Mit dem Rucksack unterwegs in den Kanadischen Rocky Mountains

von Roland Kiemle

Mount Assiniboine & Sunburst Lake

Der kanadische Wald ist kein Forst! Unglaublich wie schnell sich auch Leute, die mit der Wildnis vertraut sind, im „Busch“ verlaufen können!
Mit dem kleinen Unterschied zum Greenhorn, dass der Waldläufer wieder herausfindet.

Es gibt zwar auf dem mit Ratgebern für alle Lebenslagen, vollgestopften nordamerikanischen Buchmarkt inzwischen schon Bücher „How to walk“ ,…“wie man geht“ … , doch diesem Unsinn wollen wir uns nicht  anschließen.
Wer nicht weiß, wie er seinen Fuß vor den anderen zu setzen hat, der soll getrost dieselben weiter auf den Pedalen seines Autos lassen – oder daheim am Ofen wärmen.
Auch ich bin ein Gegner von Beschreibungen, die Wanderrouten bis ins letzte Detail auseinanderpflücken.
Wo bleibt da Raum für die Improvisation, die Überraschung, das Unvorhergesehene – Dinge die zum Erlebnis gehören, wie das Ahornblatt zu Kanada?

Zudem gibt es im Westen des Landes tausendmal mehr Möglichkeiten mit viel zu vielen „Einzigartigen“ darunter, als dass ein oder zwei Paar Stiefel ausreichen würden, sie alle wahrzunehmen. Deshalb muss ich auch hier dem Leser die Qual der Wahl oder die spontane Entscheidung beim Durchfahren einer einladenden Landschaft überlassen und führe lediglich die Spezialführer auf:

„The Canadian Rockies Trail Guide“ von Brain Patten by Devils Head Press Ltd. Canmore, Alberta Canada.

Stellvertretend für die tausend weiteren Möglichkeiten, sei eine der schönsten Wanderungen in den Rockies beschrieben, die zum Mount Assiniboine, dem „Matterhorn“ der Rockies, führt. Vom Spray-Stausee (zu erreichen ab Canmore/Alberta. Trans Canada Highway 40 Km oder genauer – vom Bryant Creek (Hütte des Park Warden) sind es 20 km über die obere, interessantere Route, die die schönere Aussicht bietet. Nach 12 Km zweigt sie vom kürzeren, tiefergelegenen Pfad ab, auf dem man dem Bryant Creek östlich aufwärts gefolgt ist. Der Pfad rundet die Flanken des Gave Mountain und überquert den Assiniboine Pass, steigt zu den O’Brien Meadows hinunter, wo eine übersichtliche Orientierungstafel den Wanderern sicher zu den Campingplätzen, die Assiniboine Lodge oder den Naiset-Hütten leitet. Die zweite Etappe ist mit 27 km länger und anstrengender. Sie führt unterhalb am Nub Peak entlang, westlich am Og Lake vorbei, durchquert das Valley of the Rocks mit seinen riesigen Felsblöcken, steigt zum Simpson River und Golden Valley steil zum 2 360 m hohen Citadel Pass hinauf (400m Höhenunterschied), verläuft am winzigen Howard Lake vorbei, überquert die Cluartz Ridge (Kamm} und endet im Sunshine Valley mit Anschluss an das Straßennetz des Banff Nationalparks.
Pilotensicht auf die Kanadischen Rockies.

 

Ein heißer Tipp für abenteuerliches Berg- und Wildniswandern, ohne Straßen und organisierte  Campingplätze, sind die Purcell Mountains ein wilder Gebirgszug, der sich westlich und parallel der eigentlichen Rockies zwischen Kimberley im Süden und Golden im Norden erstreckt. Ihr Herzstück ist ein Landschaftsschutzgebiet (Wilderness Conservancy) In vielen Abschnitten des Gebirgszuges, so schreiben die Autoren des Purcell-Führers, ist mit Schwierigkeiten zu rechnen. Es ist sogar im Gegenteil eine ganze Menge Durchsetzungsvermögen erforderlich, um in einige Gebiete überhaupt hineinzukommen, und von diesen Wiederum, sind einige eine Herausforderung für die besten Bergsteiger der Welt. Doch niemand muss eine Steilwand durchklettern können, um die Schönheit der Purcells kennenzulernen. Auch der ganz normale Bergsteiger mit passabler Kondition kann sich ohne Probleme dieser Berge erfreuen. Er kann, wenn er will, in relativ kurzer Zeit in diese Ur-Natur eindringen, die dichten Wälder und Matten sehen, den Adler und die Bergziege beobachten, am stillen Gumpen des Bergbaches sitzen oder in dessen herabstürzender, weißen Gischt träumen. Auf jeden Fall erwartet ihn immer das großartige Erlebnis der Bergwildnis.

Dem habe ich nichts hinzuzusetzen- immerhin ist einer der Autoren, Patrick Morrow, einer der beiden Männer, die bei der kanadischen Mount Everest- Expedition 1983 den Gipfel erreichten und der auch auf vielen anderen Achttausendern gestanden hat.

Leider sind nur einige wenige und gebrauchte Exemplare im Internet erhältlich:

,,Exploring the Purcell Wilderness“ von Anne Edwards, Patrick Morrow und Arthur Twomey. Erschienen bei Douglas & Mclntyre Vancouver B.C.

[amazon_link asins=’B01FGOEVAO,1897522010,1742207456′ template=’ProductGrid‘ store=’wwwkanadaspez-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’df5d6ca2-23b3-11e8-91c5-511b632271b7′]

 

Ähnliche Artikel & Themen

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie diesem zu. Datenschutzbestimmungen