KANADAS STÄDTENAMEN – VICTORIA

von Heidi Giebl



Foto: Destination Canada

Ihre Bedeutung … Historisches und Kurioses …

Victoria ist die Hauptstadt der Provinz British Columbia und liegt an der Südspitze von Vancouver Island an der Meerenge „Strait of Juan de Fuca“, der Trennlinie zu den Vereinigten Staaten und direkt gegenüber dem US-amerikanischen Staat Washington sowie den Olympic Mountains. Vancouver Island, benannt nach dem britischen Seefahrer Georg Vancouver, ist etwa so groß wie die Schweiz.

Benannt ist die Stadt Victoria nach der englischen Königin Victoria.

Victoria ist Kanadas westlichste Stadt und mit keiner anderen kanadischen Stadt vergleichbar. Der britische Schriftsteller Rudyard Kipling bezeichnete einmal Victoria als „die englischste Stadt außerhalb von Großbritannien“ und rät jedem Besucher, die Tea Time im legendären und einem der bekanntesten Gebäude Victorias, dem am Hafen gelegenen Hotel Fairmont Empress, zu besuchen … Tea Time im Kolonialambiente! Die Stadt ist sehr auf altenglische Tradition bedacht …man ist gelassen, nimmt sich Zeit.

Victoria, auch „Great Victoria – The City of Gardens“ genannt, das ist eine Stadt mit ganz besonderem Charme … mit Häusern im Kolonialstil, sehr gepflegten Gärten, vielen Sonnenstunden und sehr mildem Klima. Verantwortlich dafür ist die Kuroshio-Strömung, die die gesamte Westküste klimatisch günstig beeinflusst.

Bereits in der Sprache der Cowichan First Nations (Coast Salish), die hier lebten, heißt Cowichan in etwa „von der Sonne gewärmtes Land“.

Die Ureinwohner auf Vancouver Island waren die Salish-Indianer. Vor allem Einwanderer britischer Abstammung siedelten sich 1842 an. Victoria hat seinen Ursprung im von James Douglas im Jahre 1843 gegründeten Handelsposten der Hudson’s Bay Company und war Zentrum des Pelzhandels in den westlichen Gebieten Kanadas und Zwischenstation für die Goldsucher. Zunächst hieß dieser Handelsposten kurze Zeit “Fort Camosun“, die Siedlung wurde aber bereits 1843 umbenannt  in “Fort Victoria“ zu Ehren der Königin Victoria. Nach der Gründung der Kronkolonie  im Jahre 1849 wurde die Siedlung ausgebaut und zur Hauptstadt erhoben.

Gold, Holz- und Forstwirtschaft lockten die Menschen schon immer in diese Gegend. Die Nutzung natürlicher Ressourcen (Holz, Kohle, fischreiche Gewässer) führte zu wirtschaftlichem Aufschwung und Goldfunde in der Region (Fraser-Canyon-Goldrush, Cariboo-Goldrush) lösten einen weiteren Wachstumsschub für Victoria aus.

Lachs, früher Hauptnahrung der ansässigen Coast-Salish-Indianer, spielt auch heute noch eine entscheidende Rolle. Die jährliche Lachswanderung (August/September) stellt ein unbeschreibliches Naturspektakel dar.

In Victoria beginnt (bzw. endet) der Trans-Canada Highway Nr. 1 … ein Baudenkmal mit der Inschrift MILE 0 befindet sich in Victoria. Fast 8.000 km zieht sich der Trans-Canada Highway Nr. 1 quer durch Kanada bis nach
St. John’s (Neufundland) am Atlantik.

Victoria heute … bekannt als die britischste Stadt Nordamerikas, beeindruckend das British Columbia Parliament Buildings. Hier leben im Vergleich zu den anderen kanadischen Provinzen und Territorien die meisten Einwohner mit britischem Hintergrund und Victoria ist schon immer bei wohlhabenden Pensionären sehr beliebt. British Columbias (BC) klimatische, landschaftliche und kulturelle Vielfalt zieht sehr viele Besucher an und macht BC zu einem Favoriten für Einwanderer aus der ganzen Welt.

Victoria … eine eher beschauliche, aber lebenslustige und kosmopolitische Stadt mit sehenswerter Architektur ohne die übliche Hochhaus-Skyline und einem herrlich gelegenen Segelhafen. Eine besondere Attraktion bietet die Möglichkeit, Whale Watching Touren im Pazifik zu unternehmen. Sightseeing bietet sich vom natürlichen Hafen aus an und die einzelnen Stadtviertel können mit den roten Doppeldeckerbussen erkundet werden.

 

 

Um Inner Harbour befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten. Kern und eines der ältesten Wahrzeichen der Stadt ist Market Square mit einem imposanten Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert. In der ältesten Chinatown Kanadas (seit ca. 1880) wurden große Mengen Opium bis zum Opiumverbot 1908 hergestellt.

Das Royal British Columbia Museum (RBCM) zieht Tausende von Besuchern an … Schwerpunkt ist die Geschichte der First Nations. Hier wird das natürliche Umfeld der Urvölker nachgebildet und beeindruckende Totempfähle können bestaunt werden! Weltgrößter Totempfahl des Künstlers Richard Hunt befindet sich auch auf Vancouver Island in Duncan.

Jährlich findet das First People’s Festival neben anderen kulturellen Veranstaltungen, z. B. dem Jazzfest International, in Victoria statt.

Ein Kleinod ganz besonderer Art ist „Butchart Gardens“, ein im Jahre 1904 gegründeter ca. 22 Hektar großer privater Blumengarten. Butchart Gardens wurde 2004 zur National Historic Site of Canada ernannt.

James Douglas, von 1851 – 1864 Gouverneur von Vancouver Island und Victoria beschrieb das Gebiet als „einen Garten Eden in der Wildnis der Nordwestküste“. Sein Vergleich ist auch heute noch gültig!

Ähnlich der Wahlspruch im Wappen von British Columbia: „SPLENDOR SINE OCCASU“ … „Pracht ohne Ende“!

Victorias Motto lautet Semper liber … Immer frei

Foto: Destination Canada

 

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