Skurriles aus Kanada Nr. 36

von Bernadette Calonego

Klotziges Kulthaus

Text und Foto von Bernadette Calonego, Vancouver

„Vancouver Special“ ist nicht nur der Name eines Biers, sondern eines weit verbreiteten Haustyps, der von 1965 bis 1985 in Vancouver und Umgebung gebaut wurde.  Diese Häuser sind architektonisch ziemlich hässlich, aber geräumig und boten damals vor allem großen Immigrantenfamilien viel Platz. Sie besitzen zwei Etagen, einen Balkon an der Vorderfront und meistens eine Backsteinwand beim Eingang.

Viel Wiese blieb bei den ausladenden Kästen auf dem Grundstück nicht übrig. Für diese Retortenbauten hat man früher schöne Traditionshäuser abgerissen. Später wurde das „Vancouver Special“ zum Inbegriff des schlechten Geschmacks. Heute können sich wieder mehr Leute für diesen Haustyp erwärmen, denn man kann ihn so umbauen, dass sogar zwei Familien oder mehrere Generationen darin Platz finden. Eine Stiftung in Vancouver, die Heritage Foundation, bietet heute sogar Besichtigungen zu geschickt umgebauten „Vancouver Specials“ an. Der einst von Ästheten verschmähte Baustil ist in der renovierten Version plötzlich wieder en vogue. Zwischenzeitlich ist es verpönt, „Vancouver Specials“ abzureißen, wie es viele Neureiche tun und sie mit „Monster Homes“ ersetzen, die zwar neu und teuer sind,  es aber punkto Hässlichkeit mit den alten „Vancouver Specials“ aufnehmen können.  Nostalgie macht so etwas möglich.

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1 Kommentar

Roland Kiemle 4. Juli 2018 - 10:38

Diese Häuser wurden in den 50-80er Jahren tausendfach in Canada gebaut und waren erschwinglich auch für die arbeitende Bevölkerung
Canadas Es wurden deswegen keine wertvollen Häuser abgerissen -schon gar nicht in Vancouver. Diese Häuser wurden in der Mehrzahl
in den Vorstädten und am sog.Speckgürtel der Städte aufgestellt. Ganze neue Städte entstanden mit derartigen Gebäuden. Sie waren
finanziell erschwinglich – gut ausgestattet. Wer Vancouver in den Jahren nach dem 2.Weltkrieg kennenlernte, weiß um die teilweisen
hässlichen Häuser aus den 20er Jahren die fast alle Hochhäusern weichen mussten. Noch heute stehen in Vancouver südlich des
Broadway ganze Straßenzüge mit diesen Bauten – ganz zu schweigen von den Vororten wie Richmond oder Burnaby. Es ist für die in
letzter Zeit eingewanderten Wohlstandsbürger sehr wahrscheinlich nicht nachzuvollziehen was für die nach dem Kriege Ankommenden bedeutete so ein “klotziges Kulthaus ” erworben zu haben – und dies mit sehr wahrscheinlich harter Arbeit.

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