Gute RESTAURANTS in der Provinz von Québec – [TEIL 4]

von Marc Lautenbacher

„Les Ancêtres“ auf der Insel „l’Île d’Orléans“

Die Wasserfälle "Les Chutes Montmorency" sind vom Restaurant gut zu sehen.

Die Wasserfälle „Les Chutes Montmorency“ sind vom Restaurant gut zu sehen.

Bei unserem ersten Besuch, es war ein fantastischer Nachmittag im späten Juli mit wolkenlosem Himmel, entdeckten wir das Restaurant, das etwas versteckt abseits der Ringstraße liegt, die um die gesamte Insel „l’Île d’Orléans“ führt, einem herrlichen Ausflugsziel nahe der Provinzhauptstadt Québec. Das Haus befindet sich auf der Nord-Westseite der Insel, von wo man sich, wie wir dann im Verlauf des weiteren Abends sehen konnten, an einem spektakulären Blick auf den Sonnenuntergang über der Hügellandschaft der „Laurentides“ berauschen kann.

Und das gleichzeitig zu einem Menu der feinen Küche à la „québécoise“ nach überlieferten Rezepten unserer Vorfahren, auf Französisch „Les Ancêtres“, welches die Besitzer hier seit einigen Jahren erst zelebrieren. Allein das über dreihundert Jahre alte Restaurantgebäude mit kleiner, angeschlossener Herberge ist schon ein Besuch wert: Mauerwerk aus roh beschlagenen Felssteinen, altes, hölzernes Balkenwerk, das die Decke trägt und ein Bretterfußboden, der bei jedem Schritt urig knarzt! Man kann entweder auf der geräumigen, überdachten Terrasse Platz nehmen, die bei frischeren Abenden geheizt wird oder auch im Inneren des Lokales: der freie Blick auf die Wasserfälle „Les Chutes Montmorency“ oder auf den Seitenarm des Sankt-Lorenz-Stromes wird nirgendwo gestört.

Die Speisekarte bietet uns neben internationalen und kanadischen Gerichten altbekannte Menüs aus Großmutters Kochbuch – insbesondere derjenigen meiner québécker Lebensgefährtin: Fleischpastete und Bohnen mit Speck („Pâté à la viande, fèves au lard“), Erbsensuppe mit Schinken („Soupe aux pois jaunes et jambon“), Ragout mit Buletten aus Schweinshaxe, Salzkartoffeln und rote Beetesalat („Ragoût de boulettes à la patte de cochon, patates bouillies, betteraves marinées“) oder auch Brathähnchen im eigenen Saft nach Großmutters Art („Poulet grand-mère, poitrine désossée, jus naturel“).

Einfach lecker zubereitet - die Speisen bei "Les Ancetres".

Einfach lecker zubereitet – die Speisen bei „Les Ancetres“.

Dann zum Nachtisch der berühmte Arbeitslosenkuchen mit Ahornsirup („Pouding chômeur à l’érable“), der überhaupt nichts ehrenrühriges ist. Sein Name kommt einfach daher, dass das Rezept aus ganz wenigen Zutaten besteht, die in jedem Haushalt schon immer zur Verfügung standen. Sehr lecker! Aber natürlich gibt es noch weitere Desserts wie ein hausgemachtes Sorbett oder Zuckerkuchen nach altem Rezept („Tarte au sucre de nos Ancêtres“) oder auch einen leckeren Käse-Schokokuchen („Gâteau au fromage et chocolat“), nach dessen Genuss man wirklich nicht mehr nüchtern ist!

Nach dem Test einiger der Gerichte bei diesem sowie bei weiteren Besuchen mussten wir feststellen, daß die Zubereitung dieser wirklich traditionellen, québécker Hausmannskost im „Les Ancêtres“ für unsere Begriffe ziemlich elaboriert ist, vom Küchenchef sehr verfeinert wurde und ausgesprochen gut mundet. Mein Tipp: Am Wochenende sollte man unbedingt einen Tisch vorher reservieren!

„Les Ancêtres“ – Restaurant & Auberge
391, avenue Royal, Saint-Pierre, L’Île d’Orléans (Québec) G0A 4E0 Canada
Telefon: 1-418-828-2248
Öffnungszeiten: Von Anfang Mai bis Mitte Oktober, Mittwochs bis Sonntags ab 10.00 bis 14.00 Uhr sowie ab 17.00 Uhr
www.lesancetres.ca

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