Geschichte für Touristen in Kanada – Westküste

by Peter Iden

Die ursprüngliche Besiedelung Kanadas von Asien über die Beringsee ist sehr gut geschichtlich und auch wissenschaftlich belegt und bewiesen. Auch die Tatsache der Weiterwanderung der asiatischen „Einwanderer“ entlang der Westküste Nord- und Mittel-Amerikas sowie die daraus entstehenden Azteken-, Inka- und Maya-Zivilisationen sind ausgiebig geschichtlich studiert und dokumentiert worden.
Die Spanier erkundeten von Mexiko aus zuerst die Küsten von Kalifornien und Oregon in den 1540’er Jahren, segelten jedoch nie weiter nach Norden. In 1774 und 1775 allerdings segelten sie entlang Kanada’s Westküste und proklamierten sie als „Spanisches Territorium“. Wegen der europäischen Kriege und Konflikte mit den Engländern zogen sich die Spanier in 1789 aus Nordamerika zurück.

 

Die Russen waren ebenso interessiert an den Pelztieren des nordamerikanischen Kontinents, aber ihre Präsenz an der Pazifischen Westküste war ziemlich minimal und konzentrierte sich hauptsächlich auf Alaska. In Kalifornien etablierten die Russen in 1812 ihren Handels-Stützpunkt Fort Ross (das russiche „ros“ oder „rus“ ist ein poetischen Name für die Russen in ihrer Sprache) an der heutigen Bodega Bay, sowie eine „Sealing Station“ für den Fang von Seehunden, Seelöwen und Seeottern, deren Pelze besonders in Asien enorme Profite versprachen.
Eine russische Kolonisation von Nordamerika war niemals im Interesse der russischen Könige und Königinnen, sondern nur der Pelzhandel.

