Kanadische Naturfilm-Pioniere: Dan Gibson

von Peter Iden

Ich beginne diesen Beitrag mit einer klassischen Natur-Aufnahme, die von meinem Bekannten Dan Gibson im Algonquin Park aufgenommen wurde und als seine erste „Natur-
Platte in 1979 unter dem Titel „Land of the Loon“ heraus gegeben wurde. Es war der Anfang einer der erfolgreichsten Natur-CD-Serien der Welt mit mehr als 400 Titeln.
http://www.retrontario.com/2012/01/11/dan-gibson-land-of-the-loon/XX

Dan Gibson war in Filmkreisen alles andere als ein Unbekannter. Geboren in Montreal in 1922, kam er nach einigen Jahren in Grimsby am Ontario-See in seine Wahlheimat Toronto.
In den 1950’erJahren produzierte er seinen ersten Natur-Film „Wings in the Wilderness“. In den nachfolgenden Jahren war er einer der fuehrende Kraefte hinter den Fernsehserien
„Audubon Wildlife Theatre“,“Wildlife Cinema“, „To The Wild Country“ und „Wild Canada“, mit Sprechern wie Lorne Greene und anderen bekannten Kanadiern.

Dan Gibson war zum Geschaeftsmann geboren. Bereits als Teenager in Grimsby eroeffnete er seinen eigenen kleinen Shop, in dem er Filme entwickelte, bearbeitete und Fotos
druckte. In den 1930’er Jahren arbeitete er einige Zeit als Camp Councelor in einem Camp im Algonquin Park, bevor er in die kanadische Armee einberufen wurde. Nach einer
Erkrankung an Scharlachfieber wurde er als untauglich mit einer Lebensrente entlassen.

Die Arbeitsuche brachte ihn in die Firma Ashley and Crippen, ein grosses Portrait-Studio in Toronto, deren Schwerpunkt in den Fotografien bekannter kanadischer Politiker und
Buerger war. Nach dem Tod eines der Eigentuemer kaufte Dan Gibson die Firma mit 30 Angestellten, um sie in 1966 wieder zu verkaufen. Er hatte nun genuegend Zeit um sich
endlich, im Alter von 44 Jahren seiner ersten Liebe, der Natur, voll zu widmen. Aber selbst vorher war er bereits als Fotograf in seinem geliebten Algonquin Park aktiv. Seit 1954
hatte er dort bereits eine Cottage am Canoe Lake, die er in seiner Freizeit als Basis fuer seine Erkundungen der Natur benutzte. Er war staendig mit seinem Kanu, seiner Arriflex
Kamera und dem von ihm entwickelten Parabol-Spiegel unterwegs, um die Natue „einzufangen“.

Fuer seinen Film „White Throat“  bekam er in 1965 den „Golden Gate Award“, die hoechte Ehrung des „San Francisco International Film Festival“ Der TV-Film war einer in der
39-Episoden-Serie „Audubon Wildlife Theatre“ in den 1960’er Jahren, wie auch sein Film „Land of the Loon“, der in 1967 mit dem Praedikat des besten TV-Films auf dem
Canadian Film Festival ausgezeichnet wurde. Waehrend der naechsten Dekade folgten zahlreiche weitere Filme und Anerkennungen fuer Dan Gibson in Kanada und den USA.

Wenn die „White Throats“ jeden Herbst auf ihrem Weg in den Sueden, und wieder im Fruehling bei ihrer Rueckkehr unseren Garten mehrere Tage lang besuchen denke ich
manchmal an Dan Gibson. Schlieslich war es sein Film „White Throat“ und seine Ehrung nach drei Jahren in der Produktion, ueber die ich im Mai 1965 im „Ontario Naturalist“
eine sehr positive Kritik schrieb.

In 1979 sagte Dan mir, dass er an einer „neuen“ Idee arbeitete, und zwar die waehrend seiner Filme aufgenommenen „sound tracks“ von Naturgeraeuschen als Platten heraus
zu bringen. Ich war in der „Nature Community“ als Schreiber von Natur-Artikeln sowie Redakteur des „Ontario Field Biologist“ und meinen Artikeln im „Ontario Naturalist“ bekannt
und hatte bereits positiv ueber seine Filme in meiner Film-Kritik kommentiert, unter anderen auch ueber „White Throat“.

