Brigitte Engel † – Ein Nachruf auf  eine streitbare Freundin

by Roland Kiemle

 

Die letzten Feuer sind entfacht,

 

das Jahr glüht aus in Rauch und Nacht


und graue Nebel gleiten,


das Ende zu bereiten.

 

 

Gemeinsam mit Brigittes Mann, Elmar Engel, haben wir  uns in den 70 er Jahren schon Gedanken gemacht, um eine realistische Darstellung der kommenden Touristik – Destination: CANADA
Uns ging es um die unzähligen OUTDOOR – Möglichkeiten die dieses Land zu bieten hatte, in Verbindung mit der faszinierenden Historie. Das kanadische Fremdenverkehrsamt setzte auf Honeymoon Urlaub an den Niagarafällen und Städteurlaub in den damals noch ziemlich gleich-aussehenden Städten der Ostküste, Fischen und Jagen obwohl damals schon der Widerstand der der Bevölkerung immer mehr zunahm.

Wir führten einen Kreuzzug mit dem Wohlwollen der Kanadischen Fremdenverkehrsämter durch die deutschsprachigen Länder. Mit Dia-Vorträgen und Filmen zeigten wir die einzigartige Wildnis, das zusammenleben mit den wilden  Tieren und die notwendige Erhaltung dieser intakten Natur. Zusammen veröffentlichten wir die ersten Outdoor-Bücher „Der Kanada Abenteuer Almanach“ mit über 130 000 verkauften Auflagen – es folgten weitere Bände und eine neue Serie: „Abenteuer und Legenden“. Brigitte und Elmar veröffentlichten ihr erstes gemeinsames Buch: „Kanada Story“, dann in rascher Folge:  „Labrador“ und  „Nördlich von Nirgendwo“.

Brigitte war stets als Lektor miteingebunden- veröffentliche aber auch eigene Ausgaben: „Indianisch Kochen“  sowie „Kochbuch unter freiem Himmel“. Sie übersetzte einen Bestseller von dem bekannten kanadischen Schriftsteller Farley Mowat: „Das Boot das nicht schwimmen wollte“ sowie von dem Bärenforscher Stephen Herrero: „Bären“.

Nun ist Brigitte im Januar diesen Jahres in ihrem Haus in Mutton Bay, Québec von uns gegangen.

Brigitte hat mir mal geschrieben: „ Wir, die Handvoll Frauen, die das Erlebnis des Outback, der Berge und der Wildnis mit unseren Männer teilen -oder auch mal für uns alleine beanspruchen- Wir sind keine Wallküren.

Wir sind keine „Mannweiber“, eher ist das Gegenteil der Fall. Die meisten Frauen denen wir im Busch, ob im Süden oder Norden begegneten und die wir später in der Zivilisation wieder besuchten, waren feminin und attraktiv- durchaus modebewusst – und hatten partout nichts einzuwenden gegen Schmuck, Parfüm, hübsche Kleider und geschmackvolle Wohnungseinrichtungen.
Und wenn diese Feminität als ausgleichender Faktor in eine rüde Männerpartie, in die Wildnis mithineinspielt, als Rudiment einer daheimgelassenen Zivilisation, halte ich es durchaus für positiv.“

Brigitte Engel & Thomas Woehrstein im Sommer 2014 in Mutton Bay

 

 

Ähnliche Artikel & Themen

1 comment

Avatar
Karl-Heinz Raach 1. Juli 2019 - 00:14

Hallo Herr Kiemle,
Ich habe Brigitte und Elmar Engel 1979 auf meiner ersten großen Kanadareise in Ihrer Blockhütte bei St.Augustin besucht und bis 2018 Kontakt zu Brigitte gepflegt. Zum Jahreswechsel 2018/2019 habe ich Brigitte noch einen Kuba-Kalender für 2019 nach Mutton Bay geschickt, der im Februar dieses Jahres an mich zurück geschickt wurde. Ab da war mit bewußt, daß irgend etwas vorgefallen sein muß. Soeben habe ich Ihren Nachruf auf Brigitte Engel im Internet gefunden. Und trauere um einen Menschen, der mich in jungen Jahren für Kanada begeistert hat und deren Meinung ( zu Kanada und vielen anderen Themen) ich bis zuletzt geschätzt habe.
Ich danke Ihnen für Ihren Nachruf und sende Ihnen viele Grüße aus Freiburg , Karl-Heinz Raach

Antworten

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.