Tour zum Lake Superior

von Gary Kiemle

Im Sommer liegt der See, eher ein Binnenmeer, oft unter einer dichten, weißen Nebelhülle versteckt (die riesige Wassermasse erwärmt sich selbst im Juli/August nur wenig über den Gefrierpunkt), während die dunklen Fichtenwälder und die höheren der roten Uferfelsen schon von der Sonne beschienen werden. Gegen Mittag endlich durchbricht die Wärme die feucht-kalte Watte, dann wehen weiße Fahnen über den See, geben Blick frei auf dunkelgraues, später leuchtend blaues Wasser.


Für diese Tour, gewissermaßen im Kiel der Voyageurs, ist Sault Ste. Marie der Ausgangspunkt. Auf der 715 Kilometer langen Fahrt von Toronto passiert man auf dem Highway 17/TC1 North Bay und den Lake Nipissing, um sich rund 300 Kilometer vor dem Ufer des Oberen Sees in einer Mondlandschaft wiederzufinden. Eine verbrannte, verdorrte, vegatationslose Landschaft mit riesigen Kaminen, die giftig-gelbe Wolken spucken, breitet sich rund um Sudbury, die Nickelstadt – mit ihrem Wahrzeichen, einen „Nickel“ (kanadisches 5-Cent-Stück), 9 m hoch auf einen Sockel.

Sudbury ist ein Symbol dafür, mit welcher Münze der Fortschritt bezahlt werden muss, und die Hüttenstadt ist einer der schlimmsten Verursacher des sauren Regens, unter dem auch Ontario leidet. Das Ganze ist soweit gediehen, dass das Provinz-Ministerium für Umwelt und Resourcen Broschüren herausgibt, welche Fische in welchen Gewässer noch essbar sind und in welchen Mengen!
Doch am Oberen See ist die Welt noch in Ordnung. Hochinteressant ist es, einen Blick auf die Schleusen des Seewegs und die zwischen Lake Huron und Lake Superior passierenden Schiffe zu werfen. Die hier umgangenen Stromschnellen, französisch „sault“ haben übrigens  der Stadt Sault Ste. Marie den Namen gegeben, der heute (fast) nur noch als „Sou“ gesprochen wird. Wer sich Zeit lassen kann, gehe in die „Great Lakes Forest Research Station“ mit ihren „Wasserbombern“, den Flugzeugen zur Waldbrandbekämpfung.

Foto: Sault Ste. Marie – northernontario.travel

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