Die Keltische Kultur in Kanada

von Peter Iden

Mit Halloween 2020 soeben hinter uns gebracht, wäre es nicht unpassend, die hinter der keltischen Kultur verborgene Halloween-Geschichte zu beleuchten.


Halloween wird in Kanada und den USA jährlich am 31. Oktober gefeiert. Der Brauch ist auf dem uralten keltischen “Samhein” (sprich: So-u-win) basiert und zelebrierte das Ende der Erntezeit und den Anfang des Winters. Samhein (das Gälische Wort für November) war auch die Zeit der Herbst-Schlachtfeste und Opfergaben an die heidnischen Götter.

 

Dass Samhein der Anfang des keltischen Jahres (also deren Neujahr) war, ist niemals historisch bewiesen worden. Tatsache ist, dass Samhein und andere keltische Festlichkeiten (z.B. Beltain, Imbolc und Lughnasadh) sämtlich im Einklang mit dem Stand der Sonne gefeiert wurden.


Der Fasching im Süden von Deutschland hat eine sehr lange Tradition. Viele der Gebräuche und Rituale datieren zurück bis vor Christus. Der Winter wird mit Feuer, Greuelgestalten, Rasseln und Schellen vertrieben. Im Südwesten Deutschlands wird die schwäbisch-alemannische Fasnet mit Mummenschanz und Guggemusik gefeiert. Verkleidete und maskierte Gestalten ziehen tanzend und Unsinn treibend durch die Straßen. Sie tragen holzgeschnitzte Masken, die Larven oder Schemmen genannt werden.
Die erste kanadische Aufzeichnung von Halloween-Verkleidung war in Vancouver in 1898. Die Bitte der Kinder nach Süßigkeiten (“Trick or Treat”) kam erst später in Lethbridge, Alberta in 1927 auf (Quelle: Lethbridge Herald, November 1927).
Unter Erwachsenen wurden “Halloween Parties” extrem populär in den 1990er Jahren. Weil das Fest mit einigen finanziellen Ausgaben verbunden ist, (Süßigkeiten, Kostüme, Masken usw.) hat sich Halloween zu der größten Industrie nach der weihnachtlichen entwickelt, mit mehr als einer Milliarde Dollar Geschäftsumsatz pro Jahr.
Einige Kommentare über die keltisch-gälischen Sprachen sind hier ebenfalls notwendig um die Verbindung von Gebräuchen der Einwanderer und damit deren Ausbreitung in Kanada zu begründen.
Keltisch ist eine Indo-Germanische Sprache, welche verwandt ist z.B. mit den Sprachen der Germanen, Indoiraner, Griechen, Balten sowie der Slawen, der Albanier und der Armenier.
In Großbritannien werden einige indogermanische Sprachen noch heute benutzt, wie beispielsweise die Wallisische, die Bretonische, die Irische amtliche Sprache, sowie die (wiederbelebte) Manx-Sprache.
Die Schottisch-Gälische Sprache (die heute am meisten gesprochene Keltische Sprache) kam im Mittelalter in Schottland auf und wurde im 19. Jahrhundert von den Einwanderern nach Kanada gebracht.

Das kanadische Gälisch wurde fast 200 Jahre lang auf der Cape-Breton-Insel sowie in einigen Festland-Enklaven gesprochen, von denen auch einige auf Prince Edward Island lagen. Im 19. Jahrhundert war Gälisch die zweithäufigste Sprache in Kanada. Heutzutage wird sie nach den letzten Schätzungen nur noch von ca. 500 bis 1.000 in Kanada von hauptsächlich älteren Menschen gesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gaelic Festival – damals

Man darf den Einfluss keltischer Kultur in Kanada nicht ignorieren, denn In allen der 10 Provinzen werden zahlreiche “Celtic Festivals” ausgetragen:


https://www.transceltic.com/celtic-festivals-canada
Die Popularität der keltischen “Stage Shows” in Kanada ist ein weiterer Maßtab des kanadischen Interesse an keltischer Kultur.

Unter den Tanz- und Musikgruppen,
welche wir in unseren Jahren in Kanada
gesehen haben sind vier, die auch in
Toronto spielten, und heute noch auf
Tourneen gehen.

 

 

 

Covid-19 hat einen leider negativen Einfluss auf diese Shows. Viele von ihnen sind heute “gesetzlich illegale” Veranstaltungen und wurden abgesagt. “Celtic Illusion” spielt am 4. März 2021 in Winnipeg (noch nicht abgesagt).
“Celtic Thunder” hat sämtliche Shows in den USA abgesagt (in Kanada waren keine geplant).

“Celtic Woman” gastiert im Casino Rama in Orillia, Ontario am 3. April 2021 (noch nicht abgesagt).
“Riverdance” – plant eine ausgedehnte 2021-US-Tour, jedoch keine in Kanada.

Besucher von Nova Scotia können das Glück haben,
einen oder mehrere Künstler dort zu sehen (wie z.B.
die Fiddle Players Natalie MacMaster (siehe Foto) und
Ashley MacIsaac).
In den Prairie-Provinzen erhalten Fiedler wie
Dallas und Phil Boyer (ein Vater und Sohn Duo) die
Fiedel-Musik der traditionellen Metis-Fiddlers am Leben.

 

 

 

Die keltische Kultur, aus welcher der heutige Halloween-Brauch entstand, lebt nicht nur in Kanada, sondern auch in vielen anderen Ländern weiter. Das Halloween-Fest wird inzwischen in etwa 20 Ländern der Welt gefeiert:
https://worldpopulationreview.com/country-rankings/countries-that-celebrate-halloween

(Anmerkung: Die Verantwortung für die Wahl der Bilder in diesem Beitrag liegt einzig und allein bei dem Autor unter der Fair Dealing Provision der kanadischen Copyright-Gesetze)

 

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