Skurriles aus Kanada Nr. 56

von Bernadette Calonego

Ikea-Möbel und  bunte „accent walls“ trifft man häufig in kanadischen Häusern an.

Text und Bild: Bernadette Calonego

Streit um die Bettdecke

Es gibt wirklich interessante Eigenheiten im Wohnstil der Kanadierinnen und Kanadier. Zum Beispiel, dass Einbauschränke die Norm und freistehende Schränke, „armoire“ genannt, die Ausnahme sind. Ganz oben auf der Prioritätenliste der meisten Kanadierinnen steht der begehbare Kleiderschrank  oder  „walk-in closet“.

Kürzlich schrieb ich für die Süddeutsche Zeitung einen Artikel über das „Wohnen in Vancouver“. Dabei wurden mir wieder einige Unterschiede bewusst.Während früher vor allem die relativ kleinen „Queen-Size“-Betten üblich waren, werden die größeren „King-Size“-Betten immer beliebter. Gemeinsam ist aber allen Größen, dass in der Regel keine Daunenbettdecke darauf liegt, sondern ein „comforter“, eine Steppdecke. Sie wird – genau wie die Matratze – von den Ehepartnern geteilt. Es gehört zum Morgenritual, dass sich die eine oder der andere darüber beschwert, dass ihm/ihr ständig die Bettdecke weggezogen wurde.

Die eingebaute Küche – wie auch viele andere Möbel – stammt häufig von IKEA. Man macht sich zwar ein bisschen darüber lustig, kauft aber trotzdem dort ein. Wer es vornehmer mag, mischt ein oder zwei Designerstücke unter die Möbel. Bei Herd und Kühlschrank dominiert immer noch rostfreier Stahl und Granit für die Abdeckung.  Abgesehen vom Edelstahl beim Kühlschrank, Herd und Mikrowellenofen muss die Einrichtung, wie die Kleider, praktisch und bequem sein. Mindestens eine Wand wird als „accent wall“ bunt bemalt, weiße Wände gelten als langweilig. Geräumige Häuser haben normalerweise einen „family room“. Früher befand er sich fast immer im Erdgeschoss, heute ist er meistens eine Erweiterung  des offenen Raums von Küche und Esszimmer. Gebraucht wird er vor allem zum Fernsehen.

Das werden vielleicht einige Europäer daneben finden. Wenn ich meinen kanadischen Bekannten indes erzähle, dass die Mieter in Deutschland ihre eigene Küchenzeile samt Herd und Kühlschrank mitbringen müssen, fallen sie fast vom Stuhl.

Sicher kennt ihr auch Unterschiede im Wohnstil zwischen Deutschen/Schweizern/Österreichern und Kanadiern. Das würde mich sehr interessieren.

 

Die Kanada-Krimis von Bernadette Calonego als Kindle Edition oder Taschenbuch:

Ähnliche Artikel & Themen

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie diesem zu. Datenschutzbestimmungen