Unimog Abenteuer in Canada: Yukon und Alaska, Teil 2

von Stefan Dr. Kelbch

21.Juli 2016

Gegen 14 Uhr fahren wir in das schöne Faro ein, das nach einem Kartenspiel aus Goldgräberzeiten benannt ist. Hier gab es mal eine Mine für Zinkblei, die aber seit 1998 geschlossen ist. Sie wird jetzt renaturiert, eine Aufgabe für Jahre.

Das „Aushängeschild“ von Faro

Im wunderschönen Visitor Center von Faro treffen wir Sabine, die Chefin, eine Bayerin, seit 13 Jahren in Faro, superschnelles Wifi und buchen gleich den daneben liegenden Campingplatz ($ 10 + Duschen und Laundry – besser geht es nicht). Abends gehen wir im einzigen Hotel von Faro schön essen.

Mieses Wetter heute Morgen, alles grau in grau und es regnet. Wir fahren wieder auf den CH und haben als nächstes Ziel Carmacks. Es geht am Little Salmon Lake entlang – der ganz schön groß ist. Fotostopps lohnen nicht, es ist wolkenverhangen und es regnet.
In Carmacks gehen wir einkaufen und wollen schon wieder losfahren, da steht einer neben meiner Tür und weist nach hinten: Was steht dort?
Ein graues Unimog-Wohnmobil! We are NOT alone!


Der U4000 mit Langer & Bock- Aufbau hat einen langen Radstand  und eine entsprechend große Kabine – 4,50m lang, ein Meter länger als unsere. Er heißt LEO und gehört Gabi und Sergius aus Friedrichhafen. Da gibt es natürlich einiges zu erzählen und Tipps auszutauschen. Sie sind nun in den Süden unterwegs, wir streben weiter nach Norden.
Doch zunächst sehen wir uns das Tagé-Cho-Hudän Interpretive Centre von Carmacks an, eine kleine Ausstellung über die lokalen First Nations und ihre frühere Lebensweise.
Weiter geht es den North Klondike Highway (NKH) entlang.
Nach ca. 20 km stehen wir nun zum dritten Mal auf der Aussichtsplattform an den „Five Finger Rapids“ des Yukon River. Das sind Stromschnellen, die früher die Kanuten und auch die Sternwheeler (die wurden durch gezogen) zu bewältigen hatten.
Wir erreichen Pelly Crossing und gehen hier in das Selkirk Heritage Center im Johnathon House mit indianischen Ausstellungsstücken.
Nun aber Gas, wir wollen den Silver Trail heute noch bis zum Ende fahren. Kurz hinter Steward Crossing biegt dieser nach Osten ab.
Nach 50 km erreichen wir Mayo, eine ehemalige Versorgungsstadt für die bei Keno und Elsa gelegenen Silberminen. Hier besichtigen wir das Binnet House mit einer Ausstellung über die alten Zeiten des Gold- und Silber Minings in dieser Gegend.
Viele Ausstellungsstücke stammen aus dem  Krankenhaus, das mal hier stand. Die nette, alte Lady will uns nach der Führung noch einen Kaffee anbieten, aber wir müssen weiter nach Keno, da das Keno City Mining Museum um 18 Uhr schließt. Es sind noch 60 km bis dorthin, wir haben Dauerregen.
Ich lasse SUMO über die glitschige Gravelroad fliegen und wir sind tatsächlich um 17:30 Uhr in Keno. Das Museum ist noch genau so schön und lieb gemacht wie 2008 und im restlichen Keno, hat sich NULL verändert

Keno Museum: Gold & Siver Miner in seiner Cabin

Dieser kleine Ort war zu den Gold- und Silberrush-Zeiten mal eine pulsierende Stadt (die erste Stadt im Yukon, die Elektrizität hatte), heute ist es ein Nest in dem die Zeit stehen geblieben ist… Hier liegen noch alte Ford Model T und viele weitere Oldtimer als Autowracks in den „Gärten“. Der pinke Trailer von Bert, der sich Baumjoe im Internet nannte, ist auch noch da. Canada Liebhaber werden ihn und seine Blogs und Bücher kennen. Leider ist er vor wenigen Jahren viel zu früh verstorben.  Nach Museum und „Stadtrundgang“ essen wir im urigen „Keno City Hotel“ zu Abend und fahren dann 11 km auf den Keno Hill zum Signpost. Der zeigt die Entfernungen zu diversen Städten in Meilen an, sogar Berlin und „Heidleberg“ sind mit Wegweisern vertreten. Wir übernachten hier oben auf über 1600m im Nebel und hoffen, dass morgen früh die Wolken aufreißen, um die grandiose Aussicht fotografieren zu können.

