Kanada wird Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2020

von Gary Kiemle

Foto: CBC

Ein Fest für englisch- und französischsprachige Literatur aus dem hohen Norden

Die Gastlandpräsentation in Frankfurt ist Kanadas erstes internationales Großprojekt, das von englisch- und französischsprachigen Verlegern und Autoren gemeinsam getragen wird. Die Zweisprachigkeit des Landes wird zentrales Element der kanadischen Präsentation sein. Schriftsteller aus beiden Sprachräumen sowie literarische Vertreter der First Nations werden in Frankfurt erwartet.

Dazu Juergen Boos: „Margaret Atwood, Douglas Coupland, Dany Laferrière, Yann Martel, Alice Munro, Michael Ondaatje oder Katherena Vermette und Mona Awad – kanadische Autoren überzeugen durch ihren außerordentlichen Einfallsreichtum und ihre visionäre Literatur. Sie erfreuen sich hierzulande einer großen Fangemeinde und sind längst Stammgäste auf den europäischen Bestenlisten. Der Gastlandauftritt Kanadas in Frankfurt vereint zwei Sprachräume; als Einwanderungsland steht Kanada beispielhaft für eine erfolgreiche multikulturelle Gesellschaft – damit wird diese Präsentation hochspannend. Im Rahmen des kanadischen Ehrengastprogrammes werden wir 2020 neben den großen Namen auch eine Reihe von neuen literarischen Entdeckungen aus allen Teilen des Landes machen. Wir freuen uns sehr darauf, den kanadischen Autorinnen und Autoren, Verlagen und Kulturinstitutionen auf der Frankfurter Buchmesse eine große, internationale Bühne bereiten zu können.“

„Unsere Regierung wird alles dafür tun, um sicherzustellen, dass Leserinnen und Leser weltweit Zugang zu einem breiten Angebot an kanadischer Literatur haben. Ich freue mich darauf, die kanadische Verlagswelt und weitere Kunst- und Kulturinstitutionen unseres Landes auf der Frankfurter Buchmesse 2020 präsentieren zu können. Für kanadische Künstler und Kulturunternehmen bietet der Gastlandauftritt eine fantastische Gelegenheit, ihr volles Exportpotential zu entfalten und ihre Position innerhalb des internationalen Marktgefüges zu stärken. Auf diese Weise leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu Kanadas wirtschaftlichem und sozialem Wohlstand“, sagte Mélanie Joly, Ministerin für das Kulturerbe Kanadas.

“Die Kanadische Verlagsbranche hat in den vergangenen drei Jahren geschlossen an diesem Projekt gearbeitet – wir sind sehr glücklich über die offizielle Bekanntgabe. Der Ehrengastauftritt Kanadas auf der Frankfurter Buchmesse, dem Zentrum der internationalen Verlagswelt, bietet uns eine hervorragende Möglichkeit, unsere Weltliteratur, Bücher und die kanadische Literatur zu präsentieren”, sagte Caroline Fortin von Éditions Québec-Amérique und Präsidentin des Frankfurt Book Fair 2020 Committee.

Der kanadische Buchmarkt im Überblick:
Die Zahl der kanadischen Verleger hat sich in den letzten 25 Jahren verdreifacht: 1.500 kanadische Verlage, darunter zahlreiche unabhängige Verlagshäuser, produzieren und vertreiben etwa 80 Prozent der in Kanada geschriebenen Bücher. Dabei wird 95 Prozent des Gesamtumsatzes mit Verlagserzeugnissen von 300 Verlagshäusern generiert. Die kanadische Verlagsindustrie produziert jährlich 10.000 Titel von kanadischen Autoren. 64,6 Prozent des Gesamtumsatzes mit Büchern und E-Books wird in der Provinz Ontario (englischsprachig) erwirtschaftet, während in Québec (französischsprachig) 29,9 Prozent des Umsatzes gemacht wird. Im Jahr 2010 wurden 77,8 Prozent des Gesamtumsatzes mit englischsprachigen Büchern erwirtschaftet, während 22,2 Prozent des Umsatzes auf Titel in französischer Sprache entfielen. Eine Besonderheit des kanadischen Marktes liegt darin, dass die großen multinationalen Verlagskonzerne wie HarperCollins, Penguin Random House oder Hachette eigene Niederlassungen in Kanada unterhalten, und den englischsprachigen Markt von dort aus bedienen. Das Verhältnis von kanadischen vs. multinationalen Verlagshäusern liegt bei 69,8 Prozent vs. 30,2 Prozent. Somit konkurrieren kanadische Verlage mit anderen Konzernen im eigenen Land. E-Books machen etwa 17 Prozent der verkauften Bücher aus. Bei den meisten Verlagen liegt der Anteil der E-Books bei 20 Prozent ihres Umsatzes. Im Jahr 2014 hatten 93 Prozent der Verlage E-Books im Angebot, und ungefähr die Hälfte davon stellte 50 Prozent ihrer Gesamttitel als E-Book zur Verfügung. www.livrescanadabooks.com

Quelle: Frankfurter Buchmesse

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