Kanada’s vergessene Kriegsgefangenen-Lager

von Peter Iden

Nur wenige Kanadier wussten es, und noch weniger erinnern, dass waehrend des Zweiten Weltkrieges, zwischen 1940 und 1945, ungefaehr 37,000 deutsche und italienische Kriegsgefangene von den Alliierten, und besonders von den Briten, in etwa 40 Lagern in Kanada interniert wurden. Die Alliierten brachten sie aus Europa und Nord-Afrika in meist sehr abgelegene Gefangenen-Lager in ganz Kanada, wo sie als Holzfaeller und landwirtschaftliche Hilfs-Arbeiter beschaeftigt wurden. Die meisten Lager, wie auch die Anzahl der in ihnen internierten Deutschen und Italiener, wurden geheim gehalten.

In den landwirtschaftlichen Gegenden um die Kleinstaedte herum, wie

http://archives.cbc.ca/war_conflict/prisoners_of_war/topics/1642/

Dieses Video ist eines von mehreren aus den Archiven der Canadian Broadcasting Corporation. “Front Page Challenge” war die erste “Game Show” in Kanada, zuerst im Radio, In 1957 wurde es eine TV-Show. Mehrere bekannte Journalisten der Zeit von 1951 bis 1995 waren regelmaessig in der Show, wie Pierre Berton, Gordon Sinclair, Betty Kennedy und, in dieser Episode, Margaret Trudeau. Die Rate-Frage in dieser Show betraf die Gefangenen-Lager in Kanada. Keiner der Journalisten hatte je davon gehoert, selbst nicht Pierre Berton, der zahlreiche Buecher ueber die kanadische Geschichte schrieb. Es lohnt sich, einige der anderen CBC-Videos ueber dieses Thema im CBC-Archiv anzusehen.

Einer der ersten Besuche, die wir nach unserer Ankunft in Kanada machten, war in Kingston. Dort wohnte einer von zwei Freunden meiner Eltern aus der NAAFI in Hamburg, fuer die beide arbeiteten, als sie sich kennen lernten. Er war ein ehemaliger deutscher Offizier, der mehrere Jahre im “Camp 31” bei Kingston verbrachte. Er wurde in 1946 nach Deutschland zurueck geschickt und dort “repatriiert”. Aber erst in 1951 wurde die Einwanderungs-Sperre fuer ehemalige Lager-Insassen in Kanada aufgehoben, und er wanderte fast sofort mit seiner Frau nach Kanada aus, wo er eine neue Karriere aufbaute.

Ein anderer Freund meiner Eltern, der ebenfalls im Camp 31 war, ging nach Edmonton und baute dort eine erfolgreiche Trucking Company auf. Mehrere Tausend ehemaliger Kriegsgefangener wanderten nach 1951 zurueck nach Kanada. Die Gruende dafuer waren mehr als einleuchtend. Sie wurden hier weitaus besser behandelt als die meisten Kriegsgefangenen in Europa. Sie hatten zum groessten Teil freien Ausgang, arbeiteten in den Waeldern und Feldern der Umgegend, wurden von den meisten Einheimischen sehr freundlich behandelt und waren als gute Arbeiter bekannt. Viele begannen Freundschaften mit ihren Wachen und Arbeitgebern, die ein ganzes Leben andauerten.

In den Camps “regierten” sie sich groesstenteils selbst, konnten Billiard, Tennis, Hockey und viele andere Sportarten spielen, eroeffneten ihre eigenen “Bands”, darunter sogar
Klassische Orchester. Kanada ehrte die Geneva Convention fuer die Behandlung von Kriegsgefangenen. Spaeter wurde sogar behauptet, dass sie besser lebten und bessere Quartiere hatten als die kanadischen Soldaten.

