Reise-Pannen

von Susanne Neuenschwander

Ich fliege bestimmt zwei- bis dreimal pro Jahr nach Kanada und obwohl der Reiseweg immer mehr oder weniger der gleiche ist, hält fast jede Reise etwas Unvorhergesehenes bereit! Von Flugverspätungen über -annullierungen, von verspätetem Gepäck und gesperrten Strassen – I’ve seen it all! Deshalb rate ich, sich bereits bei den Reisevorbereitungen auf alle möglichen Szenarien einzustellen. An grösseren Flughafen sollte – vor allem an Wochenenden, Feiertagen oder Schulferien – mindestens zwei Stunden für das Einchecken oder Umsteigen eingeplant werden. Eine gute Reiseversicherung schadet auch nichts. Im Winter können vereiste Flugzeuge und Rollbahnen, Winterstürme oder ein enormes Verkehrsaufkommen (nicht vor und nach Feiertagen reisen!) zu Verspätungen führen, im Sommer können vor allem in B.C. oder in Ontario wie in den vergangenen zwei Jahren Waldbrände die Ursache für Flugausfällen sein.

Kleinere Flugzeuge innerhalb Kanadas müssen immer noch 3 Meilen Sicht haben, um landen zu können, was bei dichtem Rauch oder Nebel nicht möglich ist. Bei Ankunft sollte man nach der Landung die erste Nacht nicht nur wegen dem Jetlag in der Nähe des Flughafens verbringen und eine Adresse bereit halten. In 2018 kam gleich bei zwei Reisen der Koffer (nach 2x Umsteigen) nicht gleichzeitig mit mir an. Seit der Greyhound Service vielerorts abgeschafft wurde, verfügt Air Canada neu über einen eigenen Kurierdienst, der die Koffer nachliefert.

Ist ein Koffer beschädigt oder nicht auf dem Förderband, muss man dies unbedingt unverzüglich am Schalter melden. Keine Garantie oder Versicherung zahlt für Schäden, die erst zuhause gemeldet werden. Es lohnt sich,  die Telefonnummern der Fluggesellschaft oder des Reiseveranstalters zu notieren, sowie die von  den Versicherungen und dem nächstem Konsulat (plus Öffnungszeiten). Umgekehrt ist es von Vorteil, wenn man eine kanadische Telefonnummer, zum Beispiel von einem Bekannten oder notfalls vom Hotel, angeben kann. Erfahrungsgemäss rufen sie nie auf meine ausländische Handy-Nummer an, alleine schon deswegen, weil sie mit den Vorwahlen zu viele Ziffern für ihr Formular hat!

 

Ist man mit dem Auto oder Wohnmobil unterwegs, sollte man unbedingt am Schluss der Reise einen Tag für Unvorhergesehenes einplanen. Ist auf dem Highway ein Unfall, steht man unter Umständen stundenlang im Stau ohne dass der Verkehr umgeleitet wird. Lawinen, Erdrutsche oder Feuer können ebenfalls locker einen Umweg von mehreren hundert Kilometern zur Folge haben. In British Kolumbien sollte man vor jeder Etappe die Karte auf der Seite www.drivebc.ca über die aktuellen Strassenverhältnisse konsultieren.

Sollte tatsächlich etwas schief gehen: Mach‘ es wie die Kanadier und „take it easy“!

Ähnliche Artikel & Themen

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.