Skurriles aus Kanada Nr. 3 – Indianische Zungenbrecher

von Bernadette Calonego

An manchen kanadischen Ortsnamen kann man sich die Zunge brechen. Das hat vor allem mit deren indianischem Ursprung zu tun. Nehmen wir doch mal Tsawwassen, den Fährenhafen in der Nähe von Vancouver. Den spricht man ungefähr wie „Towuassen“ aus. Mit indianischem Zungenschlag klingt es noch ein bisschen anders. Da immer mehr englische Bezeichnungen mit indianischen Namen ersetzt werden, ist man da als Bleichgesicht echt gefordert. Ein Naturpark namens Haynes Point im Okanagon-Tal (ausgesprochen Okänoogen), einige Autostunden von Vancouver entfernt, wurde kürzlich in Swiws unbenannt.

Swiws klingt annähernd wie „Siijors“. Reist man in entferntere Regionen, wird es noch komplizierter. Für den Namen des Weilers Tsiigehtchic in der Nähe des Polarmeeres, eine Siedlung der Gwich´in-Indianer, musste ich mir eine Eselsbrücke bauen. „Siigä-tschik“ kommt mir jetzt viel leichter über die Zunge. Mit Sheshatshiu, einem Dorf der Innu-Indianer in Labrador, habe ich indes auch heute noch Mühe. „Scheschätschi“ spricht man das aus. Ein Indianer von Vancouver Island sagte mir, ich als Schweizerin mit dem kratzigen ch-Laut sollten eigentlich prädestiniert sein, indianische Wörter auszusprechen. Ich wünschte, es wäre so. Meine Nachbarn, die Sechelt-Indianer, nennen sich richtig Shíshálh. Das wenigstens kommt mir heute mühelos über die Lippen.

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