Verlockende Winteridylle – Der Auyuittuq-Nationalpark in Kanada

von Thomas Stuenkel

Mit einer Gesamtfläche von etwa 20.500 Quadratkilometern ist der Auyuittuq-Nationalpark einer der größten Nationalparks Kanadas. Dank seiner einzigartigen Lage auf der Cumberland-Halbinsel im Südosten der Baffin-Insel, die das größte Eiland des kanadisch-arktischen Archipels darstellt, kann der Nationalpark nicht nur durch seine Größe, sondern vor allem durch seine landschaftlichen Reize überzeugen.

Nachdem die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Eröffnung des Nationalparks bereits 1972 geschaffen wurden, konnte dieser im Jahre 1976 seine Pforten öffnen. Doch erst im Februar 2001 erhielt der Park auch nach der kanadischen Nationalpark-Verordnung den offiziellen Status als Nationalpark des Nunavut-Territoriums.

Im südöstlichen Teil des Auyuittuq-Nationalparks befindet sich das absolute Highlight der gesamten Region, der legendäre Akshayuk-Pass. Auf einer Länge von fast 100 Kilometern schlängelt sich die Route quer über die Cumberland-Halbinsel und verbindet den Cumberland-Sund mit der Davisstraße. Der Akshayuk-Pass ist aber weitaus mehr als eine reine Verbindung, sondern erweist sich immer wieder als herrliches Ski- und Wandergebiet. Spektakuläre Ausblicke über die Cumberland-Halbinsel, eindrucksvolle Gletscher und der am höchsten Punkt des Passes gelegene Summit Lake sorgen für unvergessliche Erlebnisse und machen einen Besuch im kanadischen Auyuittuq-Nationalpark äußerst lohnenswert.

Das polare Meeresklima, das im Auyuittuq-Nationalpark, sowie auf der gesamten Cumberland-Halbinsel vorherrscht, sorgt für kalte und lange Winter, denen ein recht kühler Sommer gegenüber steht. Aus diesem Grund ist auch der Tourismus in den Wintermonaten recht eingeschränkt. Wagemutige können aber bereits im späten Frühling eine Tour auf dem Akshajuk-Pass wagen, der am besten mit dem Motorschlitten oder Skiern passiert werden kann.

Wer diese herrliche Kulisse lieber auf Schusters Rappen erleben möchte, sollte sich hierfür den Sommer aussuchen. So ist es ratsam Fußwanderungen im Auyuittuq-Nationalpark zwischen Mitte Juli und Ende August zu unternehmen. Touristen dürfen dann aber keinesfalls sommerliche Temperaturen erwarten, denn die Jahreshöchstwerte, die für gewöhnlich im Juli erreicht werden, betragen etwa 10°C. Auf plötzliche Wetterwechsel sollte man ebenfalls stets vorbereitet sein, denn insbesondere in den höheren Lagen des Akshayuk-Passes kann das Wetter schnell umschlagen.

Die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt im Nationalpark Auyuittuq entschädigt Besucher jedoch für jedes Unwetter und belohnt sie mit einer enormen Artenvielfalt, die Ihresgleichen sucht. In den eisfreien Zonen des Parks findet man unter anderem Moose, Flechten, sowie insgesamt über 110 höhere Blütenpflanzenarten. Die arktische Flora hat also durchaus ihren Reiz und auch das eine oder andere seltene Pflänzchen zu bieten, das es anderswo nicht zu sehen gibt.

Der Auyuittuq-Nationalpark bietet aber auch zahlreichen Tieren eine geschützte Heimat. So haben hier unter anderem Hermeline, Polarfüchse, Barrenland-Karibus, Wanderfalken, Kanadagänse und Wasser-Piepern einen idealen Lebensraum gefunden, in dem sie sich frei entfalten können. Mit etwas Glück können Wanderer bei einer Tour durch den Nationalpark ein paar Tiere in freier Wildbahn erleben. Insbesondere an den Küstengewässern lohnt es sich Ausschau zu halten, denn vor der Küste der Cumberland-Halbinsel sind zahllose Meeressäuger heimisch. Sattelrobben, Walrosse, Ringelrobben, Grönlandwale und viele weitere Meeresbewohner kann man hier mit etwas Geduld zu Gesicht bekommen. Zudem ist es im Spätsommer auch nicht ausgeschlossen, einen majestätischen Eisbären bei der Jagd beobachten zu können. Ein Besuch im kanadischen Auyuittuq-Nationalpark wird also mit Sicherheit zu einem unvergesslichen Erlebnis und hält für Besucher, die ihren Urlaub einmal ganz besonders gestalten möchten, einige Highlights bereit.

Thomas Stünkel

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