot.html
http://www.answers.com/topic/john-cabot

Markland Coastal Resort:

Der “Markland Coastal Resort” liegt am Ende der Strasse nach Dingwall. Die grosse “Lodge” ist sauber und sehr geraeumig, mit einem grossen Restaurant, welches leider zur Zeit unseres Besuches noch geschlossen war. Anfang Juni ist noch nicht Hauptsaison auf Cape Breton Island. Die Cottages enthalten 2 bis 3 abgeschlossene Raume, die besonders Holzliebhabern gefallen werden. Absolut alles ist aus dunklem Holz gebaut. Wir sollen $ 99 bezahlen, bekommen aber eine “Special Rate” von $ 79, finden jedoch spaeter, dass sie sich auch unser “down payment” ($ 52) einkassierten!

http://www.marklandbeachcottages.com/

Aspy Bay Straende:

Der Markland Resort hat seinen eigenen herrlich einsamen Sandstrand mit einem Fluss, einem See und einer Bucht. Der beste Strand jedoch liegt entlang der Aspy Bay noerdlich von Dingwall. Es ist zweifellos der schoenste und beste Strand, den wir auf unserer Reise besucht haben. Man kann ihn beim John Cabot Park (wenige Kilometer von North Harbour, auf der rechten Seite, leicht zu verpassen!) und an mehreren anderen Stellen erreichen. Die Straende hier sind einsam und eignen sich vorzueglich zum Wandern entlang des Ozeans und zum “Beachcombing”, dem Sammeln von Treibholz und anderem Schwemmgut.

http://aspybay.ca/ncb/aspybay_about.htm

Wandern auf Cape Breton:

Ueberhaupt ist Cape Breton vorzueglich zum Wandern geschaffen. Es gibt zahlreiche “Hiking Trails, auf denen man die Landschaft und ihre wilde Schoenheit besser kennen lernen kann.

http://www.cabottrail.com/info/hiking.htm
http://www.explorenovascotia.com/trails/index.cfm?rid=2

Octagon Arts Center:

Direkt neben dem Markland Resort ist das “Octagon Arts Center”, ein grosses Kulturzentrum mit zahlreichen Musikveranstaltungen, klassischen (u.a. auch von einem deutschen Streichquartett!), aber hauptsaechlich zahlreichen “Ceilidhs” (“Kaeilies” gesprochen), das sind die Zusammenkuenfte sowie Konzerte bekannter keltischer Musikanten aus Cape Breton.

http://www.capebretonisland.com/highlands/markland/octagon.cgi

Unterkuenfte in Northern Cape Breton:

http://www.capebretonisland.com/northernhighlands/

Peter Iden
Brampton, Ontario, Kanada

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