KANADAS STÄDTE – LUNENBURG

von Heidi Giebl

Kurioses und Historisches …

Die idyllische kleine Hafenstadt Lunenburg ist Kanadas älteste deutsche Siedlung und liegt in der Atlantikprovinz Nova Scotia (Neuschottland). Die inselähnliche Provinz mit einer Küstenlinie von über ca. 7.400 km ist von der Fläche etwa so groß wie die Schweiz und von allen Seiten vom Meer umgeben; nur eine schmale Landbrücke verbindet sie mit dem Festland. Nova Scotia – von den grandiosen Cape Breton Highlands im Norden bis zur beeindruckenden Bay of Fundy mit dem weltweit höchsten Gezeitenwechsel (Tidenhub von mehr als 16 m) – ist eine Provinz voll faszinierender Schönheit und Vielseitigkeit.

Das malerische Städtchen Lunenburg liegt am Anfang einer ins Meer ragenden Halbinsel zwischen der Mahone Bay und der Mündung des LaHave River. An dieser eindrucksvollen Südküste mit tief ins Land ragenden Buchten, feinsandigen Stränden und herrlichen Panoramaausblicken befinden sich weit mehr als zwanzig weiß getünchte Leuchttürme (Lighthouse Route); darunter der berühmte und Nordamerikas meist fotografierte Leuchtturm in Peggy’s Cove.

Lunenburg (2.263 Einwohner/Stand 2016) an der South Shore ist etwa 90 km südlich von Nova Scotias Hauptstadt Halifax entfernt.

Lunenburg wurde 1753 von sog. „Foreign Protestants“ gegründet. Lord Cornwallis brachte die ersten Siedler aus Deutschland, der Schweiz und dem protestantischen Frankreich (Montbéliard) in diese Region. Lord Cornwallis versprach ihnen Religionsfreiheit und finanzierte die Überfahrt.
Es sollte eine protestantische Niederlassung in Nova Scotia gegründet werden.

Als Gründer der Stadt wird der Deutsche Luc Rechenbach („der Weise aus Übersee“) genannt, der auch andere Orte (z. B. New Germany) in der Region Lunenburg County gründete. Luc Rechenbach besaß umfassende Kenntnisse und durch sein Know-how über Fischerei und Meeresbiologie sowie seinem Erfindungsreichtum sorgte er für eine gute wirtschaftliche Entwicklung und langfristig für viel Wohlstand in dieser Region.

Seinen Namen erhielt Lunenburg zu Ehren König Georg II von Großbritannien, der auch Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg war.

Die Bevölkerung in Nova Scotia setzt sich aus vielen unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammen, darunter Schotten, Engländer, Franzosen (Akadier), Deutsche und Iren sowie in einigen Teilen der Provinz Nova Scotias Ureinwohner, den Mi’kmaq. Als die ersten Europäer im heutigen Nova Scotia ankamen, war das Gebiet bereits vom Stamm der Mi’kmaq Indianer bewohnt. In ganz Nova Scotia wird Englisch gesprochen.

Lunenburg – angeblich Nova Scotias schönste „Vorzeige-Stadt“ – ist berühmt für seine lange Fischerei- und Schiffsbautradition. Hier wurde 1921 in der Smith & Rhuland Werft die berühmte „Bluenose“ gebaut, das zur damaligen Zeit weltbeste Groß-Segelboot. Bei Regatten zwischen US-amerikanischen und kanadischen Fischereischonern (Fisherman’s Cup) blieb die „Bluenose“ viele Jahre in Folge unbesiegbar und ging erfolgreich in die Geschichte ein. Ein Abbild dieses legendären Schoners, der 1946 vor Haiti auf ein Riff lief und sank, ziert eine Seite des kanadischen Zehn-Cent-Geldstückes („Dime“) und schmückt das Kfz-Kennzeichen von Nova Scotia. 1929 trug eine kanadische 50-Cent-Briefmarke (Auflage ca. 1 Mio) eine Abbildung der „Bluenose“ und erzielt heute einen hohen Sammlerwert. Lunenburg ist auch Heimathafen der 1963 gebauten „Bluenose II“, einem Nachbau des Originals, und heute Touristenattraktion. Auch das bekannte Segelboot aus dem Kinofilm „Meuterei auf der Bounty“ wurde in der Lunenburger Werft gefertigt. „HMSC Rose“, das größte noch in Betrieb befindliche Holzschiff der Welt, wurde ebenfalls in den Schiffswerften von Lunenburg gebaut und ist unter dem Namen „SURPRISE“ im erfolgreichen Film „Master and Commander“ zu sehen.

