Kanadische Cowboy-Folklore: Das Leben von Sam Kelly

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Die Legenden der Wild-West-Ära werden oft ausschließlich mit der amerikanischen Geschichte in Verbindung gebracht. Genauso wie die USA, hat jedoch auch Kanada eine faszinierende Vergangenheit voller Cowboy-Folklore und die dazugehörigen farbenfrohen Charaktere, die diese Geschichten zum Leben erwecken. In Westkanada gibt es neben Rodeo-Events auch viele faszinierende historische Orte, die an die Ära der Gesetzlosen, Cowboys und Rancher erinnern. Dieser Artikel wirft einen Blick auf die typische Bekleidung und Ausrüstung der klassischen Cowboys von damals und erzählt die Geschichte der kanadischen Wild-West-Persönlichkeit Sam Kelly, die zu ihrer Zeit für viel Unruhe und Leid sorgte.

Die Bekleidung und Ausrüstung

Die Kleidung der Cowboys in den USA und Kanada entsprach allgemein der Mode des 19. Jahrhunderts, hatte jedoch keinen besonders modischen, sondern vor allem einen funktionellen Wert. Die praktische Arbeitskleidung zielte darauf ab, den Cowboys das Leben im Wilden Westen um einiges zu erleichtern. Hosenträger sorgten zum Beispiel dafür, dass bei körperlichen Aktivitäten nichts rutschte, während Hemden nicht zugeknöpft, sondern einfach über den Kopf gezogen wurden. Westen schützen vor Kälte und Halstücher dienten bei aufgewirbeltem Staub als praktischer Mund- und Nasenschutz. Robuste Cowboystiefel waren mit Sporen besetz, um Pferde buchstäblich anzuspornen.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch der legendäre Cowboy-Hut, der bei den kanadischen Cowboys genauso aussah, wie bei ihren US-amerikanischen Brüdern. Während der ikonische Hut seinen Träger damals vor allem vor der sengenden Sonne schützte, hat er sich heutzutage zu einem regelrechten Fashion-Statement entwickelt und wird nicht nur von Viehbauern getragen, sondern auch von Stadtbewohnern, Poker-Spielern und Nostalgikern. Die Hauptausrüstung bestand aus dem Sattel, einem Lasso und einem Revolver und einem Messer. Um sich auf einem langen Viehtrieb mit Essen zu versorgen, trugen Cowboys ebenfalls immer eine Decke, Essgeschirr und Besteck bei sich.

Pferde- und Viehdiebstahl

Das Leben in Kanadas „Old West“ war keinesfalls langweilig: Zu den größten Unruhestiftern und Geächteten gehörten sogenannte Pferde- und Viehdiebe, die sich vor allem im Südwesten Kanadas versteckten, um dem Gesetz zu entkommen. Zu den notorischsten kanadischen und amerikanischen Banditen gehörten Persönlichkeiten wie Sam Kelly, Dutch Henry und die legendäre Nelson Jones Gang, die Zuflucht im Big Muddy Valley im Südwesten von Saskatchewan suchte. Da diese abgelegenen Gebiete voller Höhlen, Schluchten und Klippen waren, blieben viele Banditen meist unentdeckt und kamen mit ihren Verbrechen davon.

Sam Kelly aus Nova Scotia

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt der kanadische Cowboy Sam Kelly als einer der gefährlichsten und meistgesuchten Banditen des Westens. Kelly, auch bekannt unter dem Namen „Red“ Nelson, stammte ursprünglich aus Nova Scotia und sorgte zum ersten Mal für großes Aufsehen als er zwei Männern dabei half, aus einem Gefängnis in Montana zu fliehen. Da er sich zuvor mit dem Sheriff gestritten hatte, ließ er die beiden Gefangenen frei und warf der Frau des Sheriffs auf dem Weg nach draußen noch seinen Hut zu. Kelly, der nun immer mehr Straftaten beging, schloss sich anschließend dem berühmt-berüchtigtem amerikanischen Gesetzlosen Frank Jones an und wurde zum Mitanführer der Nelson Jones Gang, die überall für Angst und Schrecken sorgte.

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Trotz verstärkter Strafverfolgungsbehörden und Patrouille durch die North-West Mounted Police am Big Muddy, schaffte es die Gang immer wieder zu stehlen, zu töten und zu plündern, um sich danach in den Ausläufen und Höhlen des Big Muddy zurückzuziehen. Die hohen Klippen und flachen Schluchten erwiesen sich als ideal, um Gesetzeshüter aus der Ferne zu erspähen und dann die Flucht zu ergreifen. Das Big Muddy Valley und die Sam Kelly Caves waren sogar Teil des bekannten Outlaw Trails des berühmten amerikanischen Gesetzlosen Butch Cassidy. Der Trail verband verschiedene Verstecke und Stationen, die sich vom Südwesten von Saskatchewan durch die USA bis hin nach Mexiko schlangen. Legenden besagen, dass Kelly eine der Höhlen sogar jahrelang bewohnte.
Nach seiner Karriere als einer der erfolgreichsten Verbrecher des Wilden Westens, stellte sich Kelly anschließend den Behörden. Da es diesen es jedoch an Beweisen mangelte, konnte Kelly nicht verurteilt werden. Daraufhin begann der Bandit ein ehrliches Leben und betrieb mit seinen ehemaligen Gang-Mitgliedern eine eigene Ranch in der Stadt Debden, wo er bis heute in vielerlei Erzählungen und Legenden weiterlebt.

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