Als der Profit vom Pelzhandel bis zur Mitte des 1900. Jahrhunderts erheblich fiel, verkaufte Kaiser Alexander II am 30. Dezember 1867 Alaska und Fort Ross an die U.S.A. fuer 7,2 Millionen Dollar. Es war das Ende der russischen Aktivität im westlichen Nordatlantik.
Die apokryphen Reisen des Griechen Ioannis Phokas, ein Pilot der Spanischen Flotte der seinen Namen auf Juan de Fuca änderte, lassen Zweifel aufkommen, dass er jemals die später nach ihm benannte Wasserstrasse zwischen Vancouver Island und dem Festland gesehen hat. Durch die zahlreichen kleineren und größeren Inseln der „Gulf Islands“ wäre eine Durchsegelung bis in die Strait of Georgia sowieso für damalige Verhältnisse viel zu gefährlich gewesen.
Der Begriff „Strait“ bezeichnet in dieser Hinsicht einen engern Wasserweg, der zwei größere Wassermassen verbindet. Andere Beispiele sind „Strait of Gibraltar“, „Bering Strait“, „Strait of Dover“.
Sicherlich um seinem spanischen Befehlshaber, dem König Philip II, zu imponieren, beschrieb er die Inland-Passage als „Strait of Anian“, die als der mythische Weg zu der Nordwest-Passage gehalten wurde, durch die Asien erreicht werden konnte.
Captain Cook war der Erste, der auf seiner letzten Reise von 1776 bis 1780 die Kartographie der nordwestlichen Küste aus der imaginären Sphäre auf ein verlässliches Niveau brachte.
Nachdem Cook auf seiner dritten und letzten Reise endgültig verlässliche Karten der nordamerikanischen Westküste von seinem Kartographen zeichnen ließ, segelte er danach zurück nach Hawaii, wo er bei seinem dritten Besuch der „Big Island“ Insel bei Kealakekua, 13 Meilen südlich von Kailua-Kona, in einem Streit zwischen Europäern und Hawaiianern am 14. Februar 1779 getötet wurde. Der Ort ist heute einer der Touristen-Hauptattraktionen der Insel (Big Island).
Die meisten der Westküsten-Erforscher ignorierten allerdings die Passage zwischen Vancouver Island und dem Festland In den Logbüchern (soweit diese spaeter noch vorhanden waren) von Hernandez, Bodega y Quadra, Cook, Galiano, Valdez, Crespi, Saravia, Vancouver, Mackenzie und Fraser ist die Passage, wenn überhaupt, dann nur kurz „im Vorbeisegeln“ erwähnt.
Erst in 1787 fand der englische Pelzhändler Captain Charles Barkely den Inland-Wasserweg und gab der Strecke südlich von Vancouver Island den Namen „Strait of Juan de Fuca“.
Sämtliche der Forscher – Columbus, Hudson, Frobisher, Cartier und Cabot u.a. versuchten die Nordwest-Passage zu finden, jedoch ohne Erfolg. Beide von Sir John Franklin’s verschollene Schiffe seiner Expedition in 1845-46, die Erebus und die Terror, wurden vor wenigen Monaten bei King William Island gefunden. Die Mitglieder dieser Expedition sind sämtlich verschollen.
Es war der Norweger Roald Amundsen, der die Nordwest-Passage von 1903 bis 1906 von Osten bis Westen durchsegelte. Und es war ein in Norwegen geborener Kanadier, RCMP Sergeant Henry Larsen, der die Northwest-Passage in 1940 bis 1942 auf dem RCMP Schiff „St.Roch“ in beiden Richtungen bewältigte. Die St.Roch wurde in 1954 von der Stadt Vancouver gekauft, in 1962 als Nationalgeschichtliches Denkmal bestimmt und ist heute im Maritimen Museum in Vancouver zu sehen.ie erste Landung des in Hawaii geborenen englischen Forschers Captain Cook in 1778 wird allerdings an verschiedenen Plätzen als Touristen-Attraktion angeboten, unter anderen auch im Nootka Sound.
Der Name „Nootka“ beruht auf einem Missverständnis von Captain Cook, der in 1778 im Nootka Sound landete und den Namen der Nuu-Chah-Nulth nicht richtig verstand und als „Nootka“ dokumentierte.
Obwohl Captain Cook praktisch die gesamte Westküste der beiden Amerikas besegelte, hat er die Juan de Fuca Strait entweder nicht gefunden oder sie total ignoriert, weil er nicht wusste, dass sie auf der Inselseite von Nuu-Cha-Nulth Stämmen, auf der Festlandseite von den in ihrer Sprache und Kultur verwandten Kwakiutl Stämmen bewohnt war. Die ebenfalls von diesen Stämmen bewohnte Olympic-Halbinsel ignorierte Cook genau so.
in 1978, zweihundert Jahre später, adoptierten alle der Nootka-Staemme sowie auch die Kwakiutl kollektiv den Namen Nuu-Chah-Nulth für ihre Nation.
Dokumentiert ist, dass der Peruaner Juan Francisco de la Bodega y Quatra seit 1789 Kommandeur der spanischen Flotte entlang der gesamten nordamerikanischen Westküste war.
In 1789 sandte Bodega seine Schiffe von Neu-Spanien (Mexiko) nordwärts, um die spanische Souveränität der westlichen Küste von Mexiko bis Alaska zu festigen.
Nebenbei wollte er auch auf Befehl Spaniens die Ausbreitung der russischen Händler und ihrer Siedlungen entlang der Westküste zu erkunden, welche sich bereits bis nach Kalifornien ausgebreitet hatten. Russland hatte nie Länder kolonisiert, war aber sehr am Handel interessiert.
Bodega war dabei, im Nootka Sound ein Fort zu bauen, als mehrere britische und amerikanische Schiffe mit Fellhändlern einliefen, die sich ebenfalls im Nootka Sound ansiedeln wollten. Die Spanier kaperten die Schiffe und lösten dadurch eine Konfrontierung aus, die beinahe einen Krieg zwischen Spanien und England auslöste (die „Nootka-Krise“ von 1789).
Von 1792 bis 1794 erkundete der britische Captain John Vancouver die gesamte Küste des heutigen British Columbia bis nach Anchorage (Alaska) und gab zahlreichen Orten an der Küste ihre Namen.
Bekannt ist dass sich Captain John Vancouver und der spanische Kapitän Bodega y Quadra im Nootka Sound in 1792 trafen, um die Ansprüche ihrer Nationen auf die Küste von Nordamerika zu diskutieren. Allerdings ohne Resultate, denn beide hatten keine Instruktionen ihrer Regierungen erhalten.
Dass Chief Maquinna der Nuu-Chah-Nulth an diesem Treffen teilnahm ist zu bezweifeln, denn mit Hinsicht auf territoriale Ansprüche hatten die Briten sowie auch die Spanier den ansässigen „Wilden“ (Savages) keinerlei Rechte zugesagt.
Die von den Spaniern erwünschten Konditionen waren jedoch für die Briten nicht annehmbar. Zwei weitere Konventionen folgten. Auch die Forderungen der Spanier während der zweiten waren für die Engländer nicht annehmbar.
Die letzte der drei Konventionen in 1794 resultierte in einer Übereinstimmung: weder England noch Spanien durfte noch Siedlungen am Nootka Sound errichten. Diese Regelung besteht noch heute, sodass praktisch nur der Leuchtturm-Wart und einige wenige andere Menschen dort leben dürfen oder können.
Aber den Ort Friendly Cove (Yuquot) auf Nootka Island an der Westküste als den „Geburtsplatz von British Columbia“ durch ein „Gipfeltreffen“ zu erklären, erfordert schon allerhand mehr Touristenführer-Phantasie, besonders wenn man die totale Abgelegenheit und die wenigen Menschen ansieht, welche selbst noch heute dort leben.
Der Anspruch für Youquot als „soziales, wirtschaftliches und ökonomisches Zentrum“ der der Westküste ist also auch dem „Touristenfutter“ zuzuschreiben.
Abgesehen davon ist dieser Teil von Vancouver Island sowieso nur absolut minimal besiedelt. Es gibt keine Ortschaften nördlich von Tofino, und sämtliche dieser sind nur mit Booten zu erreichen. Also nicht gerade eine gute Lage für Treffen oder „Konventionen“ irgendeiner Art.
Von einer „Geburt von British Columbia“ am Nootka Sound kann also im Licht dieser Fakten total abgesehen werden.
Die Hudsons Bay Company etablierte eine Britische Kolonie auf Vancouver Island in 1849, sowie eine separate Kolonie namens British Columbia auf dem Festland in 1858 während des Frazer River Gold Rush. Die beiden wurden durch den Beitritt von British Columbia in das kanadische Bündnis der Provinzen (Confederation) in 1871 als eine einzige Provinz vereinigt.

 

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