In Québec wo die Binsen wachsen (18) – Abreise nach La Sarre

by Alexander Ausserstorfer

Streuner saß im Zelt. Allein. Vor sich hatte er eine Trommel. Er spielte darauf.
Plötzlich hörte er auf. Er schaute auf. Stand auf. Ging zur Haustür. Schob diese zur Seite.
Regenbogenauge stand vor ihm.
Er hatte nichts gehört.
Er betrachtete Regenbogenauge.
Sie war merkwürdig angezogen.
In einigem Abstand sah er Dingsbums. Dieser hielt sechs Pferde.
‚Mein Gott, haben die viel Zeug dabei‘, dachte er.
„Wir haben Dir ein Pferd mitgebracht“, sagte Regenbogenauge.
Er und reiten?


Er hatte es freilich gewusst. Aber jetzt wollte er es nicht wahrhaben.
Streuner kehrte ins Zelt zurück und holte seine Sachen. Dann ging er zu Dingsda und den Pferden hinüber.
Dings reichte ihm die Zügel eines Pferdes.
Streuner nahm sie nicht. Er ging von vorne allmählich auf das Pferd zu. Dieses wich zurück. Dann schnupperte er links und rechts. Ein anderes Pferd bläste seine Nüstern und wieherte.
„Das da“, sagte er und deutete hinüber.
Dingsbums gab ihm kopfschüttelnd das andere.
Sie sattelten die Pferde um.
Regenbogenauge und Ding saßen auf.
Streuner zögerte. Das war freilich etwas völlig anderes als das kurze Stück zur Bäckerei.
„Was ist? Kann der Junge nicht reiten?“
„Ich weiß es nicht“, sagte Regenbogenauge. Sie hatte Streuner noch nie reiten gesehen. Das fiel ihr erst jetzt auf.
Streuner stieg auf der linken Seite des Pferdes mit dem rechten Fuß in den Riemen und schwang sich hinauf.
Ding lachte.
Streuner saß falsch herum.

Kommentar: Bei dieser Serie handelt es sich um meine eigenen Erlebnisse damals in Québec, die ich allerdings literarisch etwas aufgearbeitet habe. Der Handlungsstrang und viele Ereignisse entsprechten aber weitgehend der Wirklichkeit. So sind wir damals wirklich nach La Sarre gereist, damals allerdings mit dem Auto.

Mir ist völlig klar, dass ich bisher einiges angedeutet und versteckt, jedoch noch nicht erklärt habe. Das liegt daran, dass es mir damals in Québec genauso ergangen ist. Vielleicht hat der eine oder andere Leser ja inzwischen irgendeinen Zusammenhang entdeckt. Die Auflösung gibt es ganz zum Schluss : – ) Ich hoffe, niemanden mit dieser Veröffentlichung zu langweilen.

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