Keno Hill Signpost

Leider nichts mit freier Sicht auf den Rest des Yukon. Durch Wolken und Nebel fahren wir wieder runter nach Keno. Diesmal nehmen wir nicht den Silver Trail sondern die Duncan Creek Road zurück. „It is a rough road“ sagte die Dame im Binnet House – das stimmt. Wieder in Mayo werfen wir eine Postkarte in den Briefkasten und holen uns den verpassten Kaffee von gestern ab. Dann geht es zurück zum NKH. Stopps am Gravel Lake (riesige Bieberburg) und am „Tintina Trench Viewpoint“ mit toller Aussicht. Kurz darauf erreichen wir den Abzweig des Dempster Highways.

Beginn des Dempster Highways: 2×765 km. SUMO lauert schon auf das Abenteuer…

Wir hatten uns darauf eingestellt an der Lodge am Abzweig, SUMO noch mal mit Hochdruck zu reinigen – so wie wir es 2008 mit unserem Pickup-Camper nach unserer damaligen Dempster-Schnupper-Tour (nur bis Engineer Creek) gemacht hatten. Der Waschplatz ist noch da, aber ohne Funktion, denn die Lodge ist weg. Stattdessen steht nur noch eine automatische Cardlock Tankstelle dort. Also nix mit SUMO waschen. Elke versorgt einen vorbei schauenden Motorradfahrer auf dessen Nachfrage hin mit einer Flasche Wasser. Er hatte auch auf die Lodge am Abzweig gesetzt.
Bevor wir los fahren (es heißt nicht „to drive the Dempster“ sondern “to do the Dempster“) muss ich SUMO noch mal durchchecken, besonders die Vorgelege. Hat der Umbau in Edmonton das gewünschte Resultat gebracht? 3000 km sind wir seither gefahren. Hinten links lag das große Problem, ohne den Umbau müsste dieses Vorgelege jetzt quasi trocken sein… Ist es aber nicht! Kein Tropfen Ölverlust, der Umbau hat es gebracht! Motoröl und alle sonstigen Flüssigkeiten sind auch ok – es kann los gehen:
Let’s do the Dempster!
Bei sehr gemischtem Wetter (immer wieder kurze Schauer) geht es heute Abend 75 km den Dempster „hoch“, bis in den Tombstone Park, wo wir auf dem Campground einen schönen Platz finden. Das Interpretive Center hat leider schon zu, wir werden es uns auf dem Rückweg ansehen.

Bei bedecktem Wetter rollen wir vom Campground wieder auf den Dempster.
Das berühmte Bild der Tombstone Mountains fällt leider wegen tiefhängender Wolken aus. Aber ab und zu reißen die Wolken auch auf und geben tolle Ausblicke auf die Landschaft frei. Der Dempster steigt ständig an und es wird kälter. Immer wieder nieselt es ein wenig. Wir folgen dem Engineer Creek, einem mineralreichen Bach, der rostrotes Wasser führt und teilweise nach Schwefelwasserstoff riecht (faule Eier).

Engineer Creek…puuuh!