Die Situation war dieselbe in den USA. Am Ende des Krieges waren mehr als 400,000 Deutsche, Italiener und Japaner in mehr als 500 “Camps” konzentriert. Sie arbeiteten in diversen Projekten wie das Ernten von Farm-Produkten, Strassenbau, Absicherung von Wasserwegen (Flood Control), Baumfaellen, Bauen von Scheunen usw. Waehrend ihrer Arbeit befreundeten viele sich mit ihren “Feinden” und formten langjaehrige Verbindungen mit ihnen. Wie auch in Kanada, so kehrten viele von ihnen in die USA zurueck.

Die von ihnen, die in Deutschland blieben, hatten einen grossen Einfluss darauf, die Nachkriegs-Werte und Institutionen den nordamerikanischen anzupassen und die der Nazi-Zeit abzulegen.

Aber hinter den Kulissen in den USA ruht eine andere geheim gehaltene Tatsache. Viele der etwa 3,5 Millionen wurden an die jeweiligen Militaer-Regierungen in Deutschland ausgeliefert, um von diesen repatriiert zu werden. Fuer etwa ein 1,2 Millionn die an die russische Zonen-Regierung Ausgelieferten bedeutete „Repatriierung“, dass sie in den
Gulags in Sibirien verschwanden. Den in die britische und amerikanische Zonen Eingelieferten erging es besser. Sie durften einige Jahre auf Bauernhoefen usw. in Frankreich und anderen europaeischen Laendern arbeiten, bevor sie ende der 1940’er Jahre freigelassen wurden. Mein Schwiegervater war einer der nach Frankreich geschickten Kriegsgefangenen, wo er auf einem Bauernhof angestellt wurde. Allerdings war er niemals in Kanada oder den USA interniert.

Aber nicht alles war rosig in den kanadischen “Camps”. Die von den Lager-Insassen gewaehlten “Fuehrer” waren oft sogenannte “hard-line Nazis”, die jeden, der sich abfaellig ueber die Politik des 3. Reichs aeusserte, bestraften, entweder durch Entzug ihrer Rechte in den Lagern oder, in wenigen Faellen, sogar durch Ermordung.

Die zwei groessten Lager in Kanada waren in Medicine Hat und Lethbridge, mit etwa je 12,500 Gefangenen. Im Camp 132 in Lethbridge fuehrten Zwistigkeiten zwischen “Nazi Hardliners” und Nichtmitgliedern der Partei zur Ermordung von Dr. Karl Lehmann in 1944. Nach beinahe drei Jahren Gerichtsverfahren wurden die vier Schuldigen in 1946 in
Lethbridge erhaengt.

Die Bilder oben zeigen das deutsche Hockey-Team im Camp 132 in Lethbridge, Alberta im April 1946, kurz bevor die internierten Kriegsgefangenen nach Deutschland zurueck geschickt wurden. Das zweite Bild zeigt eine Gedenktafel in einem englischen POW-Lager „Camp 18“ in Featherstone in Northumberland, England. Die Kriegsgefangenen aus Deutschland haben in Kanada, den USA, England und Australien viel dazu beigetragen, das Verstaendnis zwischen den ehemaligen „Feinden“ positiv zu beeinflussen. Sie waren es, die ihre Waerter sowie die Kanadier und Amerikaner, auch die Briten und Australier, davon ueberzeugten, dass sie weiter nichts als normale Menschen waren, und nicht die kriegswuetigen Eroberer, als die sie in den Medien dargestellt wurden.

Obwohl unser Bekannter in Kingston den Ort seiner Gefangenen-Zeit kannte, hatte er ihn niemals besucht. In 1956 ueberzeugte ich ihn davon, dass er es sollte, und wir fuhren zusammen mit meinem Vater zu dem See, an dem das “Camp 31” lag und heuerten ein Boot an, um uns dorthin zu bringen. Was wir fanden, war eine Anzahl total vom “bush” ueberwachsene und schon lange zusammen gefallene Holzgebaeude. Aber Guenter wusste genau, was sie einst waren. Ich sah Traenen in seinen Augen, als er die Gebaeude einzeln identifizierte: “das war unsere Messe; hier war der Platz, auf dem wir Tennis und Fussball spielten; dieses war das Haupt-Quartier des Camps, und in dieser Huette habe ich gelebt“. Fuer uns war es nur ein Geisterlager, fuer ihn eine Lebens-Erinnerung.

