In Québec wo die Binsen wachsen (19) – Notfall in Montréal

by Alexander Ausserstorfer

Bild (Alexander Ausserstorfer): Blick vom mont royal (dem königlichen Berg) auf die Stadt Montrèal.

Der Name stammt von Jacques Cartier, einem der ersten französischen Entdeckungsreisenden in dieser Gegend. In Montrèal soll kein Gebäude höher sein als der Berg. Die Industriestadt Montrèal befindet sich auf einer Insel im Sankt-Lorenz-Strom. Zu Cartiers Zeiten befand sich dort auch das Irokesen-Dorf Hochelaga.

In den Straßenschluchten Montréals. Streuner, Ding und Regenbogenauge waren zusammen zu Fuß unterwegs. Die Pferde hatten sie bei der Gaststätte gelassen.
Streuner blickte seit einiger Zeit nervös um sich.
„Was ist denn?“, fragte Regenbogenauge.
„Bin gleich wieder da!“, sagte Streuner plötzlich und lief eiligst durch die Menge davon.
Regenbogenauge und Ding blieben verdutzt stehen: Sie blickten ihrem Freund fragend nach.
Erst über zwei Stunden später kam Streuner wieder zurück. Er war völlig nassgeschwitzt und schnaufte arg.
„Wo warst du denn?“, fragte Regenbogenauge völlig verärgert, „wir stehen hier seit zwei Stunden herum und warten auf dich!“
Er hatte sich trotzdem beeilt.
„Mann, war das knapp!“
Regenbogenauge und Ding sahen sich fragend an.
„Wo warst du?“
„Irgendwo am alten Hafen.“
„Was hast du denn da getan?“
„Ich musste austreten.“
Regenbogenauge wunderte sich: „Wir stehen hier direkt neben dem Haupteingang eines riesigen Kaufhauses. Wieso bist du da wegen einer Toilette bis zum alten Hafen gerannt?“
Streuner blickte sie irritiert an. Schließlich sagte er: „Toilette? Ich habe nach einem Baum Ausschau gehalten. Hier in der Stadt gibt es ja anscheinend keine.“
Regenbogenauge und Ding warfen sich verwunderte Blicke zu: „Nach einem Baum?“
„Herr Gott noch mal! Das war mir entfallen! Bei uns in Oberammergau sucht man den nächsten Wald auf, wenn man muss.“
Da drehte sich plötzlich ein Mann nach ihnen um und rief in schlechtem Französisch: „Bruder! Von welchem Stamm bist du denn?“

Bild (Alexander Ausserstorfer): Ein klassisches Gebäude neben einem modernen Glasturm. Montrèal ist eine Stadt, in der Alt und Neu völlig durcheinandergewürfelt sind, wie ich es nirgendwo sonst auf dieser Welt erlebt habe.

Kommentar: In Wirklichkeit war es irgendwo hinter Montréal. Wir waren an einer Tankstelle stehen geblieben, die irgendwo in der Pampa lag. Während die Québecer zur Tankstelle auf die Toilette gingen, ging ich natürlich zum Waldrand. Und wunderte mich einmal mehr über sie.

Oberammergau ist eine Anspielung auf den Schriftsteller Ludwig Thoma.

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