Natuerlich gab ich die Zustimmung, ueber Dan’s Filmarbeit auf der Rueckseite seiner ersten Platte zu kommentieren: (Uebersetzung): „Peter Iden im ‚Ontario Naturalist‘  sagt
(dass) kein anderer Film jemals die Mysterie von Ontario’s Nordland so einzigartig und perfekt dargestellt hat“. Meine Verbindung mit Dan Gibson danach war selten und locker.
Ich traf ihn und seinen Sohn Gordon das letzte Mal hier in Brampton am 9. Dezember 1989 zu einer laengeren Unterhaltung ueber „Alte Zeiten“. Dan starb am 18. Maerz 2006.
Sein Sohn Gordon fuehrt seitdem die Firma weiter und entwickelte sie zu einer der weltweit fuehrenden „Stimmungs-Musik“ Firmen.

Die 33rpm Platte „Land of the Loon“ wurde aus den sound tracks der Filme „White Throat“ und „Land of the Loon“ zusammengestellt. Bezeichnend fuer seine Einstellung zu
seiner ersten Platte war seine Aussage dass „wer sie sich anhoert wird wahrscheinlich dabei einschlafen“ Aber geneu das war der Grund der spaeteren Erfolge mit seiner
„Solitude“ Serie: Musik zum anhoeren und zur totalen Entspannung. Ewig der Geschaeftsmann, sah er bereits dir Grundlage seines zukuenftigen Arbeitsfeldes voraus. In
1981 wurde die Platte zum sofortigen Verkausschlager in Kanada.

Die Verwirklichung von Dan Gibson’s Idee einer Natur-Plattenserie blieb also nicht lange aus. Kurz nach der Herausgabe von „Land of the Loon“ gruendete Dan Gibson im Alter
von 59 Jahren seine neue Firma „Somerset Entertainment“ fuer den Vertrieb seiner ersten Serie „Solitudes“ in Kanada, den USA und Europa. Die ersten Ausgaben kamen in
Kasettenform, aber diese wurden in den spaeteren 1980’er Jahren rapide von CD’d ueberfluegelt.

„Solitudes“ praesentierte zuerst Naturstimmen, nach der Original-Idee von Dan Gibson. Nachdem sein Sohn Gordon in 1986 in die Firma eintrat, lenkte der juenger denkende
Sohn jedoch die Marke rapide in die Richtung des neuen, schnell wachsenden Trends der „Mood Music“. Stimmungsmusik, in der die natuerlichen Stimmen der Natur durch
speziell arrangierte Musik fuer „Relaxation“ benutzt werden und die therapeutischen Vorteile zur Meditation, Stress-Verminderung und zur Behandlung von Schlafproblemen in
harmonischen Einklang mit der Natur gebracht werden. Nicht viel spaeter kam auch die klassische Musik in Zusammenhang mit der Natur in der „Solitude“ Serie zur Geltung.

http://www.solitudes.com/Shopping/EditorialDisplay.aspx?contentID=HOME&brandID=SOLITUDES

http://www.amazon.com/Dan-Gibson-Solitudes/e/B000AQ0OIM/works/ref=ntt_mus_teaser?

In 1994 gab die kanadische Regierung Dan Gibson die hoechste Anerkennung des Landes, die „Order of Canada“, fuer seine Umwelt-verwandten Beitraege zu der Kultur
Kanadas.

Die naechste Gibson-Idee, diemal von Gordon: Dan Gibson DVD’s. Bereits in 2004 praesentierte Dan Gibson seine naechste Idee, zweifellos inspiriert durch Sohn Gordon:
dieerste Dan Gibson/Solitudes DVD „Natural Beauty“.

Zum Ansehen:

Nur zum Anhoeren (auf den Pfeil druecken!):

Dan Gibson:
http://mp3hamster.net/muz/dan%20gibson#.UcZYMeBVPiU

Paul Herberman:
http://mp3hamster.net/muz/John%20Herberman#.UcZY8-BVPiV

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