Zahlreiche Fluchtversuche wurden von den deutschen Insassen der POW-Camps gemacht. Aber nur einer war erfolgreich. Der Fliegerleutnant Franz von Werra wurde in dem Film „Einer kam durch“ mit Hardy Krueger in 1957 verewigt. Von Werra wurde am 5. September in Kent County, England abgeschossen und gefangen genommen. Gefangenschaft war nicht seine Sache, und am 7. Oktober fluechtete er erfolglos aus dem Offiziers-Camp. Kurze Zeit spaeter, am 20. Dezember 1940, versuchte er es nochmals, wieder ohne Erfolg. Daraufhin verschifften ihn die Briten nach Kanada. Auf dem Weg zum Internierungs-Lager bei Smith Falls, Ontario, am 24 Januar 1941, sprang Franz aus dem Zug und verschwand. Es war ein kalter Winter in Kanada, und das machte seine Flucht umso erstaunlicher.

Er machte seinen Weg zum St. Lorenz Strombei Johnstown, stahl ein Ruderboot und landete in Ogdensburg, NY, wo er als illegaler Einwanderer gefangen genommen wurde. Aber er entkam wiederum und machte seien Weg nach New York. Die Kanadier versuchten, ihn zurueck zu bekommen, aber mit Hilfe deutscher „Untergrund-Gelder“ schaftte er es, ueber Mexiko, Panama, Peru, Bolivien und Rio de Janeiro im April 1941 nach Deutschland zurueck zu kehren und wieder als Luftwaffe-Pilot zu fliegen. Im Oktober 1941 stuerzte sein Flugzeug vor Holland ab. Von Werra war umsonst in das glorreiche Deutschland zurueck gekehrt.

http://home.cogeco.ca/~dgphillips/werra.htm

Die Gefangenen-Lager werden niemals ein oeffentlicher Teil der Geschichte Kanada’s sein. Selbst heute, im Alter des Internet, kann man relativ wenig uber diesen Abschnitt in der Geschichte des Landes finden. Die Japaner bekamen eine oeffentliche Entschuldigung fuer ihre Internierung in Lagern in Kanada, aber ihr Status war anders. Sie lebten bereits in Kanada, als sie eingesperrt wurden. Die Deutschen waren nur kurzfristige, urspruenglich unerwuenschte “Gaeste” in diesem Land. Aber sie schlossen Kanada in ihre Herzen ein.

In vieler Hinsicht bin auch ich dankbar dafuer, denn ohne die Ermutigung ihrer beiden Freunde waeren vielleicht meine Eltern und ich nicht nach Kanada ausgewandert.