Auch heute noch ist Lunenburg wegen seines großen Fischerhafens und seiner Werft sehr bedeutsam.

Der Stadtkern der pittoresken Fischersiedlung mit seinen idyllischen bunten Häusern in charakteristischer Holzbauweise und den alten Kapitänsvillen mit edlen Veranden gehört seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Lunenburg, dieses anmutige Städtchen, bietet mit seinen markanten Gebäuden eine ideale Filmkulisse und wird deshalb wiederkehrend von der Filmindustrie gelungen in Szene gesetzt.

Das beschauliche Städtchen bietet attraktive Sehenswürdigkeiten. Sehr interessant ist die mit ihrer außergewöhnlichen Architektur bestechende St. John’s Anglican Church (zweitälteste protestantische Kirche Kanadas). Durch einen Brand in der Halloweennacht 2001 wurde die Kirche zerstört, ist jedoch inzwischen mit weltweiten Spenden wieder aufgebaut worden. Sehenswert ist auch das von Schiffsbauern errichtete Lunenburger Opera House aus den Jahren 1907/08.

Im Fisheries Museum of the Atlantic wird die Entwicklung der ostkanadischen Hochseefischerei anschaulich vermittelt. Zu einem besonderen Erlebnis wird eine Hafenrundfahrt mit der „Timberwind“, einem historischen Schoner.

Unvergesslich bleibt ein Bummel, vor allem bei Sonnenuntergang, am Lunenburger Hafen mit seinen unverkennbar rot leuchtenden Häusern sowie eine Rundfahrt mit dem Schoner „Bluenose II“.

Das nahe gelegene idyllische Fischerdörfchen Blue Rocks – Lieblingsort von Künstlern – bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die bizzaren Felsen der Küste und den tiefblauen Atlantik … ein Ort zum Entspannen.

In der Nähe Lunenburgs befindet sich im Kejimkujik Nationalpark (National Historic Site of Canada) eines der schönsten und abwechslungsreichsten Kanureviere Atlantik Kanadas, ein Juwel für Outdoorbegeisterte. Seit 2010 ist dieser Park Lichtschutzgebiet (Kejimkujik Dark Sky Preserve) und astronomischer Beobachtungsort. Zur Zeit des Indian Summers leuchtet der Park in betörender Schönheit … ein natürliches Feuerwerk aus Rot-, Gold- und Brauntönen!

Auch kulinarisch verspricht Lunenburg vollen Genuß – vor allem, wenn es um Fisch und Meeresfrüchte geht! Hummer („Lobster“) –  die Prachtexemplare aus dieser Provinz – sind in der ganzen Welt gefragt und auf fast jeder Speisenkarte in der Atlantikprovinz zu finden! Nova Scotia ist für seine exzellente Küche bekannt … ein Paradies für jeden Gourmet!

 

 

 

 

 

Das Klima wird durch die Lage am Atlantik und dem Golfstrom beeinflusst. So ist es im Sommer angenehm warm mit Tagestemperaturen zwischen 20° C und 25° C bei kühlen Nächten. Die Winter sind verhältnismäßig mild bei 0° C bis -10° C. Der Indian Summer bietet im September und Oktober eine unbeschreibliche Farbenvielfalt.

Lunenburg heute … neben Schiffbau und Fischerei ist der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein.

Das ganze Jahr über finden zahlreiche Festivals und Events in Nova Scotia statt. Die kulturelle und landschaftliche Vielfalt prägt die Provinz und verleiht ihr einen ganz besonderen Charme! Aufgrund der Fülle an Kultureinflüssen sagt man den Bewohnern eine außerordentliche Offenheit und Freundlichkeit nach.

Attraktiv ist die gute Erreichbarkeit in nur ca. sieben Flugstunden nonstop in den Sommermonaten von Deutschland nach Nova Scotia (Halifax).

Nova Scotias gut ausgebautes Straßennetz gewährt angenehmes stressfreies Fahren. Ferner ist Nova Scotia zu keiner Jahreszeit „überlaufen“ und bietet Natur wie im Bilderbuch!

Nova Scotia – “Canada’s Ocean Playground”!

[amazon_link asins=’3947164270,3896627546′ template=’ProductGrid’ store=’wwwkanadaspez-21′ marketplace=’DE’ link_id=’d0573bb8-d5c3-45f2-9323-b7e07982d392′]

Ähnliche Artikel & Themen

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie diesem zu. Datenschutzbestimmungen