Susan Aglukark – eine kanadische Singer-Songwriterin

Inuktitut ᓲᓴᓐ ᐊᒡᓘᒃᑲᖅ,

von Peter Iden


Photo: nunatsiaq.com

Am 20. August 1995, nach einem anstrengenden Tag auf der Canadian National Exhibition am Ufer des Ontario-Sees in Toronto mit unserer jüngsten Tochter Sylvia,  fanden meine Frau und ich einen Rastplatz auf dem Rasen vor dem Konzertplatz. Wir hatten keine Show erwartet, aber plötzlich erschienen auf der Bühne zwei indigene Künstler. Susan Aglukark, eine junge Inuk und Don Jackson, ein indianischer Schauspieler, der Susans ersten Auftritt im Süden Kanadas, weit von ihrer Heimat in den Northwest Territories entfernt leitete und damit den Anfang ihrer erfolgreichen Karriere unterstützte.
Ihr erstes Album erschien noch im selben Jahr, ihr Lied “O Siem” erreichte Platz 1 der kanadischen Hitliste, gefolgt von mehreren anderen ihrer Songs in englischer Sprache sowie auch einiger in Inuktitut.

Susan Aglukark – O Siem 1995 (O Siem)

https://www.youtube.com/watch?v=NrLL8n4fIe8 (Hina Na Ho)

Unsere Tochter war damals 28, wie auch Susan Aglukark. Susan wurde mit dem Namen Uuliniq als eines von sieben Kindern eines Pentecostal-Pastors in Churchill, Manitoba, geboren. Die Pentecostal-Religion (Pfingstbewegung), glaubt an eine direkte Verbindung zu Gott durch die Taufe. Es gibt weltweit mehr als 700 Denominationen (Untergruppen innerhalb einer Konfession oder Religion, deren Angehörige in ihren gemeinsamen Glaubensaussagen und Praktiken geeint sind) und unabhängige Kirchen, welche die Pentecostalbewegung repräsentieren.

Sie sang im Kirchenchor ihres Vaters und lernte mit 15 Jahren Gitarre zu spielen. Nach der High School zog sie nach Ottawa und wurde Linguistin für das Department of Northern Affairs. Danach arbeitete sie für die Gruppe “Inuit Tapirisat of Canada” (ITC), während sie ihre musikalische Karriere weiter verfolgte. Die ITC ist eine Organisation, welche die Rechte und Interessen von mehr als 65,000 Inuit in Kanada vertritt und überwacht.

Susan with her book “Una Huna” Photo: CBC

Susan schrieb 6 Kinderbücher und war Gründungsmitglied der Aboriginal Literacy Initiative sowie Gründerin der Arctic Rose Foundation, welche Kunstprogramme für die nördlichen Inuit, United First Nations und Metis sowie Mentoren für Schulkinder und Ernährung für Familien und kulturelle Freiheit in sicherer Umgebung fördert.

Photo: femmes-egalite-genres.canada.ca

Susans vielfältigen Talente als Komponistin und Sängerin, sowie die Kombination aus Country, Weltmusik und “easy listening” ihrer Stücke brachten ihr bereits für das erste Album mit 300,000 Verkäufen im Jahr 1995 den kanadischen “Juno Award”, sowie eine Ernennung zum “Officer of the Order of Canada” ein, welche bisher nur an etwa 700 Kanadier verliehen wurde. Dazu kam dann noch im Jahr 2016 “The Governor General’s Award”, eine Anerkennung für außerordentliche Leistungen in den visuellen und Medienkünsten sowie der Literatur. Ihre weiteren Auszeichnungen sind zahlreich.

Von ihren 9 Alben und 13 Singles wurden zwei mit dem “Juno” belohnt, der höchsten kanadischen Musikauszeichnung.

Ihre Songs beschäftigen sich oft mit den problematischen Lebensumständen der Inuit, wie sexuellem Missbrauch junger Mädchen und Frauen, Suizid junger Inuit und anderen sozialen Misständen, welchen sie auch persönlich ausgesetzt war.

Ihr Beitrag war maßgeblich bei der Formierung des Nunavut Territoriums. “Nunavut” heißt “unser Land” in Inuktitut, der Sprache der Inuit.

Im Jahr 2004 bekam sie den Ehrendoktortitel der Universität in Lethbridge, Alberta verliehen. Im Jahr 2005 wurde sie zum Offizier der Order of Canada ernannt, ein Titel, welcher im Jahr 1967 kreiert wurde, um Kanadier zu ehren, die außerordentliche Leistungen für das Land geleistet haben. Seit 1967 wurden mehr als 7,000 Kanadiern diese Ehre erteilt.

Photo: Roots Music Canada

Sie wurde Landessprecher für das RCMP National Drogen- und Alkoholverhütungsprogramm, sowie Welt-Ambassador der Regierung der Northwest Territories. Sie war eine der Gründerinnen der “Aboriginal Literacy Initiative”, sowie Gründerin des Arctic Rose Fund, eine Förderung zur Hilfe arktischer Nahrungsmittelbanken. 2008 wurde sie Lehrerin an der University of Alberta und lehrte im Aboriginal Student Achievement Program. 2016 bekam sie eine Lehrposition an der University of Saskatchewan Interdisciplinary Centre for Culture and Creativity in Regina, einer Stadt mit einem sehr hohen indigenen Bevölkerungsanteil.

Susans zweites Holiday-Album wurde am 5. November 2013 veröffentlicht

Sie lebt heute in Oakville, Ontario.

Photo: Roots Music Canada

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