Peter Iden
Brampton, Ontario, Kanada

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32 Kommentare

Thomas 24. Februar 2020 - 18:04

Hallo zusammen,
ich recherchiere auch gerade den Werdegang der Kriegsgefangenschaft von meinem Großvater Arthur Bilski in Canada.
Grund hierfür ist, dass ich nun ein Buch aus seiner Kriegsgefangenschaft in Canada von meiner Mutter, nach dem Tod meines Vaters bekam.
Ich bin also der Enkel von Arthur Bilski.
Er war ein POW in Canada in Medicine Hat, Lager 132.
So steht es in seinem 30 Seitigen illustriertem Buch.
Desweiteren steht dort K.G.N. 562443 / Abteilung F. / Hütte 3 / Stube 11
Weiter hinten hat er dann handschriftlich viele Eintragungen getätigt.
Es erscheinen viele Gedichte und Gedanken an die Heimat und seine Frau, also meiner Oma Marie.
Auch wann er Briefe geschrieben und empfangen hat.
Letzendlich steht auch drin, wann, wo und wie er in Gefangenschaft geraten ist.
Er kam am 30.08.1944 in Vizelon bei Les-Andelies (Frankreich) in Gefangenschaft, nachdem seine Gruppe durch englische Panzer aufgerieben wurde, so schreibt er.
Bis zum 12.09.1944 durchlief er 5 Gefangenlager, bei denen immer wieder verhört wurde.
Dann Einschiffung nach England/Southampton, dort Ankunft am 13.09.1944.
Weitertransport im Zug bis zu einem Vorort von London.
Am 14.09.1944 wurden die Gefangenen entlaust und es ging per Zug weiter nach Schottland.
Hier wurden ihm bei einer weiteren Durchsuchung Soldbuch und andere kleine Habseligkeiten abgenommen.
Dann geht es mit dem Zug weiter Richtung Glasgow.
Hier bekommen sie einen Seesack, Hemd, Kleidung, Seife und Zahnbürste.
Die Verpflegung lobt er ausserordentlich!
Am 22.09.1944 notiert er die Weiterfahrt mit dem Zug zum Hafen.
Nun werden sie zu 500 Mann in kleine Dampfer verladen und danach ausgeschifft zum großen Truppentransporter.
Es ist ein französisches Schiff und heißt „Ille de France“.
Hier befanden sich jetzt 3000 Mann auf dem Schiff.
Am 28.09.1944 gab es wieder eine Gesundheitsbesichtigung auf dem Schiff, schreibt er.
Die Ankunft in Halifax-Canada fand am 30.09.1944 statt.
Um 09:00 Uhr früh ging es von Bord.
Von hier an ging es wieder mit dem Zug weiter duch abgebrannten Wald.
Es gab Decken und genug gutes Essen im Zug.
Bis 02.10.1944 fuhr der Zug durch viel Waldgegend, schreibt er, dann kommt Ackerland mit viel Lanwirtschaft.
Sie sehen das erste mal im Leben Indianer.
Am 04.10.1944 dann die Ankunft im Stammlager.
Das war mal die Kurzfassung, wie mein Opa als Kriegsgefangener nach Canada kam.
Er hat nicht viel über die Zeit erzählt, aber über Canada nur Gutes.
Er lobte ausdrücklich, wie gut sie behandelt und verpflegt wurden.
Mein Opa war auch ein fleissiger Mann, gelernter Gärtner und er arbeitete dort in Canada auf einer Farm.
Und das sehr gern.
Sein Chef-Farmer dort wollte, das er nach dem Kriege und der Entlassung dort bleibt.
Mein Großvater wollte dann auch auswandern, aber seine Frau Marie, meine Oma, machte nicht mit.
So blieb er dann in Ostdeutschland hängen, so passieren Lebesläufe…vom Leben geschrieben.

Ich finde das alles schon immer hochinteressant und bin nun auf der Suche nach mehr aus dieser Zeit.
Leider findet man im Internet nicht viel, bzw. sehr wenig über diese Lager in Canada.
Und die Zeitzeugen werden leider auch immer weniger….
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen?
Eine kleine Anmerkung zum Schluß:
Im Jahre 1995 war ich mit meiner Frau in Canada.
Wir landeten in Toronto und auf dem dortigen Flughafen war eine große Bilderausstellung zum Thema 50.Jahrestag Ende 2. Weltkrieg.
Auf einem Foto sahen wir meinen Großvater als Soldat in einem Gefangenentreck.
Leider hatten wir keinen Fotoapperat zur Hand und ich ägere mich bis heute darüber.

Mit freundlichen Grüßen aus Calbe bei Magdeburg
Fam. T. Bilski

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Gary Kiemle
Gary Kiemle 25. Februar 2020 - 13:22

Vielen Dank für den interressanten Bericht!

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PETER IDEN 28. Dezember 2019 - 20:55

Betrifft:Friedemann’s Anfrage:
Meine Recherchen in das Thema sind zwar beendet, aber ein kurzer Rueckblick gab mir die folgende Seite ueber das Camp 133 in Ozada https://powsincanada.wordpress.com/tag/camp-133-ozada/ Vielleicht kennst du sie ja schon.

