„Cowboy“ Larry Smith – Trapper & Musher im Yukon

by Gary Kiemle

Ein Journalist schrieb einmal: „Aus irgendeinem Grund kommen jedes Mal, wenn „Cowboy“ Larry Smith in die Stadt kommt, alle Frauen aus den Büschen. So viele, dass er sie mit Bärenspray abwehren muss.“
Rodeoreiter (daher auch sein Spitzname „Cowboy“), Schlittenhunde-Musher und Trapper, er ist ein Bild von einem Mann. Gestählte Muskeln und ungewöhnlich glänzend stahlblaue Augen, die man nie vergisst.
Er gehört ebenso wie Captain Dick Stevenon der den Sourtoe Cocktail erfand oder auch wie der Künstler Jim Robb, definitiv zu den „colorful five percent“ des Yukons!

Bereits in den 60er Jahren gab er das Rodeo reiten auf und zog sich in die Einsamkeit des Yukons in eine kleine Trapperhütte zurück. Dort lebte er als Trapper und in den 80ern nahm er mehrfach als Musher beim härtesten Schlittenhunderennen der Welt dem „Iditarod“ teil.

Er wurde 1983 Dritter beim Iditarod und ein anderes Mal Vierter. Meines Wissens fuhr er von 1980 bis 1984 fünf Mal den Iditarod. 1983 erhielt er 3.000 US-Dollar, weil er der erste Musher war, der den Yukon an einem Ort namens Anvik erreichte.
Eine Zeitung aus Nome, Alaska, schrieb: „Der Cowboy“ kommt in die Stadt. Sie schleppten sich aus den Betten in die kalte Nachtluft, um ihn zu begrüßen, als er auf dem Weg zum dritten Platz schleppend einen Fuß vor den anderen setzte.
Er war immer noch nicht vor Ort, aber man konnte die Aufregung spüren, eine andere Art von Aufregung als üblich, als der erste Musher fertig einfuhr. Dieser Moment war ehrfürchtig, fast fanatisch.
„Ich würde für niemanden außer dem Cowboy aufstehen'“, sagte eine Frau mit schläfrigen Augen.
„Ich liebe ihn total „, sagte eine andere,“ aber ich habe bereits einen Mann. Sie kamen mitten in der Nacht bei klirrender Kälte, ungefähr 500 Leute, jung und alt, männlich und weiblich, um ihren Helden zu begrüßen.“
Der Cowboy landete auf der Titelseite jeder Zeitung in Alaska und im Mittleren Westen der USA, als er vom ersten Tag an das Tempo des Rennens forcierte, was dazu führte, dass andere Musher ihre Strategien ändern mussten.

Mit dieser Strichzeichnung, wurde er von seinen Fans aus dem Yukon angefeuert:

Bei meiner ersten Begegnung  mit Larry schoss er mit einem Gewehr auf unsere Kanu-Gruppe bzw. immer knapp neben die Kanus, er war gerne alleine und wir störten ihn wohl gerade. Bei meiner anschließenden Tour gleich danach winkte er uns am Ufer zu sich. Mir war nicht klar, ob das nun eine gute Idee ist dort anzulanden oder nicht. Er sagte wie immer niemals „Hello“, sondern fragte einfach nur „coffee?“ Wir nahmen das Angebot dankend an, seine Hütte hing voll mit Wolfs- und Karibufellen. Viel redete er nicht, fragte dann aber, ob jemand ihm die Haare schneiden könne, er hätte keine Lust in die Stadt zu gehen. Zufällig hatten wir sogar eine Friseurmeisterin dabei und sie zauberte ihm einen Haarschnitt, der ihm wohl sehr gut gefallen haben muss.
Als wir nämlich ca. eine Woche später in Dawson ankamen und wir zuerst mal in einen Saloon gingen, um ein Bier zu trinken, kam Larry nach einer Weile herein und überreichte unserer Frisörin einen kleinen Lederbeutel mit einigen Goldnuggets darin und sagte kurz und knapp „thank you“. Mehr hatte sie noch nie an einem Haarschnitt verdient!

Seitdem traf ich ihn regelmäßig jedes Jahr nach oder während einer meiner Kanutouren und es war mir immer eine Freude, ihn zu treffen und ein Bier mit ihm zu trinken. Von mal zu mal redete er mehr und ich erfuhr einiges über sein hartes und einsames Trapperleben.

Schreibt uns, wenn auch ihr Erlebnisse mit „Cowboy“ Larry Smith hattet oder Geschichten über ihn kennt. Ich weiß nicht einmal, ob er noch lebt, vielleicht kann mir das jemand aus dem Yukon berichten. Denn es dürfte kaum jemanden geben der ihn nicht kennt.
Meine letzte Information war, dass er nun im Alter auf einer Fähre arbeiten würde.

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