Das Awen Gathering Place Monument im Collingwood Arboretum

Die sieben Weisheiten der Anishnaabe-Nation

von Peter Iden

Ein eindrucksvolles Ehren-Monument wurde vor einigen Jahren im Arboretum der Stadt Collingwood errichtet, um die Präsenz der ersten Menschen, welche in der Gegend um die südliche Georgian Bay in Ontario lebten, anzuerkennen. Sein Name ist “Awen Gathering Place”, oder die “Versammlung der Sieben Großväter”.

Das Konzept stammt von Dr. Duke Redbird, einem bekannten Lehrer, Künstler, Rundfunksprecher, Veranstaltungsredner und Poeten der Anishnaabe-Nation. Er nahm die Lehren der Sieben Großväter als Leitmotiv für seine Kreation. Diese Lehren enthalten die Grundelemente alles menschlichen Denkens, welche bereits seit undenklichen Zeiten die Bausteine unseres Daseins sind.

Jede der sieben Weisheiten wird einem Tier gleichgestellt, welches den Anishnaabe heilig ist.

Weisheit (Nibwaakaawin). Das Wissen zu schätzen heißt die Weisheit zu erkennen, welche uns zum Besten der Menschheit mitgegeben wurde (Biber).

Liebe (Zaag’idiwin). Sie zu kennen heißt Frieden kennen. Liebe muss gegenseitig und bedingungslos sein. Wenn Menschen schwach sind, brauchen sie am meisten Liebe. (Adler).

Respekt (Minaadendamowin). Respekt ist, alle Kreation zu ehren. Nur so kann man auch Respekt von ihnen erwarten (Bison).

Mut Aakode’ewin). Mut ist, dem Feind mit Integrität entgegenzutreten. Zu tun, was richtig ist, selbst wenn die Konsequenzen unangenehm sind (Bär).

Ehrlichkeit (Gwayakwaadiziwin). Ehrlichkeit im Angesicht einer Situation heißt Mut zu haben. Sei ehrlich zuerst mit dir selbst, und es wird dir leichter sein, mit anderen ehrlich zu sein (Sasquatch).

Demut (Dabaadendiziwin). Demut ist, sich selbst als ein Teil der Kreation anzuerkennen. Du bist anderen gleich, aber du bist nicht besser (Wolf).

Wahrheit (Dewewin). Wahrheit ist all diese Sachen zu wissen. Versuche nicht, dich oder andere zu täuschen (Schildkröte).

Wenn ich die Kraft hätte dieses zu tun, würde ich meine Großmutter mit diesen ehrwürdigen Großvätern bekannt machen. Sie kannte all diese Grundsätze des guten Verhaltens und lehrte sie mich in den ersten 17 Jahren meines Lebens, die ich mit ihr verbrachte.

 

Als ich unter dem Monument stand und in das Filigran der Sieben Gestaltungen aufblickte, konnte ich mich nur wundern, warum diese einst zeitlosen Weisheiten in dem heutigen Kampf um das tägliche Leben verloren gegangen sind, weil jeder um sein Dasein in der Arbeit und über andere, teilweise belanglose Sachen besorgt ist.

 

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