Am Engineer Creek Campground fahren wir kurz rein und finden sofort unseren Stellplatz von 2008. Hier hatten wir damals einem total ausgepowerten Fahrradfahrer Wasser und Bier gegeben und mit unserem Schlauch sein Fahrrad von Schlamm befreit.
Für SUMO tut dies leider keiner, er legt eine Schlammschicht nach der anderen auf.
Wieder unterwegs, treffen wir „Tors and Tortured Rock“ eine geologische Besonderheit. Es sind Felstürme, die aus den sonst runden Bergen oder den Hängen ragen.
Manchmal wird der Dempster zum Airstrip, also zur Landebahn für Kleinflugzeuge.
Je nach Höhe, gibt es entweder gar keine Bäume mehr, oder – in den Tälern – noch lockere Wälder, teilweise auch verbrannt, 1991 war hier ein großer Waldbrand.
Auf halber Strecke nach Inuvik liegt das Eagle Plains Motel mit allen möglichen Versorgungseinrichtungen, wo wir ein Mittagessen zu uns nehmen.
Bald danach erreichen wir den Polarkreis, ab jetzt wird es eisig…

SUMO am Polarkreis

Das erleben wir 60 km später an der Grenze zu den Northwest Territories, mitten in den Richardson Mountains. Total in den Wolken, saukalt (4,7°C, Tiefrekord für heute), dazu ein schneidender, nasser Wind. Na das kann ja heiter werden. Vor zwei Wochen waren es 33°C in Inuvik, vor ein paar Tagen soll es dort geschneit haben.
Wir lassen den Grenzpass in totaler Nebelsuppe hinter uns; die Uhren werden eine Stunde vor gestellt. Danach wird die Aussicht wieder besser und zwischen den Wolken lässt sich ein wenig Blau erkennen.
Dafür wird die Straße schlechter. Einige total verschlammte Abschnitte laden ein paar weitere Kilo Schlamm auf SUMO auf.
Nach einer super Aussicht auf das Tal des Peel River, geht es stetig  bergab gen denselben.
Plötzlich stehen vor uns zwei Pickups und unser Motorradfahrer von gestern. Er ist mit seinem Bike auf der Schmierseifenpiste ins Schleudern gekommen und im Graben gelandet. Die Pickup-Leute haben ihn und sein Bike schon aus dem Graben geholt, ihm war zum Glück nichts passiert, doch sein Bike hat Aua.
Wir überqueren den Peel River mit der kostenlosen Seilfähre „Abraham Francis“  und machen kurz dahinter im Nitainlaii Territorial Park Schluss für heute. Es ist hier warm, die Sonne scheint und die Moskitos sind ganz gierig auf frische Touristen. Hier geht heute die Sonne nicht mehr unter.

Nach kurzer Fahrt vom Peel River zum Mackenzie River stehen wir vor der nächsten Fähre, diesmal eine richtige Motor-Bark. Der Mackenzie River ist schon eine andere Nummer als der Peel River. Breit wälzt er sich an der Einmündung des Red River vorbei. Als wir ankommen, legt die Fähre gerade ab. Wir müssen warten. Die „Louis Cardinal“ fährt zuerst nach Tsiigehtchic (hieß früher Arctic Red River), dann auf die Gegenseite des Mackenzie.
Wir  haben jetzt flaches Land erreicht.  100 km weiter stoppen wir am „Tithegeh Chii Vitaii Lookout“. Ein kurzer Trail soll zu Klippen mit Aussicht führen. „Kurz“ heißt hier in den NWT wohl unter 2 Stunden, denn  über eine Stunde waren wir unterwegs. Wir wurden aber mit grandiosen Aussichten belohnt.

Aussichten…

Nach weiteren 40 km haben wir das Ende des Dempster erreicht, wir sind in Inuvik. Tourist Info zu, Igloo Kirche auch.

Inuvik: Die Hälfte ist geschafft!

