Sprachenkunde – der “th” Laut in der englischen Sprache

von Peter Iden
SPRACHENKUNDE – Der “th” Laut in der englischen Sprache

Der “th” Laut in der englischen Sprache ist problematisch für viele Menschen, weil er nicht in die phonographiche Struktur ihrer eigenen Sprachen passt.
Man findet dieses Buchstabenpaar in den Sprachen der Wallisen, Engländer, Isländer, Hindi, Griechen, Araber und Albanier.
Das Versagen, das “th” korrekt aussprechen zu können, ist jedoch kein Sprachdefekt.
Ausprache ist eine Sache des Akzents und des Dialekts. Es ist nicht das Resultat einer minderen Schulausbildung, des Lispelns, der Faulheit oder irgend einem anderen Grund.

Die meisten Kinder entweichen dem Lispeln in späteren Kinderjahren. Wenn nicht, sollte man allerdings früh mit Sprachtherapie beginnen.
Bestimmte Akzente allerdings werden in öffentlichen Berufen wie Schauspieler sogar als Pluspunkt fuer deren Karrieren angesehen.
Wie Arnold Schwarzenegger in einer Fernseh-Show in 1986 erklärte: “I always keep my accent because the Audience considers it as sexy”.
Ein deutscher Akzent ist jedoch nicht ein normaler Favorite der Film- und Fernseh-Welt. Dort nehmen britsche Akzente den ersten Platz mit einem Drittel einer großen befragten Audienz ein. Alle anderen erreichten nicht einmal 10% der Stimmen.
Aber zurück zum Thema “th”. Die englische Aussprache dieser beiden Buchstaben basiert sich auf der Position der Zunge hinter den Vorderzähnen. Sie muss die Spitze der Zähne berühren und der Luft erlauben, zwischen ihr und den Zähnen sanft zu entweichen. Praktisch gesehen ergibt das keinen definitiven Laut sondern verschmilzt it dem Wort als ein Teil.
Die Aussprache des Wortes “Spitze” im Hamburger “Missingsch” Dialekt (in Anlehnung an das niederdeutsche Platt) ist ein Beispiel fuer diese Position der Zunge.
Lispeln ist in einer Hinsicht mit der Aussprache des “th” verwandt, indem es durch eine falsche Platzierung der Zunge resultiert, welche das Ausatmen der Luft derartig beeinflusst, dass Worte und Silben verzerrt ausgeprochen werden.
Vielleicht können sich einige Lispler damit abfinden, dass auch mehrere berühmte Personen wie Drew Barrymore (Filmschauspielerin), Mike Tyson (Boxer), Barbara Walters (Fernseh-Journatistin), Winston Churchill (Politiker) und Sean Connery (Filmschauspieler) Lispler sind oder waren und dieses durch Sprachtherapie überwanden.
Studenten der spanischen Sprache haben ein ähnliches Problem mit dem “rollenden r” oder Worten mit dem Buchstaben “n” und einer Tilde darüber (ein “Umlaut”). Eine solche Tilde ändert jedoch nicht die Aussprache, ähnlich der deutschen Umlaute über den Selbstlauten a-o-u (neuerdings auch dem Buchstaben “i”). Die Reklame- und Medien-Industrien haben sich diesem “Umlaut-Trend” mit Begeisterung ergeben.
Der “Umlaut” ist ein Teil der deutschen linguistischen Struktur, bezeichnet durch zwei Punkte über den fünf Selbstlauten, welche eine Änderung der Aussprache mit sich bringt. Diese Schreibweise hat durch die Reklame diverser Industrien sturmartig die Welt erobert. Häagen-Dazs, Blue Öyster Cult, YogaMöm und Motörhead sind nur einige Beispiele.
Da jedoch all diese Firmen international tätig sind und ihre Produkte weltweit verkaufen, hat sich neuerdings eine “Gegenumlaut-Welle” entwickelt, weil die Namen” vieler Produkten Sprachschwierigkeiten der Käufer mit sich brachten. Der vorher erwartete Verkaufsaufschwung blieb deswegen aus, und in einigen Fällen beeinflusste ihre Verkäufe sogar negativ.

Die Tilde (~) (spanisch tilde, vom lateinischen titulus = Überschrift, Überzeichen) ist ein Schriftzeichen in Form einer aus zwei gleich großen Buchten gebildeten waagerechten Wellenlinie. Das Zeichen dient als diakritisches Satzzeichen oder als Symbol (Umlaut) welches eine abweichende Aussprache oder Betonung von der normalen Sprache andeutet.

Als Beispiel das altspanische Wort “anno”. wird durch die Tilde vom doppelten “n” auf “año” geändert. In der deutschen Sprache gibt es kein Wort mit dieser Aussprache (mit Ausnahme vielleicht des ursprünglich dem Französichen entnommenen “Kompagnon”), aber in der englischen Sprache sind Worte wie “onion”, “bunion”, “banyan”,oder “canyon” nicht selten zu finden.

Auf der anderen Seite steht das Beispiel des Buchstabenpaars “ch”, das typisch in allen deutschen Dialekten ist (wie auch im Holländischen das “kh”) und für uns leicht auspechbar ist, aber für Englisch sprechende Menschen unmöglich zu vokalisieren ist.
Es ist schwer, neue Geräusche in anderen Sprachen auzusprechen, wenn sie nicht ein natürlicher Teil ihrer Heimatsprache sind.
Wie kann man nun seine Aussprache des englischen “th” verbessern?
Da wird “Feind Spiegel” plötzlich zum besten Freund (solange man sich nicht durch sein eigenes Aussehen oder andere Sachen ableiten lässt). Nachdem man mit seiner morgentlichen Selbstkritik fertig ist, bewirken ein paar Minuten täglich mit diesem Freund Wunder in der Ausprache der problematischen Worte!

(Anmerkung: Die Verantwortung für die Wahl der Bilder in diesem Beitrag liegt einzig und allein bei dem Autor unter der Fair Dealing Provision der kanadischen Copyright-Gesetze).

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