Spaziergänge mit den Indianern in Kanada

von Peter Iden


Der Platz: Cape Croker Ojibwa Reservat, Ostküste der Bruce Peninsula in Ontario. Die Zeit: mehrmals in den frühen 1960’er Jahren.  Das Cape Croker Reservat war oft das Ziel meiner Wochenend-Ausflüge. Dort leben die Ojibways oder Ojibwa, oder wie sie sich in ihrer Sprache nennen, die “Anishnaabe”. Nur die sehr alten Einwohner der Reservation beherrschen noch die Sprache. Die jüngeren Generationen spricht Englisch. Die älteren Indianer machten keine langen Spaziergänge, und nur wenige der weißen Besucher kannten die versteckten Wege auf die Klippen, aber die Ojibway-Kinder luden mich mehrmals zu Gängen im “bush” auf den 20 bis 30 Meter hohen Klippen ein.

Ich glaube sie hatten Spaß daran, dass der “White Man” Angst hatte, zu nahe an den Klippenrand zu treten, während sie selbst bis an den Rand traten und sogar Steine herunter schleuderten. Totale Schwindelfreiheit ist der Grund warum viele Indianer beim Bau der Wolkenkratzer z.B. in New York angeheuert wurden.

(Anmerkung: Die Verantwortung für die Wahl der Bilder in diesem Beitrag liegt einzig und allein bei dem Autor unter der Fair Dealing Provision der kanadischen Copyright-Gesetze)

 

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1 Kommentar

PETER IDEN
PETER IDEN 6. Dezember 2020 - 23:06

Hallo, Moni Moya und Hans Dedek:
Eine etwas laengere Antwort zu euren Kritiken des Begriffs “Indianer” in meinen Beitraegen ist leider nicht zu vermeiden. Also bitte mit etwas Geduld verdauen!
Ich befuerworte Kritik, denn man kann von ihr nur lernen. Es ist mir nicht bewusst, was ihr an dem Wort “Indianer”, welches ich in meinen Betraegen benutze, auszusetzen habt. Als in Kanada lebende Leute solltet ihr eigentlich mit der Geschichte dieses Begriffs in Kanada bekannt sein. Dass es nicht die richtige Bezeichnung fuer die eineborene Bevoelkerung war und ihren Ursprung in Europa hatte ist wohl heutzutage allen Menschen bekannt. Historisch gesehen wurde der Begriff nach den Columbus-Jahren fuer die Hunderte von einheimischen Staemmen in Nord-, Mittel- und Sued-Amerika viele Hundert Jahre lang benutzt. In Kanada wurde er von der Regierung in 1876 im “Indian Act” verankert und wird noch heute in Verbindung mit historischen Departments, Dokumenten, Regeln und Gesetzen erwaehnt.
Es mag euch vielleicht interessieren dass die kanadische Regierung bereits in 1969 die Bezeichnung “Indian” abschaffen wollte, (the “White Paper”) um den sozial-oekonomischen Stand der Aboriginals in Kanada zu festigen, wogegen die “Indianer” selbst energisch protestierten, denn es haette ihnen die legalen Verpflichtungen unter den alten Vertraegen genommen (z.B. Steuerfreiheit, Landbesitz und finanzielle Abfindungen). Die United Nations hat sich inzwischen auch in dieses Thema verwickelt.
“Indigenous People” oder “Aboriginal People” ist der kollektive Name fuer die Uhreinwohner Kanada’s. Die Kanadische Konstitution erkennt drei Gruppen “Indigenous” oder “Aboriginals” die “Indians”, die “Inuit” und die “Metis” heutzutage generell als “First Nations” bekannt. Es sind drei deutliche Gruppen mit ihren eigenen Geschichten, Sprachen, kulturellen Gewohnheiten und spirituellen Glauben.
Der Begriff “First Nation” wurde zuerst von den “Indianern” in den 1970’er Jahren benutzt und Anfang der 1980’er Jahre von diesen vorgeschlagen, um die bisherigen 6 individuellen Gruppen von Stammes-Verbindungen sowie die Begriffe “Tribe” (Stamm) oder “Band” abzuloesen. Nach ihrer Meinung sollte jeder Stamm sich “Nation” nennen, sodas sie zusammen zu einer homogenen Ansammlung von unabhaengigen Nationen (Assembly of First Nations) innerhalb Kanada angesehen wuerden.
Und Moni, dass ein Indianer immer noch ein Indianer sein koennte und nicht nur ein politisch korrekter Begriff scheint dir ja auch einzuleuchten.
Woher allerdings dein Glaube stammt, dass man in Kanada wegen Gebrauch des Begriffs “Indian” bestraft werden kann ist mir raetselhaft. Solch ein Gesetz gibt es nicht!
Dann ist da noch der Phantast, Maerchenerzaehler und bewiesener Luegner Karl May, der die Jugend in den 1950’er Jahren begeisterte und noch heute die Erwachsenen in Europa mit seinen frei erfundenen Geschichten von Winnetou und Old Shatterhand im Bann haelt. Der faelschliche Gebrauch des Begriffs “Indianer” im deutschen Sprachschatz ist zweifellos auf seinen Einfluss zurueck zu fuehren, obwohl er selbst durch seinen erstmaligen Besuch in Nord-Amerika in 1998 im Alter von 66 Jahren von der bitteren Wahrheit enttaeuscht wurde. Er hatte die Traumwelt seiner imaginaeren Buchfiguren so sehr mit der Wahrheit verwoben, dass er sich selbst fuer “Old Shatterhand” hielt. Vier Jahre spaeter starb er an seinen dadurch hervorgebrachten illusorischen seelischen Leiden.
Ich hatte im August 1962 das grosse Glueck (fuer mich als damaliger Karl May Fan) die Premiere der ersten Winnetou-Festspiele im August 1952 in Bad Segeberg mit meiner Mutter und meinem Stiefvater zu besuchen, zwei Jahre vor unserer Auswanderung nach Kanada. Erst in Kanada lernte ich die Wahrheit ueber die “glorreichen Indianer” von Karl May kennen und wurde genau so enttaeuscht wie er. Danach widmete ich mich dem Studium der “Indianer” und ihrer wahren Geschichte, welches durch viele pesoenliche Treffen und Erfahrungen gefoerdert wurde. Einige von diesen liefern die Hintergruende meiner Beitraege im Kanada Spezialist.

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