Ein möglicher Flug nach Herschel Island (alte Walfängerstation) ist erst ab Donnerstag möglich – und soll $1500/Person kosten! Nein, danke, da fliegen wir lieber irgendwo in Alaska  – zu erträglicheren Preisen.
Wir gönnen uns im örtlichen Einkaufszentrum eine Pizza, tanken nach (Doppel-Huch!) und machen uns wieder auf die Rückreise.
Beim Dempster gilt: „Der Weg ist das Ziel“ (Konfuzius).
Wir überlegen uns, dass wir besser die beiden Fähren hinter uns bringen, da sie am nächsten Morgen erst ab 9.30 Uhr in Betrieb gehen. Wir wollen keine Stunden auf die Fähre warten. Außerdem wird die Gegend erst nach dem Peel River wieder interessant.
Aber heute ist Montag und das NWT Highway Maintenance Department hat beschlossen, heute eine neue Road Construction hinter dem Peel zu beginnen. Ein LKW mit Schotter nach dem andern blockert uns entgegen oder fährt vor uns her. Immer wieder treffen Steine auf die Windschutzscheibe, aber dank Polycarbonatscheibe (steinschlagsicher) ist dies kein Problem.
Endlose, undurchsichtige Staubwolken umwabern uns, dann wieder kommen Strecken mit frisch gesprayter Calciumchlorid Lösung – das bindet den Staub, erzeugt aber klebrigen Matsch – kennen wir ja schon von der Forestry Trunk Road. Noch eine Lage Dreck für SUMO. Hoffentlich finden wir in Dawson City einen Hochdruck Reiniger, man saut sich dauernd an SUMO ein.
Wieder in der Richardson Mountains suchen wir einen Stellplatz. Der erste Versuch scheitert – zu matschig und Moskito-verseucht. Viele km später biege ich spontan in einen kleinen Weg links ab, der zu einem Röhrenlager (zur Straßenentwässerung), abseits des Dempster, führt. Wir finden eine ebene Stelle und machen endlich (20:30 Uhr) Schluss für heute.
Ich stochere geschätzte 10 kg Schlamm aus den Radkästen.
Wildlife heute: Rotfuchs, Wolf, Adler, Biber.

Schon um vier Uhr NWT-Zeit weckt mich Elke. Sie muss das mystische Morgenlicht mit der Kamera einfangen. Das Wetter ist super und wir können alles das sehen, was auf der Hinfahrt im Nebel lag. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und bei den Aussichtpunkten einfach großartig. Da wir so früh unterwegs sind, ist es bei unseren Fotostopps absolut still. Die Morgensonne gibt der Landschaft ein besonderes Flair.

Hügel im Morgenlicht (4:30 Uhr)

In der Eagle Plains Lodge wieder ein kurzer Stopp für einen Kaffee.
Als wir die Ogilvie Mountains erreichen, die auf der Hinfahrt völlig frei waren, geraten wir in tief hängende Wolken. Die Sicht beträgt teilweise nur 20 m. Langsam taste ich mich mit SUMO voran, alle Scheinwerfer in Aktion. Bald sind wir durch und die Sicht wird wieder prima. Besonders der „Tombstone Range Viewpoint“ zeigt sich diesmal von seiner besten Seite.

Tombstone Mountain and -Range

Wir gehen in das „Tombstone Interpretive Center“ (diesmal offen) und stellen SUMO dann auf dem Campground ab. Die aufgewärmte Pizza von gestern schmeckt noch ganz gut.
Es fängt wieder an zu regnen – aber wir haben dem kompletten Dempster im (Foto-)Kasten!

 

Der Dempster hinterläßt Spuren…

Wir gönnen wir uns am Nachmittag endlich mal wieder eine Siesta.
Elke hat ihre letzte Strickarbeit beendet und fängt mit dem Fünf-Jahresprojekt „Strickponcho“ an.