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Hans-Georg Friese 16. Dezember 2019 - 16:13

Hallo,
mein Vater Georg Friese aus Magdeburg wurde ebenfalls von Nordafrika nach Kanada gebracht.
Leider ist er schon 1981 verstorben.
Er arbeitete als Holzfäller sprach davon dass es ihm dort sehr gut ergangen sei und er viel Sport getrieben hat.

Grüße

Hans-Georg Friese
aus Magdeburg

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Peter Iden 29. Juli 2019 - 00:32

Hallo, Heike;
Hallo, Friedemann:
Persoenlich kann ich dieem Beitrag nichts weiter beifuegen, aber es ist gut, dass er Kommentare unter den Lesern ausloest.
Grussaus Kanada,
Peter Iden.

Antworten
Heike Diebel 26. Juli 2019 - 22:00

Hallo zusammen, ich bin durch Zufall leider erst jetzt auf diese Seite gestoßen. Mein Vater Fritz Dirbel, Jahrgang 1921, ist in Ägypten ebenfalls im Einsatz des Afrika Cors unter Rommel in Gefangenschaft geraten und in Kanada bis 1946 in Kriegsgefangenschaft gewesene. Ich habe Bilder und Geschichten meines Vaters, der leider schon 2008 gestorben ist. Er war ebenfalls in Lethbridge bei den Hölzfällern. Allerdings hat er nichts von den Unruhen bezüglich der noch nazifizierten Häftlingen erzählt. Weiß aber auch nicht welche Nummer sein Camp hatte. Jedenfall würde ich mich gerne bei den beiden veröffentlichten E- Mailadressen gerne Melden um vielleicht noch mehr über die Camps zu erfahren.
Beste Grüße Heike Diebel

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Friedemann Gillert 27. Juli 2019 - 20:16

Liebe Frau Diebel,
auch mein Vater wurde 1921 geboren. Er starb 20016. Am Halfaya-Pass wurde er von den Engländern gefangen genommen und nach Kanada verschifft. Er war auch in Lethbridge als Holzfäller. Gerne würde ich mir Ihre Bilder ansehen und Ihre Geschichten hören. Ich kann mit vielleicht auch mit Bildern und Geschichten dienen.
Können wir uns treffen? Ich wohne in Eberswalde in der Nähe von Berlin.
Mit freundlichem Gruß
Friedemann Gillert

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Christian Pöschel 16. Dezember 2019 - 09:34

Hallo Frau Diebel,
mein Vater wurde 1926 geboren und ist 2016 verstorben. Im Kessel von Caen geriet er in Gefangenschaft und kam über England nach Kanada.
Ich weiß leider nicht in welchem Lager er war. Vielleicht finde ich etwas in Ihren Unterlagen.
Bitte kontaktieren Sie mich

Mit freundlichen Grüßen

Christian Pöschel.

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Christian Pöschel 16. Dezember 2019 - 09:36

Hallo Frau Diebel,

im vorhergehenden e-mail hatte ich einen Fehler in meiner e-mail Adresse. Hier die richtige.

Mit freundlichen Grüßen

Antworten
Bernd Pütz 8. November 2018 - 21:17

Mein Vater, Josef Pütz aus Sistig in der Eifel, war auch im Afrika Korps und in Kanada in Gefangenschaft. Zuerst in einem Camp das nur aus Zelten bestand und später in Lethbridge 133. Ich war auf der Suche nach einem Kameraden Ernst Prüssing, dessen Enkelsohn hat sich nach ein paar Jahren bei mir gemeldet. Diese Woche hat ein Bernd Leineweber mich angeschrieben und fragt nach Infos.

