Thousand Islands

von Partner

Einhundertfünfzig Meilen stromaufwärts von Montreal – zwischen Kingston und Brockville – verbreitert sich der St. Lorenz-Strom bis zu einer Weite von sieben Meilen. Ein Zipfel der riesigen Ganitbarriere des Kanadischen Schildes reicht an dieser Stelle bis in die USA hinein. Der St. Lorenz umgeht den erdgeschichtlich uralten Buckel und schafft für die Kanadier und US-Amerikaner ein Feriengebiet, das der Umgebung von Stockholm oder Helsinki zum Verwechseln ähnlich ist.

Kanada und die USA teilen sich die genau 1768 Inseln, von denen die größte 22 Quadratmeilen groß und die kleinste zweihundert Quadratmeter klein ist.

Schon die alten Irokesen – sonst eher handfestem Kriegshandwerk als feinsinniger Poesie zugetan – nannten die Inseln “Manatona” – “Der Garten des Großen Geistes”.

Die Kanadier dagegen verliehen ihren Inseln die Namen von Kriegshelden der Jahre um 1812. Damals hatten ein paar Regimenter US-Soldaten versucht, ihrem Nachbarn im Norden eins auszuwischen. Die Kanadier schlugen den Feind mit dem Mute der Verzweiflung zurück. Doch mittlerweile haben die US-Konzerne mit friedlichen Mitteln das nachgeholt, was die Krieger damals versäumten. Ein Omen, das sich bereits um die Jahrhundertwende manifestierte: damals wurden die Thousand Islands für Nordamerika das, was die Costa Smeralda heute für Europa ist – ein Ferienzentrum für feine Leute.

Mr. Pullman (Pullman Cars), Mr. Boldt (feine Hotels), Mr. Noble (Bonbons) und eine Reihe weiterer Gentlemen  aus dem Big Business schufen sich hier ihre Residenzen. Ihrem mehr oder weniger leuchtenden Beispiel folgten Tausende von Nachahmern. Heute sind fast alle Inseln verkauft und in Privatbesitz, doch gibt es eine ganze Reihe von öffentlichen Campingplätzen.

Eine Attraktion für die Nordamerikaner ist das Wasserschloß von Mr. Boldt, genau wie die Replika des Grabens von Napoleon und die Residenz eines anderen Bewunderers dse großen – kleinen – Franzosen, dessen Haus die Form dse napoleonischen Dreispitz gegeben wurde.

Es gibt noch mehr zu sehen: die längste internationale Straßenbrücke der Welt, die Thousand Island Bridge (sieben Meilen) und die kürzeste bis dato bekannte internationale Brücke zwischen den beiden Zavikon-Inseln (neun Meter).

Die Thousand Islands sind ein Stück hübsches Nordamerika; ein Eldorado für Segel-, Motor- und Hausboot-Kapitäne. Ein Ausgang- oder Endpunkt für einen Trip über den Rideau nach Ottawa oder den Trent-Severn-Wasserweg zur Georgian Bay am Huron Lake – mit dem Georgian Bay Islands Nationalpark – eine weitere sehr empfehlenswerte Ferientour!

 

Text: Elmar Engel
Fotos mit freundlicher Genehmigung der Destination Canada

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