Der Morgen ist trüb, es hat geregnet.
Wir legen die restlichen 70 km des Dempster zurück, bis wir am Dempster Corner wieder tanken. Noch 40 km bis Dawson City.
Kurz vor Dawson biegen wir nach links in die Hunker Creek Road ab. Ein 96 km langer Loop führt durch die Goldfelder des Klondike. Im Hunker Creek wurde von Robert Henderson schon 1896 Gold gefunden, jedoch nicht sehr viel. Erst 1898 fanden George Carmack, Dawson Charlie, and Skookum Jim  die berühmte Bonanza im nun gleich genannten Creek. Damit begann der richtige Goldrush in Dawson.
Auch im Tal des Hunker Creek wird heute noch fleißig nach Gold gebuddelt, meistens werden heutzutage die Hänge abgetragen und das Erdreich nach Gold ausgewaschen.
Etwa in der Mitte des Loop fahren wir auf die Spitze des King Solomon Dome, von dem man eine tolle Rundumsicht bis zu den Hauptgoldfeldern am Bonanza Creek hat.
Die Ogilvie und Tombstone Mountains sind im Norden schön sichtbar.
Die Sonne scheint und die Temperatur nähert sich 25°C. Hier steht auch ein Antennenturm für die Telekommunikation. Da es hier keine Stromleitung gibt, steht neben dem Elektronik-Häuschen der Diesel-Generatorschuppen mit zwei Generatoren und zwei sehr großen Dieseltanks. Wenn ich jetzt die beiden Ventile zu den Tanks zudrehen würde, fielen im  halben Yukon Telefon und Internet aus…
Hat schon mal jemand versucht, dem das aber nicht gut bekommen ist?
Oder wer liegt in dem Grab neben dem Fernsehturm? Ein Typisches Western-Style Grab:
Grob zusammen gehauenes Kreuz am Kopf eines  länglichen Steinhaufens.
Wir erreichen die Bonanza Creek Road und stoppen bei der Dredge No. 4, einer restaurierten Gold-Dredge (der größten Holz-Dredge der Welt), die von 1912 bis 1958 Gold gefördert hat.

Dredge No. 4 am Bonanza Creek

Eine Dredge ist eine Art Schiff, das in einem selbst gegrabenen Teich schwimmt, verankert durch Seilwinden und einen Pfahl, der als Drehpunkt dient. Vorne wird mit einer Endloskette von Baggerschaufeln der Kies in das Innere der achtstöckigen Dredge hinein gebaggert, hinten kommt der Abraum wieder raus. Im Inneren befindet sich ein schräges Drehrohr das Goldstaub von Geröll trennt, mit darunterliegenden Sluice-Boxen, die den Goldstaub auffangen. Alles wurde reichlich mit Wasser gespült. Der Teich mit der Dredge bewegte sich langsam das Bachbett entlang. 9 to Gold hat diese Dredge damals aus dem Bachkies gefiltert.
Nach der Besichtigung mit einer sehr guten Führung geht es weiter nach Dawson, aber vorher noch auf den Midnight Dome.  Eine tolle Aussicht auf Dawson und den vorbeifließenden Yukon River wird uns geboten.

Blick auf Dawson City vom Midnight Dome

Warum haben wir bloß diesen Abstecher die beiden letzten Male im Yukon verpasst?
Genug des Müßiggangs, jetzt muss Hand angelegt werden: SUMO muß wieder gesellschafts-fähig gemacht werden. Mit Hochdruck.
Frisch gereinigt fahren wir dann in Dawson City ein und beziehen mitten in der Stadt unseren vorreservierten Campplatz.
Ab morgen beginnt das Moosehide Festival, auf das wir schon gespannt sind.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir im Visitor Center (free Wifi) und später im Klondike Kate’s Restaurant bei einem leckeren Abendessen.

Stadt macht faul. Als erstes frühstücken wir im Triple J Hotel, dann geht es wieder ins Visitor Center. Wir buchen eine spezielle Stadttour „Strange Things Done in the Midnight Sun“.
Vorher aber noch mal Wäsche waschen. Um 14 Uhr  dann die schöne Stadttour mit einer alten Lady, die schon seit 40 Jahren hier im Norden lebt. Natürlich stilgerecht gekleidet á la 1902. Die Tour ist sehr schön, wir kommen in Gebäude rein, die sonst nicht zugänglich sind, wie die ehemalige Bank, das Postoffice oder die restaurierte alte Bar.
Interessante Hintergrund-Infos über das Leben während und nach dem Goldrush, unter anderem auch zum Rotlichtbezirk von Dawson und seinen Bordell-Mamas – leider sind diese lukrativen Geschäfte heute nicht mehr operativ ;-).

