Skurriles aus Kanada Nr. 68

von Bernadette Calonego

 

Text und Bilder: Bernadette Calonego

Knigge für Schneemobil-Cowboys

Warnung: Nicht ganz ernst gemeint! – Standort: Noddy Bay im Norden Neufundlands.

  • Wenn im Winter die Bucht langsam zufriert, steigt die Spannung: Wer durchquert als der/die Erste das Eis mit dem Schneemobil? Manche wagen es bereits bei dünnem Eis. Der Trick dabei ist, möglichst schnell zu fahren und auf keinen Fall vor Erreichen des Ufers anzuhalten. Wenn der Motor vorher stirbt, gute Nacht.
  • Um im Frühling sicher zu sein, ob das Eis auf den Seen noch hält, lässt man jemand anderem höflich den Vortritt.

  • Wenn man Leuten auf dem Schneemobilpfad begegnet, hebt man nonchalant die Hand, wenn das andere Gefährt herandüst. Verlangsamt der andere Skidoo indes die Fahrt, hält man ebenfalls an.
  • Man kann sich nicht darauf verlassen, dass man Leute auf Schneemobilen erkennt, wenn sie Helme tragen. Aufschlussreicher ist der Anzug und der Typ des Schneemobils. Falls man die Leute auch daran nicht erkennt, lässt man sich nichts anmerken und schwatzt einfach drauflos in der Hoffnung, dass man die Stimme erkennt.

 

 

  • Wer hinten auf einem Zweisitzer mitgenommen wird, darf sich nie beklagen, auch wenn man durchgeschüttelt wird und der arme Rücken heftige Schläge absorbieren muss.
  • Man sollte jedoch darauf bestehen, dass man auf dem Rückweg das Schneemobil lenken darf, damit der andere nie vergisst, wie unbequem die Fahrt auf dem Rücksitz ist.
  • Immer eine Axt im Stauraum unter dem Sitz mitnehmen. Irgendwann verfangen sich die Kufen in einer Wurzel oder einem unter dem Schnee verborgenen Strauch. Dann gute Nacht. Wer keine Axt dabei hat, kann auch mit dem Handy einen Freund oder eine Verwandte anrufen, der oder die mit einer Axt zur Hilfe kommt.
  • Das Ziel der meisten Schneemobilfahrten ist eine Waldhütte, entweder die eigene oder eine fremde. Wenn sich die Schneemobile vor der Hütte stauen und der Weg ist versperrt, nicht verzagen. Die Schlüssel stecken immer in der Zündung, und man verschiebt einfach die Maschine, die im Weg ist.

 

  • Unter dem Schneemobilanzug trägt man am besten ein kurzärmliges T-Shirt, denn in diesen Waldhütten ist es dank des Holzofens immer sehr, sehr warm.
  • Wenn man sich in einer Waldhütte trifft, sollte man sich an gewisse Themen halten. Hier eine Auswahl: Wer ein neues Schneemobil gekauft hat und welche Marke. Wie groß die Fische in diesem Jahr sind, die man beim Eisfischen fängt. Wer sich an diesem Tag in welcher Waldhütte aufhält. Welcher Mann mit einer neuen Freundin auf dem Schneemobil unterwegs ist.  Wer gestern beim Kartenspiel verlor. Wer wieder mit Rauchen angefangen hat. Wer mit dem Schneemobil stecken blieb und gerettet werden musste. Wer gerade seine Waldhütte renoviert. Wer diese Woche wieviel Brennholz nach Hause gefahren hat.
  • Wenn jemand keinen Helm trägt, ist es ein(e) Einheimische(r) und es ist ein bisschen wärmer als eiskalt. Einheimische tragen auch keine Schals, außer bei 20 Minusgraden. Meistens tragen nur Frauen Gesichtsmasken gegen die bittere Kälte. Bitte fragen Sie die Betroffenen unter keinen Umständen, ob sie frieren.
  • Man sollte bei möglichst vielen Waldhütten vorbeischauen, weil sich die Kunde schnell verbreitet, wen man nicht besucht hat. Was zu Missverständnissen führen kann.

 

  • Mit viel Alkohol im Blut fährt man am besten vor Einbruch der Dunkelheit zurück, da man sich leicht verirren kann.
  • Ansonsten bestehen die Verkehrszeichen aus alten Hüten, Garnelensäcken aus rotem Kunststoff, aus pinkfarbenen Signalbändern, Schildern wie Bartlett’s Path oder Joe‘s Trail, einem Strauß dünner Baumstämme oder aus einer Vogelscheuche.

Gute Fahrt!

 

Der neueste Kanada-Krimi von Bernadette Calonego:

Ein verlassener Zeltplatz. Neben einem Lagerfeuer liegt ein unbekleideter Junge in Fesseln. Eine Schlinge so eng um den Hals, dass sie den Zwölfjährigen bei einer falschen Bewegung erdrosseln würde. Am Tatort liegen Teile des Buches Herr der Fliegen. Eine Geschichte, in der Kinder Kinder töten. Ermittlerin Calista Gates, die neue Polizeichefin in St. Anthony,  glaubt an einen Mordversuch. Denn in dem entlegenen Dorf ind Neufundland wurden Zwölfjährige schon früher einmal Todesgefahren ausgesetzt.

Es hört nicht auf: Ein Schüler wird vermisst. Kann ihn die junge Ermittlerin rechtzeitig finden? Und haben die vier Studenten, die nahe St. Anthony einen Eisberg besteigen wollen, etwas mit den Ereignissen zu tun? Calista Gates riskiert den Zorn der Dorfbewohner, um die Schuldigen zu finden.

 

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