Legendäres Kanurennen auf dem vereisten Sankt-Lorenz-Strom in Québec City

von Gary Kiemle

© TOURISME DU QUÉBEC / Photographer © Défi canot à glace/M.Riendeau

Eine der härtesten Wintersportarten der Welt
Bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad und reichlich Schnee kommen die Eis-Kanuten von Québec erst richtig in Fahrt: Ihre spektakuläre Überquerung des zugefrorenen Sankt-Lorenz-Stroms, das „Canot à glace“, ist jedes Jahr einer der Höhepunkte beim weltgrößten Winterkarneval in Québec City. Jeweils fünf Bootsfahrer bilden eine Kanu-Crew. Ziel ist es, mit einer zerbrechlich wirkenden Nussschale das Südufer des halb zugefrorenen Stroms zu erreichen und wieder umzukehren. Tausende Besucher beobachten fasziniert den wilden Kampf der Kanuten gegen Eisschollen und die starke Strömung. Jeder Paddelzug vorbei an scharfkantigen Schollen wird zum übermenschlichen Kraftakt. Für den 3,2 Kilometer langen Parcours benötigen die Teams knapp eine Stunde.

Rund 20 Mannschaften, darunter auch Frauen-Teams, gehen jedes Jahr an den Start. Nur wenige Boote meistern das Rennen gegen die Naturgewalten. Das Preisgeld von rund 2.500 Dollar ist es nicht, was die Kanuten zum Mitmachen anspornt, sondern Tradition und Ruhm. Seit den Pioniertagen ist es in Québec Brauchtum, sich mit der rauen Natur des Landes zu messen: Die ersten Siedler auf den Inseln im Sankt-Lorenz-Strom waren während der langen Wintermonate von der Außenwelt abgeschnitten. Mit dem Kanu über das Eis zu fahren stellte die einzige Möglichkeit dar, Vorräte zu besorgen oder Kranke zum Arzt zu bringen. Beim jetzigen Kanu-Spektakel auf dem vereisten Sank-Lorenz, das seit 1955 ausgetragen wird, ist es daher nicht von Belang, ob ein Team siegt oder während des Rennes vom Kurs abkommt. Begeisterter Jubel und höchste Ehren sind den Kanuten sicher.

 

 © TOURISME DU QUÉBEC / Photographer © Défi canot à glace/M.Riendeau

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