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Nach der Tour besuchen wir das sehr schöne Dawson City Museum, mit Film und Tour – sehr zu empfehlen, liebevoll gemacht.
Vier alte Dampfloks stehen hier in einem separaten Schuppen – ein Schmanckerl für Eisenbahnfans.
Wir gönnen wir uns noch ein Eis und machen uns bald fertig für das Casino von Dawson. 1983 gab es nur 3 Casinos in Canada, eins davon in Dawson, heute sind es über 150. „Diamond Tooth Gerties“ heißt das Casino hier und bietet neben der Möglichkeit sein Erspartes auf den Kopf zu hauen, drei Shows am Abend. Sie sind fetzig, locker und flockig.
Da wir in der ersten Reihe sitzen, erwischt es mich natürlich:
Ich muss zusammen mit drei Mitleidenden zu den Tanzmädels auf die Bühne und gemeinsam Can-Can tanzen. Der Rock wurde gestellt. Mann war das schwierig, das gestreckte Bein senkrecht nach oben in die Luft zu bekommen – über den Spagat lasse ich mich lieber nicht aus…
Als Belohnung, dufte jeder der Betroffenen sich von seiner Tänzerin das Strumpfband als Souvenir vom schlanken Bein holen. Jede Art der Abnahme war erlaubt. Einer machte es mit den Zähnen… ich lasse die Bilder lieber mal weg.
An den Spieltischen wurde bis spät in die Nacht heftig gezockt. Wir verkneifen uns das Vergnügen, die $ 50, die wir 1983 verspielt hatten, wirken noch nach…
Spät geht es in die Falle.

Mooshide Gathering (MHG)!
Nach Frühstücksbuffet im Westmark Hotel, geht es mit kleinen Booten zum Flecken „Mooshide“, ca 5 km den Yukon flussabwärts. Das MHG ist eine reines Treffen der Natives (1. Nations),  das alle 2 Jahre stattfindet. Besucher sind aber willkommen. Es gibt Workshops, Infostände, ein Futter-Blockhaus (mit den indianischen Spezialitäten: Burger und Hot Dogs) und die Bühne. Dort sehen wir uns viele Darbietungen der örtlichen und umliegenden Indianerstämme an. Tänze, Gesänge, Trommeln, Gospel-, Banjo- und Fiddelmusik, Geschichten der Elders und noch vieles mehr. Sogar aus Alaska sind Abordnungen  verschiedener Stämme hier.


Tänze ,Trommeln und Gesänge (Ja genau: ehja, ehja, ehja…)

Am Abend geht es mit dem Boot wieder zurück und wir ziehen uns noch ein Abendessen beim örtlichen Griechen rein.
Am Camground trifft mich der Schlag und Elke hat unsere Wette gewonnen:
„Wo sehen wir sie das erste Mal?“
Meine Wette war Fairbanks, Elke hatte auf Dawson gesetzt.
Wir werden immer noch verfolgt. Seit den 80er Jahren.
Hier in Nordamerika war es 1983, 2008 und jetzt, 2016 wieder!
Auch in Israel, Skandinavien und Frankreich waren sie uns auf den Fersen.
Sie sind nicht abzuschütteln!
ROTEL TOURS!
Unsere Nemesis: Der Rote Bus mit den Schlafkisten! Die werden wir wohl nie mehr los!
Auf dem Campground steht neben uns jetzt ein grauer MAN aus Hof. Leider keiner da, als wir in die Falle gehen.

Nach dem Aufstehen grüßt mich Katrin aus dem MAN. Ihr Mann Hans-Jürgen schläft noch. Wir tauschen uns aus und verabreden, mal ein Stück gemeinsam zu fahren – wenn es passt. Auf jeden Fall bleiben wir in Kontakt.
Nach einem guten Frühstück im Triple J geht es mit der Fähre über den Yukon auf den Top-of-the-World-Highway.

Vorsichtig auf die Fähre..

Der heißt so, weil er nur auf den höchsten Kämmen der Berge zwischen Yukon und Alaska verläuft. Zunächst hängen die Wolken tief und wir sehen nur weißgraue Suppe, doch nach einer Weile entkommen wir dem Nebel.
Je näher wir Alaska kommen, umso besser wird das Wetter.

 

 

 

 

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