Skurriles aus Kanada Nr. 69

von Bernadette Calonego

Text und Foto Bernadette Calonego

Prognosenpleite

Ich bin das Opfer des unberechenbaren Wetters in Neufundland geworden. Auf meinem Blog kündigte ich vor einigen Monaten großartig an, dass ich an der Nordspitze der Insel überwintern und direkt vor Ort über den harten, stürmischen, ja brutalen Winter berichten werde.  Motto: Wie überlebt man Whiteouts, Blizzards, haushohe Schneeverwehungen und Hüttenkoller, wenn man fünf Tage nicht den Fuß vor die Tür setzen kann? Was für eine Pleite. Die dramatischen Situationen trafen gar nicht ein, weil der Winter für Neufundländer Verhältnisse außergewöhnlich mild war.

Ich hätte es besser wissen sollen: Jegliche Wetter- und andere Prognosen sind ein Va-banque-Spiel in Neufundland.  „Wir wollen Eisberge sehen“, schreiben mir meine Freunde in Europa. „Wann sollen wir kommen?“ Das bringt mich gleich ins Schwitzen, denn ich will die Freunde unbedingt sehen, aber die Eisberge lassen sich nicht einplanen. Es ist praktisch unmöglich vorauszusagen, ob viele Eisberge auftauchen werden – oder so gut wie gar keine (ich habe beides schon erlebt).

Dasselbe mit Buckelwalen. Manchmal sind sie schon früh im Norden Neufundlands anzutreffen, manchmal flitzen sie nur rasch vorbei und machen sich rar. Eisbären kann man fast immer Anfang Mai in den Küstendörfern fotografieren, wenn sie den Robben auf dem Packeis folgen. Eine fantastische Chance für mich, endlich einen weißen Riesen vor die Linse zu kriegen. Aber ausgerechnet in diesem Jahr blieben die Eisbären weg, und ich habe  das Nachsehen.

Vor einigen Jahren besuchten mich Bekannte im Juni. Sie verbanden ihren Urlaub in Neufundland mit einem Konferenztermin. Jedem anderen Besucher hätte ich vom Reisen im Juni abgeraten, weil dieser Monat wettermäßig volatil ist. Meine Bekannten, die ohnehin hierher reisten,  rechneten mit allem. Aber es kam ganz anders: Wir erlebten einen sommerlich warmen Juni, gepaart mit einer Invasion von Buckelwalen, die man vom Ufer aus beobachten konnte, und mit einer Parade von fantastischen Eisbergen. Meine Bekannten schwärmen noch heute davon.

Eines weiß ich mit Sicherheit: So etwas wird sich nie mehr wiederholen.

Aber vielleicht wird sich auch diese Prognose als falsch erweisen.

 

Neu!  Kalte Klippen

Ein verlassener Zeltplatz. Neben einem Lagerfeuer liegt ein unbekleideter Junge in Fesseln. Eine Schlinge so eng um den Hals, dass sie den Zwölfjährigen bei einer falschen Bewegung erdrosseln würde. Am Tatort liegen Teile des Buches Herr der Fliegen. Eine Geschichte, in der Kinder Kinder töten. Ermittlerin Calista Gates, die neue Polizeichefin in St. Anthony,  glaubt an einen Mordversuch. Denn in dem entlegenen Dorf ind Neufundland wurden Zwölfjährige schon früher einmal Todesgefahren ausgesetzt.

Es hört nicht auf: Ein Schüler wird vermisst. Kann ihn die junge Ermittlerin rechtzeitig finden? Und haben die vier Studenten, die nahe St. Anthony einen Eisberg besteigen wollen, etwas mit den Ereignissen zu tun? Calista Gates riskiert den Zorn der Dorfbewohner, um die Schuldigen zu finden.

 

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