Wie ich mir Mut angeeignet habe, um die Entscheidung zu treffen, auszuwandern

von Claudia Fitschen

Ich habe immer davon geträumt, einmal nach Afrika zu gehen. Aber ich wollte nicht nur ein Tourist sein, sondern das wahre afrikanische Leben kennenlernen. Daher habe ich mich im Jahr 2014 dazu entschlossen, zwei Wochen in einem Kinderheim in Kenia zu helfen. Mein Vater hatte daraufhin Angst, dass ich nach Kenia auswandern werde. Doch obwohl mir zwei Heiratsangebote gemacht worden sind, konnte ich mir nicht vorstellen, dort zu leben.
Mit einer Kollegin habe ich mich mal darüber unterhalten, dass wir uns etwas in Namibia aufbauen wollen, da ihr Vater dort lebt. Und eine Freundin hat immer schon gedacht, dass ich einmal auswandern werde. Ich dagegen konnte mir nie vorstellen, auszuwandern. Das schien doch ein zu großer Schritt.

Viele Menschen träumen den Traum der Auswanderung, aber lassen sich von ihren Ängsten, geliebte Menschen zurückzulassen und sie dadurch zu enttäuschen, keine Kontakte knüpfen zu können oder einen beruflichen Neuanfang nicht zu schaffen, ausbremsen.

Leider wissen die meisten Menschen nicht, die überlegen auszuwandern, es aber nicht wagen, dass es spezielle Methoden gibt, um Mut und Klarheit für sich zu finden und das nötige Selbstbewusstsein zum Auswandern aufzubauen – und damit Ängste hinter sich zu lassen, die sie von ihrem Traum abhalten.

Ich habe sie selbst angewandt, denn als ich mich in einen Kanadier verliebt habe, musste ich eine Entscheidung treffen. Ich selbst bin selbstständig als Autorin und Personal Coach und hatte nur eine angemietete Wohnung, das Auto ließ sich verkaufen. Mein Freund dagegen arbeitet für die Regierung im IT-Bereich, hat ein Haus und mehrere Fahrzeuge. Da war es logisch, dass ich, wenn nach Kanada auswandere.

Aber die Logik allein reicht noch nicht aus, um auszuwandern. Schließlich hieß das auch, meine Familie und meine Freunde zurückzulassen, von ihnen 6.000 km getrennt zu sein und ein Stück meiner Freiheit zu verlieren. Es bedeutete, Französisch zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen, in eine fremde Umgebung zu kommen, nur meinen Freund zu kennen und praktisch neu anzufangen. Ein ziemliches Risiko.

Wie gelingt es einem trotz der Unsicherheiten die Ängste zu überwinden? Erst einmal sind Ängste ganz natürlich, weil sie uns davor bewahren von einer Katastrophe zur nächsten zu rennen. Wenn sie dich aber blockiert, solltest du lernen, sie zu überwinden. Dies gelingt dir, indem du dir deiner Angst überhaupt erst einmal bewusst wirst, wovor genau du Angst hast und ob diese Angst überhaupt begründet ist.

Als ich ausgewandert bin, habe ich oftmals gesagt bekommen, dass das aber sehr mutig ist. Und ja, all das Neue erfordert eine gehörige Portion an Mut. Auch wenn du momentan denkst, keine mutige Person zu sein, überlege dir einmal, wann du das letzte Mal mutig gewesen bist. Es gab bestimmt schon viele Situationen in deinem Leben. Vieles, was es braucht, steckt schon in uns, wir müssen es nur hervorholen. Du kannst beängstigende Situationen schon einmal schriftlich durchspielen, dann ist nicht mehr alles neu, wenn es soweit ist.

Ich bin ein ganz oder gar nicht Typ. Wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das auch durch. Ich wollte anfangs erst einmal für ein paar Monate nach Kanada zu meinem Freund gehen. Aufgrund von Corona durfte ich aber ein Jahr nicht einreisen. Als ich dann endlich durfte, habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und bin mit zwei Koffern ausgewandert. Mir ist bewusst, dass nicht jeder ein solches Selbstbewusstsein hat, aber auch das ist etwas, was du lernen kannst.

Schreiben hilft dabei.

Du kannst dich von
negativen Gedanken frei schreiben
,

indem du sie einfach niederschreibst.

Du kannst reflektieren und dich
deiner Stärken bewusst werden.
Tagebuchschreiben macht sogar glücklicher.

 

 

 

 

Du siehst, ich hatte keine jahrelange Planung auszuwandern. Ich hatte ein Ziel, habe meine Ängste im Schreibprozess hinter mir gelassen und bin einfach losgegangen. Du musst dafür keine besonderen Attribute haben, sondern einfach die Bereitschaft, loszulassen und dich weiterzuentwickeln.
Lass dich nicht von deinen Ängsten ausbremsen, sondern lebe deinen Traum der Auswanderung.

 

Siehe auch passenden Beitrag:
Welche Ängste dich bei der Auswanderung plagen und versuchen, dich von deinem Vorhaben abzuhalten

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