Welche Ängste dich bei der Auswanderung plagen und versuchen, dich von deinem Vorhaben abzuhalten

von Claudia Fitschen

Im Leben begegnen uns viele Ängste, die unsere Träume oftmals schon zerstören, bevor wir überhaupt mit der Umsetzung begonnen haben. Bei einem so großen Schritt wie der Auswanderung bauen sich diese Ängste gerne einmal wie eine Mauer vor uns auf, bei der wir das Gefühl haben, sie niemals überwinden zu können.

Die drei Hauptängste sind dabei:

  • Angst, andere zu enttäuschen
  • Angst, es nicht zu schaffen
  • Angst vor Einsamkeit/Heimweh

Als ich im März 2021 nach Kanada zu meinem Freund ausgewandert bin, sind mir diese Ängste auch immer mal wieder begegnet. Aber nicht nur die Ängste, sondern auch Heimweh konkret. Um zu verstehen, was da überhaupt mit uns passiert und diese Ängste zu überwinden, möchte ich mich in diesem Beitrag einmal damit beschäftigen. Du solltest dich nämlich nicht von deinen Ängsten blockieren lassen, sondern deinen Traum der Auswanderung leben.

Bei der Angst, andere zu enttäuschen, handelte es sich bei mir vor allem um meine Mutter. Nur wenige Monate vor meiner Auswanderung war mein Vater verstorben und meine Patentante fragte sogar, ob ich denn jetzt bei meiner Mutter einziehen würde. Das warf bei mir die Frage auf, ob ich sie denn in dieser Situation überhaupt allein lassen könnte. Sie war zwar nicht komplett allein, da mein Bruder und Familie eine Stunde entfernt wohnen und sie sehr viel Hilfe von Nachbarn und Freunden bekommt, aber wir haben einen sehr engen Kontakt. Diese Angst kommt aber daher, wenn wir uns zu viele Gedanken machen. Denn letztendlich will unser Umfeld, dass wir glücklich sind. Wenn dich der Weg ins Ausland glücklich macht, solltest du ihn gehen. Die Menschen, denen du wirklich wichtig bist, werden dich unterstützen. Wie sagte meine Mama: „Ich will schließlich nicht, dass du hier allein und unglücklich bist.“

Hinter der Angst, es nicht zu schaffen, können einige Punkte stecken. Hier solltest du dir einmal konkret überlegen, was du schaffen willst. Wie sieht dein Plan aus?

Für mich galt es einige Herausforderungen zu überwinden. Als ich nach Kanada kam, musste ich für 14 Tage in Quarantäne und nach 1,5 Wochen, in denen wir etwas unternehmen konnten, begann ein zehnwöchiger Lockdown. Mein Freund und ich hatten uns kurz vor Corona auf einer Gruppenreise von Costa Rica nach Panama kennengelernt. Ich durfte nicht in Kanada einreisen, so waren wir nur zwei Mal für drei Wochen in Deutschland zusammen. Ich lernte ganz neue Charakterzüge an ihm kennen, die ich nicht alle gut fand. Dazu kam noch die Sprachbarriere mit den Nachbarn. Diese können zwar alle Englisch, sprechen aber in ihrer Muttersprache Französisch. Eine Sprache, die ich lerne, aber noch nicht verstehe. Mir hat geholfen, zu kommunizieren, was gerade schwierig für mich ist, und meine Gedanken im Schreibprozess zu sortieren. Denke immer daran, dass die Situation nicht nur für dich neu ist, sondern sich auch die Leute, um dich herum, auf dich einstellen müssen.

Die Angst vor Einsamkeit und Heimweh ist ganz normal. Und es lässt sich nicht verhindern, Familie und Freunde zu vermissen. Wichtig ist, wie du damit umgehst. Du kannst ganz viel unternehmen und dadurch versuchen, zu verdrängen, dass du gerade nicht glücklich bist. Aber dann liegst du im Bett und denkst doch daran. Zum Glück gibt es heutzutage die Möglichkeit des Videochats, die ich mit meiner Mutter, meinem Bruder und seiner Familie und meinen Freunden nutze. Das ist zwar nicht das Gleiche wie sich persönlich zu treffen, aber immer noch besser als nur Nachrichten zu schreiben. Kümmere dich auch darum, neue Kontakte zu knüpfen. Das ist zwar nicht immer leicht, das habe ich gerade in Zeiten des Lockdowns gemerkt, aber bleibe dran. Du kannst in Facebook Gruppen gehen oder vor Ort ins Fitnessstudio oder Kurse besuchen. So findest du Leute mit gleichen Interessen.

Es ist nicht falsch, Angst zu haben, sie bewahrt uns davor, blind in Katastrophen zu stolpern. Werde dir bewusst, was hinter deinen Ängsten steht, spreche darüber, sortiere deine Gedanken. Der Schritt der Auswanderung ist groß, aber er lässt dich auch immens wachsen. Ich habe niemals von der Auswanderung geträumt und dennoch hat dieser Schritt viele meiner Träume erfüllt, auch wenn ich manchmal Angst habe 😉.

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2 Kommentare

Helmut Beintner 2. Oktober 2021 - 15:58

Darf ein Auswanderer (1966) auch mitreden ? Ohne English Kenntnisse und 5 Dollar ( nach 14 tage auf dem Schiff) Nur mit einem Beruf „Facharbeiter“

Antworten
Gary Kiemle 2. Oktober 2021 - 16:21

Natürlich darf er!

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