Die Sanddünen und Badlands von Kanada

von Peter Iden

Kanada - SanddünenSand und Wasser gehoeren zusammen wie Schnee und Eis, Wolken und Regen, Wind und Wetter, Waerme und Kaelte und viele andere Elemente unserer Erde.

Wo Wasser ist, ist auch Sand. Wasser und Wind bewegen Sand. Zwar ist es nicht immer so, wo z.B. Wasser und Felsen zusammen treffen, aber Sand ist schliesslich nichts anderes als von den Elementen zerkleinerte Nachbleibsel von Steinen und Geroell.

Die Naturgewalten der Grossen Seen in Kanada haben im Laufe der Jahrmillionen enorme Berge von Sand hinterlassen, die sich zu Inseln und Duenen zusammen gefunden haben.

Um den Begriff “Sand” zu vereinfachen: aller Sand auf der Erde stammt von vulkanischen Gesteinen, die im Laufe der Jahrmillionen von Wind, Wasser, Wetter, Gletschern und anderen klimatischen Einfluessen zermahlen, zerkleinert, gerundet und geblichen wurden.

Duenen sind eigentlich eine “Wuesten-Formation”, eine Landform, die ungefaehr 1/3 der Erdoberflaeche einnimmt. Die groessten “Wuesten” unserer Erde sind tatsaechlich nicht die afrikanische Sahara, die Karakorum oder andere Wuesten von Zentral-Asien, sondern die Polar-Regionen. Sand dagegen bedeckt nur ungefaehr 20% der Erdoberflaeche.

Sand im Landes-Inneren jedoch, wie in Afrika, Nord-Amerika, Asien und anderen Teilen der Welt ist ein Anzeichen, dass sich dort einst grosse Ansammlungen von Wasser
befanden, welche man praktisch als Ozeane ansehen konnte.

“Badlands” und Wuesten sind insofern verwandt, dass sie sehr wenig Niederschlag in der Form von Regen und Schnee sehen. Prairien sind eine andere Art von “Trockenland” Die subtilen Unterschiede zwischen diesen verschiedenen – jedoch verwandten – Landformen zu erklaeren wuerde in diesem Rahmen zu weit fuehren.

Die kanadischen “Badlands” liegen vorwiegend in Sued-Alberta, obwohl auch British Columbia einen kleinen Anteil davon hat. Einst eine Gegend mit tropischem Klima und der dazu gehoerenden Tierwelt wie z.B. die Dinosaurier, wurde sie durch geologische und klimatische Aenderungen zu dem, was sie heute ist: ohne Zweifel eine Wuesten-Landschaft, aber vom naturgeschichtlichen und geologischen Standpunkt eine aeusserst faszinierende.

Duenen formieren sich dort, wo die Winde den angeschwemmten Sand uneingeschraenkt an den Strand oder in das Inland befoerdern koennen.

Die Inseln und Halbinseln im Ontario-See und am Erie-See z.B., wie die Toronto Islands, Pelee Island, Long Point, Point Pelee und viele andere sind Ansammlungen von Schwemmsand aus den Fluessen der Umgegend, die sich ueber Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen gebildet haben. Dort gibt es keine Felsen, sondern eben nur Sand, der im Lauf der Zeit von der Vegetation ueberwachsen wurde.

Straende kann man eigentlich nicht als Duenen bezeichnen, obwohl sie denselben Ursprung haben, naemlich Schwemmsand aus Fluessen. In den Grossen Seen von Kanada gibt es Tausende von Straenden, von denen einige die groessten Suesswasser-Straende der Welt sind, wie z.B. die Wasaga und Sauble Beaches in Ontario.

Sandduenen koennen sehr flach und groesstenteils ueberwachsen sein, wie z.B. an den Sauble und Wasaga Beaches. Der Blueberry Plains Trail im Wasaga Beach Provincial Park fuehrt durch 50 km dieser ueberwachsenen Duenen-Landschaft.

Oder sie koennen sich, wie an anderen Plaetzen der Grossen Seen, bis zu 30 Meter hoch auftuermen. Zwei der erstaunlichsten Sandduenen der Grossen Seen, 12 bis 25 Meter hoch, befinden sich im Sandbanks Provincial Park am Ostende des Ontario-Sees.

http://www.ontarioparks.com

In New York bestehen etwa 30 km der Ostkueste des Ontario-Sees aus Duenen und verwandten “wetlands”.

Auch am Lake Erie gibt es zahlreiche Duenen. Die Long Point Halbinsel besteht z.B. hauptsaechlich aus Duenen. Point Pelee und Rondeau Park haben zwar keine “Duenen-Landschaften”, sind jedoch ebenfalls von Wasser und Wind angeschwemmte Halbinseln.

Sandhill Park bei Port Burwell ist ein Privat-Park und Trailer Camp neben einer grossen Sandduene, aeuesserst spektakulaer und eines unserer ersten Camping-Abenteuer mit unserer jungen Familie in den 1960’er Jahren.

http://sandhillpark.com/about.htm
http://sandhillpark.com/history2.htm

Die amerikanischen Sandduenen der grossen Seen gehoeren zwar nicht zu Kanada, sollten jedoch trotzdem erwaehnt werden, weil auch sie spektakulaer sind.

Lake Michigan hat ebenfalls grosse Sandduenen, wie z.B. die “Silver Lake Sand Dunes”, ein 800 Hektar Park, der allerdings hauptsaechlich von “off-road-vehicles” benutzt wird. Also keine reine Natur, sondern nichts als Motor-Geraeusche. Allerdings ist ein Teil der Duenen “off-limits” fuer Motor-Verkehr.

http://www.thinkdunes.com/silver-lake-49/

Der “Saugatuck Dunes State Park” liegt halbwegs zwischen Saugatuck und Holland in Michigan. Er enthaelt etwa 4,5 qkm groesstenteils ueberwachsene Duenen, die sich 4 km entlang des Lake Michigan erstrecken.

http://www.stateparks.com/saugatuck_dunes.html

Indiana hat die “Indiana Dunes National Lake Shore”, ebenfalls am Lake Michigan. Einst waren sie mit 80 Meter (200 Fuss) die hoechsten Duenen der Grossen Seen, aber Glas wird aus Sand gemacht, und eine Glasfirma trug sie auf die Haelfte ab, bevor Praesident Kennedy sie in 1963/64 als National-Park designierte. Heute umfasst der Park 6070 Hektar (15,000 acres) Duenenland.

http://www.nps.gov/indu/index.htm

Natuerlich hat jede Provinz in Kanada zahlreiche herrliche Straende und kleinere Strandlandschaften, die von kleinen Sandhuegeln (“Duenen”) eingerahmt sind.

Die groessten Sandduenen in Kanada liegen natuerlich in Saskatchewan, die Athabasca Sand Dunes. Sie erstrecken sich 100 km entlang der Suedkueste des Lake Athabasca und sind teilweise bis zu 30 Meter hoch. Aber sie sind nur mit Busch-Flugzeugen zu erreichen, waehrend alle der anderen hier erwaehnten Sanduenen mit dem Auto erreichbar sind.

http://www.tpcs.gov.sk.ca/AthabascaSandDunes

Peter Iden
Brampton, Ontario, Canada

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