KANADA: Bagels, Donuts, Muffins und Butter Tarts – Teil 3 von 3

von Peter Iden

MUFFINS:
Muffins sind kleine gebackene “Kuechlein” aus Weizen- oder auch Roggenmehl (seltener Maismehl), serviert entweder ohne irgendwelche Fuellungen, oder mit einem Sortiment aus Fruechten und Nuessen bestehend (Blaubeeren, Erdbeeen, Walnuessen usw.).
Muffins und Crumpets aehneln sich mit ihrer Schwamm- und Pfannkuchen-aehnlichen Oberflaeche, welche sich ausgezeichnet zum Bedecken mit Butter, Marmelade, Erdnussbutter, Nutella usw. eignet. Fuer die noblen Muffins und Crumpets ist es “unenglisch”, aber in Nordamerika werden beide oft mit gebratenen Eiern, Speck und Kaese zum Fruehstueck serviert.
Die Zutaten werden normalerweise in zwei Posten praepariert: die “feuchten” (Eier, Fett, Milch, Fruechte) in einem Behaelter, die “trockenen” Zutaten (Mehl, Zucker) in einem anderen, dann vor dem Backen kombiniert. Urspruenglich wurden sie auf einer Grillflaeche gebacken, wie z.B. in einem Flachgrill oder einer eisernen Pfanne.
Nordamerikanische und Englisch Muffins werden mit Hefe zubereitet, Crumpets mit Backpulver. Crumpets werden nur auf einer Seite gebacken, Muffets auf beiden. Muffins werden in Deutschland als “Toastbroetchen” verkauft.

 


English Muffins mit Braunschweiger, Kaese und Senf? Mit Eggs Benedict? Mit einem kleinen Hamburger? Mit gebratenem Ei und Speck? Mit Wurstscheiben oder Kaese? Mit Thunfisch-Salat, geraeuchertem Lachs oder Forelle? Die Moeglichkeiten sind unbegrenzt! Und nichts schmeckt besser am Morgen als ein oder zwei English Muffins aus dem Toaster mit Butter, Honig oder Marmelade!


BUTTER TARTS
Abgesehen von meiner persoenlichen Vorliebe (schon seit mehr als 60 Jahren) fuer dieses Gebaeck sind “Butter Tarts” auch ein typisch kanadisches Produkt. Die heutigen Versionen haben hauptsaechlich eine Sirup- oder Honig-Basis mit Butter. Der Sirup ist selten Maple Sirup, denn der ist zu fluessig – und auch zu teuer fuer kommerzielle Butter Tarts.
Bei Tim Hortons oder in den meisten anderen Fast Food Restaurants kann man keine Butter Tarts kaufen, aber in Ontario und British Columbia (wahrscheinlich auch in anderen Provinzen) gibt es Restaurants die bekannt fuer ihre Butter Tarts sind. In Ontario gibt es sogar eine “Kawartha Northumberland Buttertart Tour”, auf der man Dutzende von Restaurants und Farmers Markets besuchen kann, um ihre Butter Tarts zu versuchen und zu kaufen.
Der Teig fuer Butter Tarts besteht aus Mehl, Salz, Schmalz, Eiern und etwas Essig. Die Mischung wird in speziellen Pfannen (Muffin Pans) gebacken, bis sie eine knusprige Oberflaeche haben. Kommerzielle Muffins (wie bei Hortons) werden in Paperformen gebacken, weil sie sehr kruemelig sind und beim Einkauf leicht zerbroeckeln.
Als “Fuellung” (oder Untermischung) findet man hauptsaechlich Pecan-Nuesse und Rosinen, aber in den letzten Jahren gibt es sogar Butter Tarts mit Speck. Persoenlich ziehe ich eine feste Fuellung vor, aber viele Kanadier wollen ihre Muffins mit einer semi-fluessigen Fuellung haben.
Die Geschichte der Butter Tarts ist nebelhaft. Sie entstanden wahrscheinlich durch Evolution aus mehreren Rezepten fuer Gebaecke, welche die esten Siedler mit sich brachten.
Ob es nun die Franzosen (Tarte au Sucre), die Schotten (Border Pie), die Amerikaner aus den Suedstaaten (Pecan Pie), die Englaender (Treacle Tart) oder die Pennsylvania Dutch (Shoofly Pie) oder sogar der Backwards Pie der Maritimers waren, welche die Evolution der aus kanadischen Zutaten bereiteten Muffins zu ihrer heutigen Beliebtheit brachten, ist debattierbar. Jedenfalls lieben Kanadier suesse Desserts und Esswaren. Muffins sind heute ein Multimillionen-Dollar-Geschaeft.
Und zuletzt, noch eine “kanadische” Spezialitaet

CROISSANTS
Eigentlich nicht kanadisch, sondern aus Frankreich. Das habe ich jedenfalls bisher geglaubt, basiert auf dem franzoesischen Namen fuer das Halbmond-geformte Geback. Aber auch ich, wie die meisten Kanadier, war falsch informiert.
Der urspruengliche Croissant wurde etwa in 1838 als Variante des “Kipferl” geboren. Heute ist es ein Blaetterteig Gebaeck (“puff pastry”) welches bereits im 13. Jahrhundert in Oesterreich populaer war. Er wurde zuerst in der Boulangerie Viennoise in Paris von seinem “Erfinder”, August Zang, eingefuehrt. Die Popularitaet dieses Gebaecks brachte natuerlich fast sofort zahlreiche Imitatoren auf die Pariser Szene. Die Legende der “Franzoesischen Herkunft” der Croissants wurde also dort geboren. Als Butter-Gebaeck ist es eigentlich ein sinnloser Zusatz, aber ein frisch gebackener Croissant mit Butter ist fuer mich eine mundwaessernde Delikatesse!
“Vol-au-vents” (windgeblasen) sind verwandt als Blaetterteig-Gebaeck mit Croissants. Sie werden in Kanada gefuellt mit verschiedenen Ingredienzen (Fleisch-, Fisch- Gemuese-Salat, Hummern- oder Krabbenfleisch usw.) als “snacks” oder “hors d’oeuvre” vor Anfang einer Mahlzeit angeboten.

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