Antworten
dr Wolfgang Glitscher 19. Mai 2018 - 19:41

Mein Vater, Walter Glitscher, geriet während des Afrikafeldzuges von General Feldmarschall Rommel in der Cyrenaika in englische Gefangenschaft und wurde über den Atlantik und Zug via Niagara Falls ins Camp Lethbridge transportiert. Er berichtete mir, dass er dort bei einem deutschstämmigen Farmer im Wesentlichen Rüben hacken musste, aber gut behandelt wurde. Es gab ausreichend zu essen, im Camp wurde Theater gespielt und Joe, der Blackfoot Indianer, musste die Latrinen reinigen. Dort im Lager lernte er auch seinen späteren Arbeitgeber in Siegen, Rudolph Lixfeld, kennen. Zurück in Europa, erst in einem lausigen POW-Lager in England, später in Berlin, seiner Heimatstadt, gab es für ihn nichts mehr zu tun. Sein Vater, Dr. Karl Glitscher, war im Berliner Volkssturm gefallen, seine Schwester Mausi von den Russen vergewaltigt und erschossen worden.

Antworten
Friedemann Gillert 7. Juni 2017 - 21:24

Hallo liebe Kanada-Interesierte,
hat jemand Interesse an Bilder des Camp 133 Lethbridge und eines mir noch unbekannten klenen Holzfällerlagers? Es sind Fotografien und Zeichnungen meines Vaters, Johannes (Hans) Gillert, der als POW der Briten von Afrika (Halfayerpass) dort hin verschifft wurde. Er hat mir als Kind viel erzählt, aber richtig gemerkt habe ich mir die Fakten eben kindgemäß. Jetzt ha eich sein Album geerbt.
Ich könnte die Bilder einscannen.
Wahrscheinlich werde ich im Herbst mal nach Kanada fliegen und nach den beiden lagern suchen.
Hat jemand Kenntnisse darüber?
ich habe mir nur zwei namen seinen Mitgefangenen gemerkt. Peter peterson war wohl eoin ev. Pastor, der meinen Vater sehr beeeindruckt hat und Herr Brusius war auch bis in die 90 Jahre mit ihm verbunden.

Antworten
Peter Iden 11. Juni 2017 - 23:44

Hallo, Friedemenn:
Persoenlich habe ich kein Interesse an deb Bilder, aber vielleicht sid einige der Leser welche bisher Kommentare oder Fragen zu meinem Beitrag hatten, daran interessiert.
Peter Iden, Brampton, Ontario, Kanada.

Antworten
Christian Pöschel 16. Dezember 2019 - 09:40

Hallo Herr Gillert,
ich würde mich für die Bilder interessieren. Mein Vater war in Kanada. Leider ist er verstorben und ich habe keine genauen infos über
seine Zeit dort. Was ich weiß ist, dass er als Holzfäller eingesetzt war.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Pöschel

Antworten
Friedemann Gillert 16. Dezember 2019 - 21:49

Liebe Frau Pöschel,
in den nächsten zwei Wochen werde ich die Bilder mal suchen, einscannen und ihnen schicken.
Ich wünsche ein schönes Weihnachtsfest!
Mit freundlichem Gruß
Friedemann Gillert

Antworten
Helmut Garling 26. Dezember 2019 - 10:41

Hallo zusammen,
ich bin erst jetzt auf diese Seite gekommen. Mein Vater ist vor El Alamein in englische Gefangenschaft gekommen und dann über England in Lethbridge gelandet. Ich wäre sehr dankbar über Informationen, Bilder usw. In seinem Nachlass habe ich auch die Ortsangabe Ozada (Alberta) gefunden.
Mit Dank und besten Grüßen Helmut Garling

Antworten
astrid perron 9. Mai 2017 - 19:05

auch mein papa war in canada in kriegsgefangenschaft und hatte nur gutes zu berichten. 1953 sind wir dorthin ausgewandert! ich erinnere mich, dass wir medicine hat besucht haben, da war ich noch ein kleines kind. ich habe canada immer geliebt, leid er kamen wir 1960 nach d zurück. oh canada!

Antworten
Peter Iden 27. Juni 2016 - 01:25

Kommentar fuer Josef:

Josef, darf ich zum Anfang irgend einer Unterhaltung vieleicht den Grund fuer

deine Anfrage wissen? Ich bin kein Experte in diesem Thema, sondern basierte

meinen Beitrag teilweise auf persoenlicher Erfahrung, teilweise auch auf einige

Informationen aus dem Internet.

