Skurriles aus Kanada Nr. 57

von Bernadette Calonego

Text und Foto @Bernadette Calonego

Hysterie um die GST

In diesen turbulenten Zeiten wirken alltägliche Ärgernisse geradezu banal. Deshalb kann ich das Wagnis eingehen, mich über eine nicht so wichtige, aber lästige kanadische Unannehmlichkeit aufzuregen. Das ist im Angesicht des bedrohlichen Corona-Virus geradezu erholsam. Ich habe gerade meine Steuererklärung abgeschlossen und wieder einmal Gelegenheit gehabt, hunderte Male die GST (Goods and Services Tax) auszurechnen und in einer separaten Kolonne einzutragen.

Wie ihr sicher wisst, ist die GST eine Art Mehrwertsteuer, die auf verkauften Gütern und Dienstleistungen erhoben wird.  Daneben gibt es noch die PST (Provincial Sales Tax), eine Steuer, die an die Provinz geht. In manchen Provinzen werden die beiden Steuern zusammengelegt und HST genannt (Harmonized Sales Tax).

Wieviel einfacher wäre das Leben ohne diese Komplikation. Ich könnte meine Steuererklärung in der Hälfte der Zeit erledigen. Und wie schön wäre es, wenn man in den Läden genau den Preis bezahlen würde, der auf dem Preisschild steht. Aber nein, die Schlussrechnung sieht um bis zu 15 Prozent (je nach Provinz) höher aus.

Ich bin nicht gegen Steuern, nein, überhaupt nicht.  Aber warum kann man das Prozedere nicht vereinfachen? GST, PST und HST klingen für mich vor allem nach Bürokratie, Monotonie, Pedanterie und Melancholie.

Die Reihe kann fortgesetzt werden.

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