Skurriles aus Kanada Nr. 61

von Bernadette Calonego

Von solchen kanadischen Destinationen können Deutsche derzeit nur träumen.

Text und Foto: Bernadette Calonego

Gebrochene Herzen

Auf Facebook lese ich regelmäßig die Kommentare und Einträge von Deutschen, deren Kanadareisen wegen Covid-19 annulliert wurden. Sie sind erschütternd. Und –  damit keine Missverständnisse entstehen – ich meine das nicht ironisch, sondern mitfühlend. Aus den Zeilen sprechen eine Liebe und ein Schmerz, die ganz tief gehen. Ich weiß nicht, ob es etwas Vergleichbares gibt wie die Sehnsucht deutscher Kanada-Fans. In Kanada existiert dieses Phänomen mit Sicherheit nicht.

Es gibt kein fremdes Land und keine Destination, die diese rohen, starken Emotionen in Kanadiern  hervorruft. Und es ist schon gar nicht Deutschland, das die Kanadier als Sehnsuchtsland beschäftigen würde: Nur wenige Kanadier (außer deutschen Immigranten) sind je dorthin gereist. Deutschland ist für die meisten Kanadier eine ziemlich unbekannte Größe. Wenn ich kanadischen Freunden die Bedeutung Kanadas in der Psyche vieler Deutscher zu erklären versuche, stoße ich auf höfliches Unverständnis. Viele Kanadier sind sich zwar bewusst, dass ihr Land den Deutschen gefällt. Aber welche intensiven Gefühle Kanada in deutschen Besuchern (und auch in Deutschen, die nie hier waren) auslöst, können sie nicht nachvollziehen.

Woher kommt diese überwältigende Liebe von so vielen Deutschen zu Kanada? Theoretisch (und auch praktisch) weiß ich, dass die Weite des Landes, das Gefühl von Freiheit und die weitgehend unberührte Natur eine wichtige Rolle spielen. Nicht zu vergessen die meist freundlichen, hilfsbereiten, gelassenen Menschen.  Aber die schwer zu beschreibenden Emotionen von Deutschen für Kanada gehen darüber hinaus.

Könnt ihr mir dieses Phänomen erklären?

 

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2 Kommentare

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Kraft, Roland 15. Juli 2020 - 07:32

Ja Bernadette, das mit dem „gebrochenen Herzen“ ist an sich eine einfache Sache.
Einmal Kanada, immer Kanada.
Die Art der Menschen, ihre Hilfsbereitschaft, der Umgang mit uns Europäern und der Umgang wir mit ihnen, die Natur und die unendlichen Resourcen aus der Natur. All dies veranlasst mich und meine Frau seit 1974 anfänglich alle 2 – 3 Jahre und seit 1990 jährich 1 – 2 mal in unsere heißgeliebte Urlaubsdestination am Pazifik zu fahren.
Freunde in Kanada zu gewinnen ist, wie in Berichten von „KanadaSpezialist“ erläutert, schwierig, aber wir haben sie.
Wir nehmen am Leben der Familien teil, auch Sorgen und Nöte werden angesprochen.
Ganz so unbekannt ist, zumindest bei unseren Freunden, Europa und insbesondere Deutschland nicht, zumal kein Immigrationshintergrund vorliegt. Sie interessieren sich schon für das „Alte Land“, hinterfragen die Wirtschaft, Politik, Gesundheits- und Kulturwesen, gerade jetzt im Bezug auf die Pandemie. Wir freuen uns auf 2021!

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Bernadette Calonego
Bernadette Calonego 15. Juli 2020 - 21:20

Lieber Roland, wie anschaulich du mir deine Liebe zu Kanada erklärt hast! Danke für deine Antwort. Ich bin erstaunt, wie oft ihr nach Kanada reist. Das muss ein echtes Bedürfnis sein. Es ist schön, dass ihr Kanadier gefunden habt, die sich für Deutschland interessieren. Ich beobachte auch, dass sich das Interesse an Europa seit der Pandemie verstärkt hat. Wenigstens etwas Positives an der jetzigen Situation. Ich wünsche euch, dass ihr bald wieder in euer heißgeliebtes Kanada reisen könnt!

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