Crown Land – das Land der Krone

von Peter Iden


“Crown Land” ist Eigentums-Begriff, der auf alles vom Land Kanada und den Provinzen und Territorien geeignetes  öffentliches Land zutrifft. Weniger als 11% von Kanadas ist im Privat-Besitz, und 41% ist nationales und 48% provinzielles Eigentum. In den Territorien wird Crown Land vom Department of Aboriginal Affairs and Northern Affairs verwaltet, unter dem Territorial Lands Act and Public Lands Grant Act.

Ungefähr 4% (17 Millionen Hektar) des Bundes-verwalteten Landes liegt in den Provinzen, zwischen 10,6% in Alberta bis nur 0,2% in Quebec. Provinziell rangiert Crown Land von 2,0% in Prince Edward Island bis 95,0% in Newfoundland and Labrador.

Nationale und provinzielle Parks, Indianer-Reservate, Militär-Stützpunkte und Provinzwälder sind die größten sichtbaren Beispiele von Crown Land.


Crown Land ist nicht käuflich erwerbbar, sondern Ihre Oberflächen und Untergrund-Rechte werden an Privatfirmen im Mineralien-, Energie-, Wald- und Wasser-Geschäft, sowie auch an Bauunternehmen vermietet, eine enorm ergiebige Einkommensquelle für die Provinz-Regierungen.

 

Die Provinzen greifen jedoch noch weiter in die Menschenrechte und Geldtaschen ihrer Bürger. Seit dem 1. Juni 2021 muss man zum Beispiel in Alberta einen “Public Lands Camping Pass” haben, um auf irgend einem Stück Crown Land dort campen zu dürfen. Das kostet $ 20 pro Person pro Tag, oder $ 30 pro Person für ein Jahr. Diese Pässe gelten nicht in den Provincial Parks (welche auch Crown Lands sind). Für Reisende in Kanada hat Walmart sich bereit erklärt, über Nacht “Campen” auf ihren Parkplätzen zu erlauben. Allerdings stellen sie keine elektrischen Anschlüsse oder andere Anlagen zur Verfügung.

Seit 1940 konnten individuelle Staatsbürger Crown Land unter bestimmten Bedingungen mieten, gewöhnlich, wenn dadurch Vorteile wie Arbeitsstellen für die Indianer geschaffen werden. In den 1960’er Jahren war es noch möglich, und wir bewarben uns für ein Grundstück auf der Cape Croker Reservation des Anishnaabe Stammes (damals noch Ojibwa genannt), um dort eine Cottage zu bauen. Wir verbrachten etwa eine Woche dort, um alles vorzubereiten. Wir besuchten unter anderem auch eine Richterin, die dort bereits seit mehreren Jahren ihre Cottage hatte. Während unseres Besuchs brachen einige der Reservations-Teenager in eine Cottage nahebei ein und bauten ein großes Lagerfeuer aus Möbeln im Wohnzimmer. Wir sahen, wie die Cottage abbrannte. Unsere Gastgeberin war sich voll bewusst, dass ihre Cottage sicher vor solchen Eingriffen war, weil die Indianer Angst vor ihr als Richterin hatten. Für uns allerdings war es das Ende unserer Pläne einer Crown-Land Cottage.


Zwanzig Jahre später gab es auch die Regierung auf, Crown Land an Staatsbürger zu vermieten. Aber die Ironie des Lebens wollte es, dass ich jetzt auf einem Stück Land lebe, welches als ehemaliges Crown Land ebenfalls von den First Nations beansprucht wird. Die Baufirma hat von ihnen und der Stadt speziell Genehmigung erhalten und hat auch dafür “Miete” bezahlt. Das winzige Stück Land gehört also nicht mir, sondern ihnen, und ich zahle Miete dafür. Die Firma Parkbridge ist eine der größten Baufirmen in Kanada, und sie haben ähnliche Siedlungen sowie auch dauerhafte Trailer Camps in 6 Provinzen. Für alle übernehmen sie die vollständige Instandhaltung der Grundstücke – Rasen mähen, Schnee schaufeln, sogar ab und zu die Fenster von außen zu putzen usw. Für das Haus habe ich in bar gezahlt, also gehört es mir 100%, aber ich muss für sämtliche Instandhaltung (Elektrizität, Wasser, Gas) selbst bezahlen.

Die Wahl der Bilder zu diesem Beitrag obliegt einzig und allein dem Autor unter der Fair Dealing Provision der kanadischen Copyright-Gesetze.

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