Gruss aus Kanada,

Peter Iden.

Antworten
Peter Iden 23. Juni 2016 - 01:32

Das Video und einige andere, sowie auch Radio-Reportagen ueber das Thema, kaann man in den CBC Digital Archives finden.
Zuerst auf „Categories“ klicken, dann auf „War and Conflicts“, dann „Prisoners of War“ Auf der rechten Seite findet man „Canada’s
Forgotten PoW Camps, und auf dieser Seite „Posh PoW Camps (eine Sendung aus der Serie „Front Page Challenge), sowie auch einige andere Beitraege zum Thema. Ich wuensche viel Glueck beim Suchen und Finden – es ist nicht leicht!
Peter Iden, Brampton, Ontario, Canada.

Antworten
Alina Wendt 21. Juni 2016 - 13:55

Hallo 🙂

Ich halte am Montag, den 27.06. meine mündliche Abiturprüfung über dieses Thema. Ich möchte unbedingt das Video der Quizshow, das Sie erwähnen als Einstieg benutzen, allerdings leitet mich der angegebene Link nur auf die Seite des CBCs weiter und nicht zu dem Video. Auch durch die Suche nach „Front Page Challenge“ oder nach den beteiligten Personen dieser Sendung habe ich das Video nicht gefunden. Daher meine Frage: Haben Sie das Video zufällig heruntergeladen oder einen anderen Link, durch den ich das Video finden kann? Es würde mir wirklich viel bedeuten 🙂

Vielen Dank!
Liebe Grüße, Alina Wendt

Antworten
peter renner 26. Oktober 2015 - 21:48

an Hilmar Schramm

Ich wuerde gern die Unterlagen deines Vaters einsehen. Ich lebe im sogen. Ruhestand und habe vor die Geschichte deutscher Kriegsgefangenen in Kanada zu recherchieren (fuer ein MA in Germanic Studies). Vielleicht keonnen wir uns electronisch darueber unterhalten: onebreath@shaw.ca

vielen Dank an Peter Iden fuer diese Moeglichkeit — da ich die email Adresse von Hilmar nicht habve, waere ich fuer die Weitergabe meiner mail dankbar.

Antworten
Peter Iden 21. Oktober 2015 - 02:19

Hallo, Hilmar: mein Interese an den Kriegsgefangenen-Lagern in Kanada wurde durch eigene Erfahrungen erweckt, aber es ist nicht gerade „Lebensaufgabe „, sondern beruhte lediglich auf der Praesenz zweier ehemaliger Freunde meines Vaters in Kanada, die nach ihrem Aufenthalt in einem „Camp“ dann nach Kanada auswanderten. Ich werde also auf diesem Gebiet keine weiteren Recherchen machen. Sollte jemand weiteres Interesse an diesem Thema haben, kann er/sie sich ja mit einem der Schreiber auf diesem Wege in Verbindung setzen.

Antworten
Hilmar Schramm 20. Oktober 2015 - 19:48

Hallo interessierte
Bin heute das erste Mal auf diese Seite gestoßen, leider viel zu spät.
Mein Vater war in englischer Kriegsgefangenschaft in Kanada und zwar in der Nähe von Alberta..
Ich habe noch Originalunterlagen
X Lagerbuch mit Illustrationen
X Entlassungsschein von der Farm auf welcher er zuletzt gelebt hat
X Entlassungsschein als Kriegsgefangener
X Inhaltsverzeichnis aller Mitbringsel ( Kaffe, Kakau, Seife usw.

