Die Geschichte des Muskoka-Chairs

by Peter Iden

DIE GESCHICHTE DES MUSKOKA-STUHLS
Kein Stuhl ist so einladend zum Sitzen wie der “Muskoka-Chair”, den man überall in Ontario an den Großen Seen, besonders jedoch an den kleineren Seen der Provinz finden kann. Er ist praktisch Symbol der Idyllik, der Ruhe und Gelassenheit, die man bei allen Kanadiern finden kann. Über seinen Komfort allerdings kann man streiten, aber es gibt lange und weiche Rückenkissen, um das längere Sitzen auf einem Muskoka Chair angenehm zu machen.
Das Aufstehen allerdings (mit oder ohne Kissen) erfordert milde bis starke Anstrengungen. Es wird allgemein angenommen, dass der Muskoka-Stuhl (schon dem Namen nach) das Produkt eines kanadischen Erfinders ist.
Das entspricht aber nicht den Tatsachen.


Der Vorläufer des heutigen Muskoka Chairs wurde on dem New Yorker Thomas Lee in 1901 fuer seine Cottage in Westport in den Adirondack Mountains in New York State gebaut. Er schnitt die Teile für seinen ersten Stuhl aus nur einem einzigen Brett und baute sich gleich mehrere davon. Sie waren zum Sitzen und Relaxen einladend mit ihren nach hinten geneigten hohen Rückenbrettern und ihren sehr breiten Armlehnen.
Thomas Lee war ein Erfinder, aber kein Geschäftsmann. Er gab das Design einem seiner “guten Freunde”, einem im Winter gewöhnlich arbeitslosen Tischler. In 1903 registrierte dieser das Patent als “Westport Chair” unter seinem eigenen Namen und verkaufte zahlreiche der Stühle bis 1920, ohne Thomas einen Teil des Profits zu geben.
(Eine für mich nicht unbekannte Geschichte. Mein Deutsch-amerikanischer Onkel in Long Island, NY , war ein Erfinder. Einige seiner Erfindungen (Leichtbau-Steine, Autowaschmaschinen, Fiberglas Reparatur-Kits für Autos usw.) wurden von “Geschäfts-Partnern” gestohlen und patentiert)’
Aber zurück zu den Stühlen. “Westport” war für die meisten Amerikaner ein unbekannter Platz, und der Stuhl bekam den Namen “Adirondack Chair”. Irgenwann in den 1940’er Jahren nach dem 2.Weltkrieg, als Ferien in den USA bei Kanadiern populär wurden, brachte ein Kanadier einen oder sogar mehrere der Stühle zu seiner Cottage in Muskoka und der Begriff “Muskoka Chair” wurde geboren.
Eines der Unterschiede zwischen den beiden Designs ist dass die Rückenbretter des Adirondack Chairs am oberen Ende flach abgesägt, beim Muskoka Chair gerundet sind. Die ursprünglichen Westport-Stühle wurden aus 11 Stücken eines einzigen Brett geschnitten und hatten ein Brettstück als Rücken, welche später aus Gründen des visuellen Designs auf mehrere schlanke Bretterstreifen verbessert wurde.
Heutzutage gibt es zahlreiche Hersteller von Muskoka Stühlen, die ihre Modelle in diversen Farben und Holzarten anbieten. Usprünglich wurde nur das unzerstörbare kanadische Zedernholz benutzt. Heute ist das Motto “everything goes”, sogar farbige Plastik-Modelle. Scott Gooch bei Bayview Escarpment Furniture in Annan, ON nahe Meaford, ON produzierte auch die 10 Stühle in etwas über normaler Größe, welche die Stadt als Touristen-Attraktionen an diversen Ausblicken über die Georgian Bay und das Tal des Beaver River platzierte.

Scott nimmt z.B. auch Bestellungen für übergroße Muskoka Chairs an
Soweit die Geschichte des Muskoka Chairs. Er wird weithin als ein Symbol der kanadischen Idyllik, Ruhe und Gelassenheit betrachtet. Firmen wie Palason in Montreal bauen gigantische 2,6 Meter hohe Muskoka Chairs, die man für nur etwa$ 1,500 bis $ 2,000 kaufen kann. Vergrößerte Modelle des Stuhles kann man vielerorts in touristischen Plätzen und Gegenden finden, wie z.B. an einer der Skipisten in Collingwood, ON, in Barrie, ON, oder an der Sawdust Brewing Company in Gravenhurst, ON.

 

In den USA gibt es mehr als 30 Städte in diversen Teilen des Landes (sogar in Florida und Alaska) in denen man übergroße Adirondack Chairs finden kann.
Schaukelstühle sind derselben “Vergrößerungs-Manie” zum Opfer gefallen.
Aber das ist eine andere Geschichte.

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