Skurriles aus Kanada Nr. 20

von Bernadette Calonego

Eine kanadische Celebrity

verfasst von Bernadette Calonego, Vancouver

Berühmtheiten lassen mich in der Regel kalt. Aber in Nova Scotia wollte ich unbedingt eine „Celebrity“ interviewen. Offen gestanden komme ich nicht oft dazu. Denn wenn Kanadierinnen oder Kanadier einmal Stars geworden sind, ziehen sie meistens weg, vor allem in die USA. Man denke nur an Wayne Gretzky, den Eishockeyaner, an Céline Dion und Shania Twain, die Sängerinnen, an die Schauspieler Adam Sandler, Keanu Reeves, Molly Parker, Ryan Gosling oder Rachel McAdams. Und so weiter.

Aber Hope Swinimer lebt immer noch in Seaforth, Nova Scotia. Alle kennen sie als Hope. Mit alle meine ich vor allem Fans wie mich, die nie die Reality-Show „Hope for Wildlife“ im Fernsehen verpassen. Die Serie lief auch unter dem Titel „Schutzengel der Wildtiere“ in europäischen TV-Programmen. Ich bin sicher eine von vielen, die wegen dieses Schutzengels nach Nova Scotia pilgern.

Als ich das romantische Seaforth von Halifax aus nach dreißig Minuten erreichte, wurde Hope gerade wieder von einem Filmteam begleitet. Ich schaute ihnen über die Schulter, als Hope das Schlüpfen von Schildkröten-Babys aus Eiern erklärte. Hope war einst Buchhalterin einer Lastwagenfirma und dann einer Tierklinik. Zweiundzwanzig Jahre später begann sie, verletzte Wildtiere zu retten und zu rehabilitieren: zum Beispiel Waschbären, Stinktiere, Eulen und Adler, Otter, Robben, Kojoten, Rehe und Füchse – und einmal sogar einen Bären und einen Elch.

Hope und ihre Mitarbeiter erhalten bis zu hundert Anrufe täglich, und sie retten rund 3500 wilde Tiere im Jahr, die dann gesund wieder auf der freien Wildbahn landen.

Für die Kanadier ist Hope ein TV-Star, für mich ist sie die Verkörperung der besten kanadischen Eigenschaften: hilfsbereit, mitfühlend, unprätentiös, warm, humorvoll, geduldig, engagiert und optimistisch. Sie führte mich auf dem Gelände ihres Rettungszentrums herum, zeigte mir das Stachelschwein, das sich streicheln lässt, den Weißkopfadler, der einfach nicht mehr fliegen will, die Eule, der ein Auge und ein Flügel fehlen, den Rotluchs, der bald in der Natur freigesetzt würde, die kleinen Waschbären bei der Fütterung. Hope musste zehn Jahre lang rund um die Uhr an drei verschiedenen Stellen arbeiten, um sich dieses Gelände leisten zu können. Seit vor acht Jahren die Reality-Show „Hope for Wildlife“ begann, ist es aber finanziell ein bisschen einfacher geworden.

Heute ist die unermüdliche Retterin nicht nur in Nova Scotia, sondern in ganz Kanada eine Institution. Hope kommentiert das mit einem Augenzwinkern: „Im Dorf gelte ich immer noch als die exzentrische Lady mit ihren wilden Tieren.“ Ach, hätte ich doch den Mut gehabt, sie um ein Autogramm zu bitten!

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1 Kommentar

Klaus Wilken 10. Juli 2017 - 23:29

Es ist schwer vorstellbar was “kanadische Eigenschaften” sind. jedoch, es sind hervorragende und wunderbare Eigenschaften der Hope Swinimer. Wir finden diese selbstlosen Menschen überall auf dieser Welt. Jedoch, es sind zu wenige.Viel zu wenige.

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