Gruß Hilmar Schramm

Antworten
Josef 25. Juni 2016 - 23:10

gerne würde ich mich mit Ihnen über die Gefangenenlager in Kanada unterhalten.
Bitte senden Sie mir eine PM mit Kontaktdaten an canadaley@gmail.com
Mit den besten Grüßen
Josef

Antworten
Frank Weindorf 18. Oktober 2014 - 12:08

Hallo Peter, Danke für Deine Antwort. Ich werde gern die Bilder einscannen und Dir schicken.Mir scheint, das geht nicht über diesen Blog.Hast Du eine Adresse, an die ich die Bilder mailen kann?
Schon jetzt herzlichen Dank für Deine Mühe!
Beste Grüße
Frank

Antworten
Peter Iden 17. Oktober 2014 - 23:41

Frank, siehe meine Antwort im Anhang des Beitrages im Kanada Spezialist
Ich habe einige sehr interessante Archiv-Videos der CBC (Canadian Broadcasting
Corporation, deren websites ich in Kuerze an Interessierte weiter leiten moechte.

Antworten
Peter Iden 17. Oktober 2014 - 23:25

Die POW-Camps im Osten waren fast saemtlich entweder im Waldland oder in der Naehe kleinerer Staedte gelegen. Einige sogar innerhalb der Ortschaften. Die Camps im „bush“ von Nord-Ontario sollten jedenfalls viel Baumwuchs zumindest im Hintergrund aufweisen. Sollten auf den Bildern viel offenes Land sowie mehrere Baracken sichtbar sein wird es sich sicher um ein Lager im Westen handeln, also in Alberta. Sicherlich muss irgendwo auf einem der Bilder ein Anhalt irgend welcher Art enthalten sein, der darueber Aufschluss gibt, wo das Lager gelegen war. Als Fotograf wuerde ich an einigen Bildern interessiert sein, um zumindest die Frage „Ost oder West“ zu beantworten koennen. P.I.

Antworten
Frank Weindorf 17. Oktober 2014 - 11:07

Hallo , mein Vater Heinrich Weindorf, geb. 11.04.1919, war als 1941 über England abgeschossener Pilot mehrere Jahre in kanadischen Lagern.
Ich besitze aus seinem Nachlass eine Vielzahl an Gruppenfotos von Lagerinsassen (zumeist nach Waffengattung und/oder Dienstrang geordnet) und Bilder der Lager selbst. Kann man damit die Camps erkennen bzw. identifizieren?
Ich bin demnächst in Kanada und würde das bzw. die Lager gern besuchen.
Viele Grüße
F.Weindorf

Antworten
Peter Iden 3. September 2014 - 17:29

Thomas, mein Kommentar an Juergen Krombach (siehe oben) gilt auch in diesem Fall. Die Listen sind (wenn sie existieren) wahrscheinlich irgendwo in den Archiven der Regierung zu finden, jedoch nicht veroeffentlicht worden.. P.I.

Antworten
Thomas Roick 31. August 2014 - 19:49

Hallo,ich habe Info’s zum Kriegsgefangenenlager in Medicine Hat gesucht und Ihren Beitrag gefunden. Ich habe zwar wenig Hoffnung, aber gibt es Namenslisten aus diesem Lager? Mein Urgroßvater, Friedrich Michel, war von Ende 1944 bis ungefähr April 1946 dort. Haben Sie einen Tip wo man noch stöbern könnte?
Viele Grüße
Th. Roick

Antworten
Peter Iden 28. Juli 2014 - 05:18

Juergen, mit mehr als 40,000 deutschen und italienischen Kriegs-Internierten Offizieren in etwa lis of 40 Lagern in mehreren Provinzen in Kanada waere es kaum moeglich, einen einzelnen dem Namen nach zu finden. Es koennte vielleicht helfen zu wissen, in welchem Lager dein Vater untergebracht war. In wenigen Faellen wurden mit deutscher Genauigkeit Listen der Gefangenen erstellt, die heute vielleicht im Internet oder in Regierungs-Archiven zu finden sind.

Antworten
jürgen Krombach 27. Juli 2014 - 21:31

Hallo, mein Vater Walter Krombach Geb. am 25.10. 1925,war in Kanada als Wehrmachtssoldat in Gefangenschaft,gibt es irgentwelche Info. Mfg. J. Krombach

Antworten

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